Liebe Banken,

klar wollt ihr mein Geld. Das wollen ja alle. Und ich geb es euch auch. Geliehen. So ist der Deal. Früher, also damals, als ihr noch Mitarbeiter beschäftigt habt, also noch vor den ganzen EC-Automaten und dem Onlinebanking, da habt ihr mir dafür sogar noch Zinsen gezahlt. Ja echt. Ihr habt mir Geld gegeben, weil ich Euch meins geliehen habe. Verrückt, was? Es war nicht viel. Und es wurde mit der Zeit immer weniger. Wohl proportional zum Sinken den Mitarbeiterzahl, wenn ich jetzt zurückblicke. Seit einiger Zeit schon gibt’s gar nix mehr.

Aber jetzt. Jetzt wollt ihr Geld dafür haben, dass ich Euch mein Geld leihe. Hat Euch das Mitarbeiterentlassen so viele Kosten verursacht, dass ihr jetzt Geld fürs Leihen nehmen müsst? Was kostet Euch denn eigentlich so ein Girokonto heutzutage, wo alles elektronisch funktioniert? Was verdient ihr denn an meinen 1000 Euro, die da drauf sind pro Monat? Naja, das kann man ja mindestens am Leitzins sehen, den ihr auch schon seit Jahren nicht mehr an eure Kunden durchreicht.

Liebe Banken, ich glaube ich hab irgendwie kein Bock mehr mich verarschen zu lassen. Liebe Banken, ich hab den Eindruck, dass ihr Euch untereinander abgesprochen habt, wie sonst kann man so desaströs mit seinen Kunden umgehen? Liebe Banken, ich hätte gerne gewusst, wo all das viele Geld geblieben ist, aus dieser organisierten volkswirtschaftlichen Abzocke. Liebe Banken, ich hoffe es kommt bald ein Terrorist und sprengt Eure tollen Hochhäuser in die Luft. es kommt ein neuer, nicht-korrupter Konkurrent mit einem fairen Angebot und ihr geht alle pleite.

nach…

open business club (xing) kam studiVZ. Nach studiVZ kommt jetzt also schuelerVZ.
Nach schuelerVZ kommt… na? richtig!

Auf der Suche nach der digitalen Bohéme II

Berlin

Wieder einmal machten wir uns auf die Suche, der digitalen Bohème auf den Fersen. Diesmal in der Höhle des Löwen, dem natürlichen Nest, der pulsierenden Gebärmutter, der billigen Inkubationszentrale: Berlin!


Link: sevenload.com

Fragen

1. Welche Art Ökonomie findet statt, wenn Millionen Menschen unentgeltlich Texte (auch Musik, Filme, sonstige Dokumente) im Internet veröffentlichen? (Blogs, Wikis, insbesondere Wikipedia)

2. Welche sozialen und ethischen Implikationen hat es, wenn „mediale“ Erzeugnisse durch technische und rechtliche Supplemente künstlich verknappt werden? (DRM, Urheberrecht)

3. Wie verändert sich der Begriff des Eigentums in Zeiten einer zugangsorientierten Informationswirtschaft? (Lizenzmodelle statt Eigentumsrechte)

4. Welche Machtverschiebungen – politische im engeren Sinne sowie mikropolitische – ereignen sich angesichts einer Demokratisierung der medialen Produktions- und Distributionsmittel? (Computer und Internet in jedem Haushalt etc.)

5. Welche Diskursformationen sind heute möglich, wenn sich die Diskurse mehr und mehr segmentieren, anstatt – wie bisher – um das Zentrum der so genannten Massenmedien (ja, dazu gehört auch das Buch) zu kreisen?

6. Was bedeutet es für die Kultur der so genannten „Experten“, der Gelehrten, der Priester, der Journalisten, kurz: der strukturellen Ordnungsmacht des „Gatekeepers“, wenn jedes Individuum in seinem ureigenen Diskurs die Möglichkeit bekommt zu sprechen – und spricht?

7. Anders gefragt: Was bedeutet es für die Bürgerrechte, vor allem für das Recht der freien Meinungsäußerung, wenn es tatsächlich genutzt wird?

Man kann einige dieser Fragen konzentrieren auf:

Wer braucht noch die Institution der „Institution“?

D.h.:

Brauchen wir die Institutionen wirklich noch? Oder sind völlig andere gesellschaftliche Organisationsformen von Wissen denk- und machbar? Der Abwehrkampf der Institutionen (Journalismus, Wissenschaft, Kulturindustrie) gegen alle Bestrebungen von Partizipation und Heterogenisierung spricht eine klare Sprache: Hier kämpfen zum tode geweihte Dinosaurier gegen den Lauf der Zeit.

Aber sie haben dabei selten eine Angriffsfläche, denn sie kämpfen nicht gegen ihresgleichen, sondern gegen den Staub eines Meteoriten oder die Klimaveränderung im Zuge der Eiszeit oder gegen den strukturell bedingten Nahrungsmangel im Zuge der Entstehung neuer Arten. Sprich: Gegen die veränderten Umweltbedingungen in Zeiten des Internets.

Durch die neuen Möglichkeiten entstehen nicht nur aus sich heraus neue Diskurse, freier Austausch von Informationen über alle Grenzen (staatliche, rechtliche, intitutionelle) hinweg, sondern gleichzeitg entsteht auch eine Dringlichkeit zum Versprechen hin. Es entsteht beinahe ein „MUSS“, ein Imperativ zur Utopie. Denn in diesem neuen Licht besehen, wirkt unsere Gesellschaft ungelenk, träge und beinahe reaktionär.

(Diese und andere Fragen, werde ich unter dem Titel „Heute, das Archiv“ in meiner Dissertation behandeln.)

Was ich (auch) immer schon sagen wollte,

war, dass die Zukunft des Internets in der Konvention liegt.

[EDIT: Was auf der Hand liegen sollte. Schließlich ist alles, was das Internet heute bestimmt, einzig und alleine den Konventionen zu verdanken: Vom TCP/IP über HTML bis hin zu RSS]

Es braucht keine noch so sofisticated programmierten Foren, Plattformen und Social-Networks. Es braucht einfach nur freie Schnittstellen zum Gruppieren, Connecten, Publizieren und Kommunizieren. Also praktisch sowas wie Trackbacks und RSS, nur ausgefeilter, vielseitiger und weit verbreiteter. Das wird die Zukunft sein und eben keine in sich geschlossenen, zentralistischen Plattformen, bei denen man die Rechte seiner Inhalte und dazu noch seine persönlichen Daten abgeben muss. An ein Unternehmen, das meist nicht mal im selben Nationalstaat existiert.

Hier bringt all das Marc Canter wild fuchtelnd auf den Punkt:

[via]

Und wenn die ganzen VCs meinen, solchen Plattformen jetzt noch Unmengen Geld in den Hintern pumpen zu müssen, dann bin ich nur überzeugter. Die haben sich schließlich schon immer geirrt.

Nene, Leute, Geld verdienen im Internet tut man auch in Zukunft kaum. Denn sich zu einigen kostet halt einfach nichts. Und wenn sich die Leute einig werden, dann ist euer Geschäftsmodell von heute auf morgen im Arsch! Und das nenne ich dann die wirklich neue Ökonomie.

Kollege Julio

… schneidet drüben Wissenschaftlerskalpe. Prädikat: Amüsant.

transmediale

Am Samstag und wahrscheinlich auch am Sonntag bin ich auf der Transmediale in Berlin. Man schaue sich dort nur mal das Pannel für Samstag an: Diederichsen, Kittler, Koy. Auch wenn ich nicht glaube, dass da viel neues zu erfahren sein wird; die Leute hätt ich schon ganz gern mal in echt gesehen.

EDIT: Mist! Jetzt muss ich mich entscheiden: 18:00 die theoretischen Großväter oder 19:00 die theoretische Avangarde? Hmmm, wer weiß wie lange man die Großväter noch sehen kann…

Wir nennen es Kater

Da will man einmal „was mit Video“ machen und schon wird man in den Mittelpunkt des blog-medialen Interesses gerückt. Jörg und ich, die Hobbyarchäologen der Jetztzeit, waren nämlich mal wieder unterwegs und haben dabei ein paar Videoaufnahmen gemacht. Als ich dann am Sonntag völlig verkatert den Rechner anschmiss, konnte ich nicht anders und musste das Material mit iMovie zusammencutten. Dummerweise machte ich auch noch schnell einen Sevenloadaccount, weil es zum Link Hin-und-herschicken nix besseres als freie Videohoster gibt.

Am Schluss sieht man mich übrigens verstubbelt und verkatert auf der Couch rumliegen. Nicht schön das. Aber wer konnte ahnen, dass sevenload seinen RSS gleich in die Welt (die ja bekanntlich eine Google ist) schleudert und zu allem Überfluss der alte Egogoogler Sascha Lobo seinen Namen auch noch bei Blogsearch als RSS-feed aboniert hat? Und so kam es, dass das Video am Montag Mittag auf dem Blog zum Buch geposted wurde. Da es also eh schon jeder gesehen hat, fühl ich mich verplichtet es auch der Stammleserschaft hier nicht vorzuenthalten.


Link: sevenload.com

Die Ökos sind auch schon alle Anfang 40

Es wird Zeit für den Begriff: „Altsechsundachtziger“.

Pimmelogie

Don’s Pimmel ist sooo groß, dass er ein A-Pimmel ist. Das weiß zwar jeder, aber er holt ihn trotzdem mal raus, weil jemand versucht hat, ihn mit kleinem Pimmel anzupinkeln. Alle sagen jetzt „ohhh“ und „der ist aber groß!“ und vergleichen ihn sofort mit ihren eigenen Pimmeln.

Der Frank behauptet, er hätte auch einen A-Pimmel. Er muss das sagen, weil er ein Professioneller ist (oder sein will) und mit seinem Pimmel gaaaanz dringend Geld verdienen will. Aber keiner glaubt ihm und er traut sich auch nicht ihn rauszuholen. Gut das Stefan nachgemessen hat (investigativ). Jetzt lachen alle (wiedermal) über den kleinen C-Pimmelwutz von dem Frank. Armer Frank.

Ich glaub ich hab einen F-Pimmel, vielleicht sogar nur einen G-Pimmel. Ich bin aber ganz zufrieden. Ich kann alles damit machen, was die andern auch können und es macht mir mindestens genauso viel Spaß 🙂