Gerade einen schlechten Rant über die Piratenpartei in die Timeline gespült bekommen und blieb schon beim ersten Absatz stecken:
Ich sah ein Gruppenfoto, das die Piraten-Fraktion aus Berlin zeigt. Undiplomatisch und sexistisch wie ich bin, spreche ich es aus: Das Bild war eine Ansammlung von zotteligen Typen. Schwammige Figuren, ungesunder Teint, hässlich, mein Gott, da ist ja nix dabei! Man roch die vermieften T-Shirts regelrecht. Kein Wunder, dass keine Mädchen bei denen mitmachen. Ich verstehe jetzt auch, warum die Piraten keinen Wahlkampf mit Fotos veranstalteten – das Auge wählt schließlich mit.
Die Autorin Mely Kiyak macht hier zunächst die Selbstzuschreibung eine Sexistin zu sein und zwar weil sie die Piraten, die als Abgeordnete in Berlin einziehen, als unattraktiv deklariert und ihre Ablehnung damit begründet. Ich finde, der Selbstvorwurf ist durchaus gerechtfertigt. Frauen beschweren sich zurecht, wenn man sie bei Themen nicht nach sachlichen Kriterien, sondern nach ihrem Aussehen bewertet. Man nennt das Sexismus. Warum sollte das also nicht auch andersrum gelten?
Als nächstes unterstellt sie aber auch den anderen Frauen, dass sie aus den selben Gründen nicht in die Piratenpartei eintreten: „Kein Wunder, dass keine Mädchen bei denen mitmachen.„.
Sicher, das ist polemisch, ironisch und sonst noch was und vielleicht meint die Autorin das ja gar nicht wirklich so. Aber wenn ich ehrlich bin, zumindest ähnlich abwertenden Äußerungen über die Äußerlichkeiten der Piraten habe ich schon von der ein oder anderen Frau gehört. (Jedoch nicht explizit, dass das ein Nichteintrittsgrund ist). Paradigmatisch ist da sicher auch der RTL-Beitrag über die Gamerszene, der ähnliche (sexistische?) Klischees aufgreift.
Zumindest ist es aber eine interessante These und wäre ein krasser Spin in der Piraten-Genderdebatte.
Sind die Piraten für manche viele Frauen uninteressant, weil sie die männlichen Mitglieder nach ihrer sexuellen Attraktivität beurteilen?
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