fällt mir gerade unglaublich schwer. Ich hab bestimmt die letzte Zeit an die 10 Texte angefangen und dann für scheiße befunden. Nennt man das Schreibblockade? Was tun? Einfach trotzdem posten?
Katzenkontent
Frohes Dings
Lieber Felix Schwenzel,
ich sage das ungern. Der schreckliche Spruch „Wenn ich es nicht tue, dann tut es ein anderer“ stimmt. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Ja, es wird sich immer jemand finden. Es gibt wohl kein lukratives Geschäft auf der Welt, das nicht abgeschossen werden würde, weil die Partner fehlten.
Und selbst wenn man sich eindeutig zu schade ist und der Verzicht zur wütenden Geste wird, wird das niemanden davon abhalten sich an Deiner statt zum milde lächelnden Sympathieträger von Menschenrechtsverletzern zu machen. Yahoo! hat seinen Willen und Du keine Antwort. Weil Du Ihnen egal bist. Du bist austauschbar. Weil andere Deinen Platz gerne einnehmen. Punkt. Denn wenn die Schwarzer schon bei BILD… ach, lassen wir das.
Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass das alles egal ist. Dann tut es eben ein anderer. Ich habe auch keine Ahnung wie er sich fühlt. Wahrscheinlich denkt er sich: „Wenn ich es nicht tue, dann tut es ein anderer“ und recht hat er.
Es bleibt eine Entscheidung. Und als solche eine innerhalb der Grenzen dessen, was man überhaupt entscheiden kann: das eigene Tun. Also nicht die Entscheidung, ob sie denn stattfindet, diese bigotte Befeigenblattung. Sondern ob man Feigenblatt war. Und neben dem besseren Gefühl dabei, (es eben nicht zu sein) kann man sich der stillen Anerkennung, gar Bewunderung sicher sein. Des einen oder anderen.
Will den ganzen Morgen
schon: „Twitter ist ja immer noch down“ twittern. Hat bisher nicht geklappt. Ich halt euch auf dem laufenden…
Du User – Das Ende des Web2
Ein „User“ ist jemand, der etwas benutzt. Sein Gegenüber ist also der „Provider“, der das genutzte bereitstellt. In den weiten des Web verwischt diese Grenze sehr häufig. Ich bin User bei Blogger.com, der mir die Möglichkeit gibt selber Provider zu sein. Es gibt also, gerade im Web2.0 eine Provider/Userkette, in der beinahe jeder beides ist.
nerv den mspro
Eine Innovation jagt die andere. Ab heute kann man mit mir hier chatten und zwar unter vier Augen (keine Shoutbox oder ähnliches). Unten rechts sieht man, wenn man sie denn sieht, die kleine Chatleiste. Draufklicken und Text eingeben. Bei mir springt, wenn es denn springt, dann sofort ein iChat-Fenster auf.
Wie entstehen eigentlich Youtube-Videos?
Heinz Strunk: Wahlkampfauftakt "die Partei" in Hamburg
Heute Abend war Wahlkampfauftakt in Hamburg für „die Partei“ im Übel und Gefährlich. Es wurde ein populistischer, absurder und vor allem schmutziger Wahlkampf versprochen. Das Plakat am Pult fordert z.B. „Alfred E. Naumann, raus aus Hamburg!“ oder „Liebe CDU Wähler, Ole von Beust ist schwul!“.
Dann zeigte
Nachtrag:
Die Partei hat die Rede auf Video aufgenommen und auf Youtube gestellt. Auch die Audioqualität ist weitaus besser:
Von rissigen Schafspelzen und linken Immunsystemen
Irgendwas ist schief gelaufen in den Medien. Irgendwas unerklärbares ist da passiert während der Schröderära. Das Kampagnenkartell (Podcast) zwischen Stern, FAZ, Springer und SPIEGEL hat sehr feste Strukturen ausgebildet. Es agiert und agitiert fast wie eine Lobby. Mit einer Stimme. Eine Stimme, die sich so weit von der Realität und der öffentlichen Meinung abgekoppelt hat, dass eigentlich klar sein müsste, das das nicht lange gut geht.
Es ist da eine diffuse Strategie erkennbar, die sich irgendwie auf verschlungen Wegen durchsetzen konnte. Eine Strategie, die jenseits des etablierten Konservativismus einen neuen, einen schicken und vor allem einen getarnten Konservatisvismus etablieren wollte. Konservative waren nur leider niemals sexy und auch niemals wirklich glaubwürdig. Er war immer die Starke Hand, niemals aber das gelenke Hirn. Man brauchte einen Schafspelz. Und zwar einen schicken, der auch bei den intelligenteren Wählerschichten ankommt. Es bedurfte der Unterminierung etablierter Linker Institutionen durch scheinkritische rechte Apologeten.
Als Grünenpolitker konnte z.B. Oswald Metzger durch die Talkshows tingeln und dem Fernsehvolk seine neoliberalen und neokonservativen Ideologien einhämmern. Dass er eigentlich vor allem ein INSM-Agent war, schien niemanden zu interessieren. Denn „wenn das jetzt sogar schon die Grünen sagen…“ ist das ungemein effektiver, als wenn dort ein Westerwelle oder ein Merz sitzt. Die dort natürlich trotzdem zusätzlich noch sitzen.
Und nichts anderes passiert, wenn Leute lesen und staunen: „wenn das jetzt sogar der SPIEGEL denkt…„. Der Schafspelz ist ein machtvolles Werkzeug zur Manipulation. Es täuscht einen überparteilichen und überpolitischen Konsens vor. Den Konsens „so kann es mit Deutschland nicht weitergehen„. Die Strategie könnte man auch die „Sabine-Christanisierung“ der Öffentlichkeit nennen.
Oswald Metzger wurde erfolgreich herausgeekelt aus der Partei, an deren linken Ruf er nur parasitär partizipierte. Aber eben auch einige andere Immunsysteme kommen langsam in Gang.
Im Kampagnenkartell scheint es ordentlich zu knirschen. Der SPIEGEL hat bei den meisten wirklichen kritischen Menschen längst seine Autorität verloren. Absatzmäßig sieht es zwar noch recht gut aus, aber die Meinungsführerschaft, Glaubwürdigkeit und Integrität bei den Lesern ist längst auf dem Tiefststand. Wölfe können wohl noch unterhalten, vertrauen tut man ihnen nicht.
Die Folge: Aust wurde endlich gegangen. Natürlich waren es nicht die Bertelsmänner, oder andere wirtschaftliche Interessengruppen, die das eingefädelt haben. Es war eine Größe, mit der in Verlagen normalerweise nicht zu rechnen ist. Niemand sonst hat schließlich eine Mitarbeiter KG. Eine quasi-demokratische Einheit, die wenigstens ein wenig die öffentliche Meinung spiegelt. Sie konnten sich das Merkelangeschleime wahrscheinlich auch nicht mehr antun. Aber es ist ja nicht nur Aust alleine. Jetzt hat es auch Matussek erwischt. Wer wird der nächste sein, von den Möchtegern-Royalisten? Mahlzahn? Steingart? Ihre Position dürfte deutlich geschwächt sein. Unter publizistischen Aspekten, sind sie schon lange fällig.
Ich bin mir sicher: der Spiegel fällt. Jedenfalls als neoliberaler, neokonservative Speerspitze des angesprochenen Kampagnenkartells. Und ohne den Spiegel ist dieses kaum mehr aufrecht zu halten. Denn der Spiegel legitimierte erst die Kampagnen. Er brachte erst die Integrität ins Spiel, die dem Axel-Springerverlag schon immer fehlte und der FAZ nur in rechten Kreisen zuerkannt wurde. Ohne den Spiegel ist das Projekt des neuen Konservativismus schlicht gescheitert.
Wenn der SPIEGEL aber wieder kritisch wird, dann dürften sich auch in der restlichen Medienlandschaft einige Machtstrurkturen neu justieren. Dann sind nicht mal Schirrmacher, Diekmann oder gar Döppner mehr sicher im eigenen Verlag. Lasst mich raten: Schirrmacher wird jetzt als erster enorm wackeln, so viel wie der sich schon geleistet hat und derzeit leistet. Er hat dem Ruf der FAZ ebenso geschadet, wie Aust dem SPIEGEL.
Und dann? Kommt die verstörte und verängstigte Sozialdemokratie vielleicht wieder aus ihrer Versenkung hervor? Was bleibt von Merkel noch übrig, wenn ihr die publizistische Hofberichtserstattungs-Phalanx abhanden kommt? Wird die INSM und die Bertelsmannstiftung endlich mal transparent durchleuchtet? Was würden die da wohl alles finden? Man darf gespannt sein.