Witz von Fritz

Es folgt ein Witz für die Freunde der nichteuklidischen Geometrie:

„Fritz, mein Ball ist umgefallen.“

[aus: Chaosradio auf Fritz]

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Einer der besten Charaktere bei "Hallo Spencer"

war für mich Nepi, Verzeihung: Nepomuk. Wie dieser Grummel in seiner Burg seinem ganz eigenen Stil fröhnte (dabei allerlei altes Gerümpel sammelte), zurückgezogen von der ganzen Heiteitei Gesellschaft um ihn herum, hatte immer etwas heroisches und zugleich melancholisches. Auch dass er oftmals richtig zu brüllen wusste, gegen alles und jeden, je nach Laune und beinahe ein wenig gefürchtet war, zog mich in seinen Bann. Zugleich hatte er auch immer eine zutiefst anarchistische Ader, seine Einsamkeit war auch seine Freiheit und so hatte er es geschafft sich von niemandem etwas sagen zu lassen. Und wie er diesem nervigen Troll Poldi immer wieder das Maul stopfte. Klar, er war nie ein Gerechter, das wollte er auch nie sein. Aber herzlich war er, keine Frage.

Natürlich war Spencer selber auch eine tolle Persönlichkeit. Unterhaltsam, lustig weltgewandt und moralisch integer. Er war der eigentliche Bürgermeister, der sanfte Leader, einer der Kompromisse suchte und Probleme löste, die Gemeinschaft zusammenhielt und dabei den Plot bestimmte. Und wie er mit seinen Kommunikationsgagets die eigentliche Schaltstelle der ganzen Sendung war. Klar mochte ich auch Spencer.

Aber Nepomuk, eben weil er kein Anführer war, weil er immer etwas abseitiges hatte, weil er seine Autorität genauso sehr genoss, wie er sie hasste, weil er dabei immer etwas aristokratisches hatte (vielleicht sogar manchmal etwas raubritterhaftes), deshalb war ich immer vor allem Nepomukfan.

Herzliche Glückwünsche zum 1000ten, Fonsi, Verzeihung, Don Alphonso.



Lethargie

Für alle die, wie ich, oft in Lethargie erstarren, sich nicht aufraffen können, um mal etwas loszumachen ist die Seite Lethargo.de das Informationportal. Danach seid ihr geheilt. Verprochen.


Hulk

Endlich hab ich es mal geschafft, „Hulk“ zu schauen. Einer der besten Filme, die ich seit langem gesehen hab. Ich bin restlos überzeugt.

Es ist, als ob all mein Reden über die Ansprüche an den modernen Film endlich erhört wurden: Grüne Monster, die alles kurz und klein schlagen!

Es ist doch so einfach Leute…

Und das sage ich nicht nur weil der Film auch von mir handelt:
Your results:
You are Hulk

Hulk
70%
The Flash
70%
Robin
67%
Spider-Man
60%
Superman
55%
Iron Man
50%
Catwoman
50%
Green Lantern
50%
Supergirl
40%
Batman
40%
Wonder Woman
30%
You are a wanderer with
amazing strength.


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Der Mensch, die Sprache

Der Mensch ist nicht nur ein Benamender. Er ist mindestens genauso, wenn nicht noch mehr, ein adjektivistisches Wesen, eines, das zu allem Überfluss auch noch andauernd verbiert. Ich werde im Folgenden ausführen, wie ich zu dieser Meinung gekommen bin:

Dass der Mensch die Dinge benennt, ist an sich nichts Neues. Den Namen, mit dem er Namen benennnt ist das allseits bekannte „Nomen“ und dieses Nomen „Nomen“ trägt diesem Umstand in seinem Namen ja schon zu genüge Rechung.

Doch gibt der Mensch nicht nur den Dingen Namen, sondern darüber hinaus auch all ihren Eigenschaften. Die Dinge, so muss man nämlich wissen, sind dem Menschen auch noch „schön“, „grau“, „groß“ und “weich“ usw. Aber damit nicht genug. Er gibt sogar diesen Namen von Eigenschaften einen Namen: er nennt sie „Adjektiv“. Diese aktive Vergabe von Namen an Eigenschaften von Dingen, ist eine wesendliche Eigenschaft des Menschen und so schlage ich vor, dem Menschen ein sehr ausgeprägtes adjektivistisches Wesen zuzuerkennen. Ja, ich würde sogar sagen, der Mensch ist das adjektivistischste aller Wesen überhaupt auf dem Planeten.

Der Mensch belässt die Benahmung aber nicht bei Nomen und Adjektiven, nein, er gibt auch so abstrakten Geschichten wie Bewegungen und Tätitigkeiten jeweils eigene Namen. Er sagt „etwas schwimmt“, „jemand schreit“, „der Vogel fliegt“, usw. Vielleicht „fliegt“ sogar der „schöne Vogel“, alles ist möglich. Und so gibt er tatsächlich diesen unterschiedlichen Namen von den Bewegungen wiederum einen Namen: er nennt sie „Verb“.
Dass der Mensch aber soetwas tut ist durchaus keine Ausnahme, jeder kann es beobachten, wenn er sich Mühe gibt, denn der Mensch tut es ständig, ohne Unterlass. Es ist sicherlich nicht übertrieben festzustellen, dass der Mensch, als durchaus Benamender und trotz seines adjektivistischen Wesens, ständig überall „verbiert“.


Der Rassismus in der Planetenforschung

Dass „Welt“ ein erschaffener Raum ist, glauben die Kreationisten. Heute wissen wir, dass sie recht haben. Wo in aller Welt ist uns Pluto hin entkommen? In einem Nichtraum. Einem Raum den es gestern doch noch gar nicht gab. Er ist in diesem neuen Raum, einem Gefäß, nur für ihn geschaffen. Interniert, könnte man sagen. Zwergplanet (Wikipedia ist schnell, gell?). Was ist das, ein Zwergplanet? Ein Zwergplanet ist alles, was kein Planet ist, aber auch kein Meteorit. Es ist ein Weder-Noch. Ein Zwergplanet ist der Zwischenraum, das ungefüllte Inter, die Lücke im Gesetz. Denn was denn nun ein Planet ist, das hat man gleich mitdefiniert und damit ein Loch in den Kosmaos gerissen. Man hat dieses Loch sodann ausgemessen, indem man das Maß bestimmt. Man hat Räume abgesteckt und sie damit neu erschaffen. Man hat Stati, Modi und Kategorien erfunden, um damit Räume aufzuspannen. Man hat Löcher gestopft, Löcher die man selber eben erst gegraben hat, gegraben indem man sie abgrenzt. Man hat einen Zaun errichtet und eine Mauer. Ein Konzentrationslager? Jedenfalls haben sich selbsternannte Grenzschützer an den Rand der neuen Plantendefinition gestellt, mit dem Maschinengewehr am Anschlag. Sie sagten: Du bist hier nicht mehr willkommen. Das neue New Orleans des Sonnensystems soll ein saubres sein, ein reiches, ein weißes, eines ohne Pluto. Und wir alle waren diesmal hautnah dabei.
Der Witz: Der Streit, die Entscheidung und die Durchführung wurden der „Wissenschaftlichkeit“ wegen herbeigeführt.

Pluto ist ein Opfer der Wissenschaft. Abgedrängt, ausgeschlossen von seinen ehemaligen Artgenossen. Die Macht der Ausschließung schafft neue Räume, das schon. Aber hat einer der Planetenforscher je daran gedacht, wie es Pluto jetzt geht? Hat man bedacht, dass er sich jetzt ganz allein fühlen wird in seiner Einzelhaft? Wie ein Mensch ohne Pass, ohne zu bestimmende Zugehörigkeit zieht er einsam seine Bahnen. Man kann ihn nicht ignorieren. Man will ihn aber auch nicht in der nun „ethnisch“ gesäuberten Planetendefinition sehen. Deshalb schiebt man ihn ab, in sein Herkunftsland, ein Herkunftsland, das erst phantasiert werden musste. In ein Land ohne gültigen Status, ohne gültige Grenze, ein Land ohne Verfassung, Anerkennung und ohne Einwohner.

Diese brutale Gewalt, wie sie sich hier ganz offenbar präsentiert, ist der Spiegel unserer Gesellschaft, der Spiegel unseres Denkens, des Denkens der Kategorien und der Schubladen. Ein Denken, das alles einordnen will, um der der Freiheit keinen Platz einzuräumen. Ein Denken, dass mit jeder Ausschließung versucht, nur die eigenen Vorraussetzungen zu verleugnet. Nämlich das immerwährende Phantasma der Objektivität, das nicht als solches sichtbar werden darf. Es ist aber ein Phantasma-sein, dass sich in eben jenen Situationen der Unentscheidbarkeit als diese brutale Bestie offenbart, der wir heute Zeuge wurden.

Wer wird sich für ihn erbarmen? Für Pluto den Ausgestoßenen. Der um der Erhaltung der Illusion einer „Wissenschaftlichkeit“ wegen exkommuniziert wurde. Degradiert und entehrt. Es zählte nur die Wissenschaftlichkeitsräson. So wie bei Dreyfuss, damals im führen 20ten Jahrhundert in Frankreich.

Deshalb ist es Zeit Tribunal zu führen über das Tribunal:

Ich klage an: Die Internationale Astronomische Union, weil sie nur um der sogenannten „Wahrheit“ willen, einem Planeten das Herz gebrochen hat.
Ich klage an: Die Wissenschaft, weil Sie durch ihre selbst deklarierte Deutungshoheit, kategoriale d.h. auch topologische Machtansprüche gegenüber den Menschen und Planeten rigoros und ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzt.
Ich klage an: Das westliche Denken der Definitionen, weil es ausschließlich durch Ausschließung operieren kann.
Ich klage an: Unser Jahrtausend, das modernes Kriegsgerät, in Form von neuen Beobachtungsinstrumenten zum Nachteil unschuldiger Himmelskörper hervorgebracht hat.
Ich klage an: Die Medien, die durch die ständige und unnachgiebige anbiedernde Berichterstattung dieser Barbarei auch noch stattgibt, und die Köpfe der Menschen vergiftet.
Ich klage an: Das Sonnensystem, dass sich anscheinend zu fein ist, seinem lieb gewonnen Mitglied Schützenhilfe zu leisten.
Ich klage an: Das Licht, dass es in niederstem Denunziantentum gewagt hat, die entsprechenden Fakten für die Wissenschaftler sichtbar zu machen.


Internetüberwachung

Gerade einen Google-Searchrequest in den Referrern gehabt: „welche islamisten wollen einen anschlag in deutschland verüben„.

Ach ja klar, Sie sinds, Herr Schäuble! Willkommen auf meinem Blog.


Blödenausweis

Neulich auf dem Bahnsteig. Mein Freund verstieg sich in die Forderung, es müsse einen Blödenausweis geben, damit man die Blöden auf den ersten Blick erkennen kann. Ich war geschockt. Eine so offene Stigmatisierung einer Randgruppe, egal was ich von ihr halte, verstieß eindeutig gegen all meine demokratischen Reflexe. Ich widersprach heftig. Nein, beruhigte er mich. Man müsse die Blöden dazu bringen, den Blödenausweis freiwillig mit sich herumzutragen. Wie so etwas funktionieren solle, fragte ich irritiert. Bevor er antworten konnte, fuhr die Bahn ein. Als wir einstiegen zählten wir sechs Bildzeitungsleser.


Welcome to Libanon

15.000. 15 000 Soldaten im Libanon. Ich hatte ja „höchstens 20 000“ geschätzt.

Nun. Ich will nicht in deren Haut stecken. Nicht angesichts solch einer vom Krieg traumatisierten und verzweifelten Bevölkerung, die das als feindliche Besatzung auffassen wird. Nicht angesichts von 20 000 aggressiven und nach wie vor voll schlagkräftigen Hisbollahmilizen, die dort jeden Stein beim Vornamen kennen. Nicht angesichts einer Entwaffnungsaktion, die alles andere freiwillig von statten gehen wird. Angesichts einer israelischen Armee, die einem dabei immer mit zittrigen Nerven im Nacken sitzt, die Waffen entsichert und den Finger am Abzug. Auch nicht angesichts eines grimmig rüberblickenden Syriens und eines provokativen, keinen Konflikt aus dem Weg gehenden Irans.

Das wird kein Spaß da unten. Da braucht nur ein kleiner Funke zu fliegen und alles geht in die Luft. Und dann wird man Europäer laufen sehen.


Dem Grass sein Zehennagel

Ich bin ja wirklich kein Grassfan. Aber wenn ich jetzt sehe, wie sich gerade gewisse grimmige Winkelzwerge aus dem Dunkel der Bedeutungslosigkeit hervorwinden und mit neidgrünem Geifer ihre Sägen an das Denkmal legen, weiß ich nicht ob ich mich ärgern soll oder einfach nur lachen.

Ich entscheide mich für zweiteres und rufe ihnen zu: „Das, was woran ihr rumsägt, das ist nicht Grass. Das ist nur sein linker Zeh.“

Sie hören nicht. Auch gut. Dieses Gesindel wird man vergessen haben, bevor es tod ist. Weil es das auch weiß, versucht es den Grass noch schnell mitzunehmen.

Einer spricht schon vom „gestürzten Denkmal“. Wie zum Beweis hält er triumphierend ein Stück Zehennagel in die Luft, als wäre es ein Skalp.
Als Grass würde ich mitfühlend runterlächeln: Kannste behalten.