Nein,

ich habe weder einen Deal mit Mario Sixtus noch mit der Frankfurter Rundschau. Warum sie mich, als eigentlich ja eher kleines Lichtlein der Blogsphere, dennoch in ihrer Serie Blogsphäre [hier] (diesmal Janko Röttgers) und [hier] und [hier] zitieren, kann ich mir eigentlich auch nicht erklären, fühle mich aber natürlich ziemlich gebauchpinselt. Aber das hat sicher nur mit meinem opportunistischen Verhalten zu tun, bei allen blogsphererelevanten Themen immer lautstark mitzublöken.

Es ist aber auch nicht so, dass mir das jetzt enorme Leserschwälle gebracht hätte, ganz im Gegenteil. Über diese drei Links sind vielleicht insgesamt 10 Leute vorbeigeschneit. Diese wirklich lesenwerte Reihe über die Blogsphere scheint wohl trotz der prominenten und wirklich guten Autoren von nur wenigen Leuten wahrgenommen zu werden, was ich persönlich sehr schade finde. Deshalb will ich hier noch mal die Chance nutzen, dafür lautstark in die Trommel zu hauen: Lest das! Es lohnt sich wirklich. Immer eine gute Zusammenfassung von was so geht, hier in Klein Bloggersdorf und außerdem sind dort auch immer interessante Blogs verlinkt 😉

Glückwunsch Herr Broder,

es tut wirklich gut, das von Ihnen zu lesen:

Opa Moshe Menuhin war schon der Alibi-Jude der „National-Zeitung“, sein Enkel Gerard Menuhin setzt diese Tradition fort.

Ich bin sehr erleichtert, dass Sie diese Wahrheit aussprechen. Zwar hatte ich insgeheim schon gewagt zu hoffen, war mir dann aber doch nicht ganz so sicher, weil: das ist ja heute auch alles so unglaublich kompliziert mit der Politik. Das Linke ist ja heute rechts und das Rechte ja irgendwie links und liberal sind dann ja auch viele, wobei ja manche auch schon wieder nicht so einfach nur liberal, sondern vielmehr markt-, national-, links- oder sonstwie- liberal sind und viele Liberale ja gar nicht mal so richtig liberal sondern eher so neo, so wie manche Faschisten eher so krypto sind und … und naja, viele Demokraten sind wohl ziemlich undemokratisch und wenn dann noch die jüdischen Antisemiten, die linken Nationalisten, die nationalen Globalisierer, die antiglobalen Cosmopoliten mit den naiven, rechten Weltverbesserern mit den Demokratiefundamentalisten überall herumspringen und, und …. also, Puh. Hammer kompliziert das ganze heutzutage, nicht?

Aber wenigstens bei Menuhin will ich ihnen uneingeschränkt Recht geben und diese Erkenntnis ist viel wert, sie darf nicht unterschätzt werden. Denn dieser Menuhin gibt uns einen Punkt, ja, sogar einen festen im Universum. Fixieren Sie diesen Punkt, lassen Sie ihn wirken, denken sie ab dort vielleicht noch ein Stück weiter, machen Sie uns den Archimedes. Und vielleicht, wenn Sie durch dieses politische Dickicht dann noch ein wenig mehr durchblicken, wird sogar noch der Groschen fallen, dass Sie für Ihre Neokonler genau das sind, was Menuhin für die NDP ist. Aber Selbsterkenntnis ist ja auch die schwerste Erkenntnis.

Wenn das Blog ein Philosoph wäre,

dann wäre es nicht so eitel wie Hegel, sondern so unprätentiös wie Kant.
Es wäre nicht ausufernd wie Sartre, sondern aphoristisch wie Nietzsche und fragmentarisch wie Benjamin.
Es wäre auch nicht so abstrakt wie Luhmann, sondern so autobiographisch und persönlich wie Rousseau.
Es wäre nicht in einer exakt ausgefeilten Sprache verfasst wie Peirce, sondern hingerotzt wie Theweleit.
Es wäre nicht so monumental wie Heidegger, sondern parasitär und unabgeschlossen wie Derrida.
Es wäre nicht ausgewogen wie Aristoteles, sondern so provokant und beißend wie Baudrillard.
Es wäre nicht objektiv wie Popper, sondern literarisch und subjektiv wie Camus.

Aber vor allem wäre es nicht monologisch dozierend wie Adorno, sondern dem Anderen immer in der Bereitschaft zum Dialog zugewandt wie Sokrates.

Aufmerksamkeit

Wie gut, dass ich ein Blog hab, sonst müsste ich wohl Autos anzünden.

Wie kann es sein,

dass jemand so sau gute Texte in sein Blog tippen kann?

(Naja, ich kann mich ja immer noch damit rausreden, dass ich ja im Grunde was ganz anderes mache…)

Trotzdem, da werd ich so klein, mit Hut.

Sobbr

Machts gut, ihr linken Spinner aus klein Bloggersdorf, ab jetzt wird hier Geld gescheffelt! HARHARHAR!
Ich habe nämlich die neuste Killer-Web-2.0-App Idee, mit der ich den Onlinemarkt aufrollen werde:

Sobbr“ – „Social-Online-Banking„:

  • sharen Sie Ihre Kontoauszüge und profitieren Sie von den unfreiwilligen Anlagetipps ihrer Buddies.
  • taggen Sie Ihre Überweisungen und lernen so neue Leute kennen, die z.B. auch „miete“ zahlen.
  • bauen Sie Ihren live-Kontostand direkt in Ihr Blog ein, um den anderen zu zeigen wo der Hammer hängt.
  • verknüpfen Sie Ihre sobbr-Daten mit denen von Amazon und E-bay und bekommen dafür einen Bleistift geschenkt. Gratis!
  • erweitern Sie Ihren Bekanntenkreis durch Trackbacküberweisungen.
  • machen Sie Ihre Konten auch für andere durch unsere API nutzbar.
  • abbonieren Sie Ihre Kreditkartenrechnungen per RSS.
  • langweilen Sie Ihre Bekannten mit automatischen E-Mailbenachrichtigungen über die Ausführung von Daueraufträgen.
  • automatisieren Sie Ihre Steuererklärung mit den eingebauten Benachrichtigungstools des Finanzamtes.

Und das sind nur ein paar der Vorteile, die sie bei sobbr erwarten. Steigen Sie jetzt ein!

Gegen Gegengegennazis!

Was ich damit zum Ausdruck bringen will? Ich bin nicht nur gegen Nazis und für Gegennazis, sondern ich protestiere hier vor allem gegen diese Gegengegennazistin Christiane Barth (Richterin), die es fertig gebracht hat, einen Gegennazidemonstranten, wegen obigem Symbol zu einer (vorerst zur Bewährung ausgesetzten) Geldstrafe zu verdonnern, weil er damit angeblich ein „Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ (damit meint sie nicht etwa die Antifa, oder so, nein, sondern Nazis) zu schau stellen würde. Ich lach mich schlapp, und hoffe, irgend so ein Volldepp zeigt mich jetzt an. Die 50 Euro sind mir das allemal Wert!

[nachzulesen bei lawblog]

Nachtrag:

War Heidegger etwa ein Nazi?

Bei allen, die ob dieser naiven Frage anfangen müssen zu lachen: Es ist sehr erst.

Natürlich hat Heidegger sich offen zum Nationalsozialismus bekannt, ließ sich von den Nazis zum Rektor der Freiburger Universität machen, stellte seine Schriften und sein Denken offen in den Dienst der nationalsozialistischen Propaganda und träumte fortan öffentlich vom Endsieg des Deutschen Volkes, zumindest bis 1935.

Nun gibt es aber Menschen, denen ist das nicht genug. Heidegger sei noch viel mehr ein Nazi, als er ein Nazi ist, ja er sei ein Ober- Über- Supernazi. So jedenfalls mutet die Analyse des französischen Philosophen Emmanuel Faye an. Er will rekonstruiert haben, wie schon im Frühwerk Heideggers der Nazi in ihm steckte, teils offen, teils verdeckt. Ja, er sei sogar ein Nazi avant la Lettre gewesen, so seine Interpretation unter anderem von „Sein und Zeit“. Dabei wendet er jedes Wort drei und viermal, sucht nach bekannten Mitstreitern, sucht Wortähnlichkeiten zwischen seinem Werk und Hitlers Reden und wird dabei auch noch fündig (sollen ja auch beide meines Wissen deutsch gesprochen haben).

Man kann diesem Faye natürlich methodische Unredlichkeit unterstellen, wie es Thomas Meyer tut. Finde ich persönlich aber auch langweilig. Denn diese Debatte hatten wir doch schon längst durchgekaut. Als Nazi avant la Lettre galt schließlich auch immer mal wieder Friedrich Nietzsche, obwohl er die Zeit des Nationalsozialismus nicht einmal mehr mitbekommen hatte. Man kann sich auch hier trefflich über Vokabeln streiten, die hier wie dort von den Nazis annektiert wurden. Hitler selbst bediente sich ganz offiziell bei Nietzsche. Aber dann gibt es schließlich auch Leute, die meinen, man kann Nietzsche auch ganz anders lesen, ja, sogar Leute, die ihn in den Dienst der linken Sache stellen. Gleiches gilt für Heidegger, der ausgerechnet eng umschlungen mit Marx in das Sartesche Werk gequetscht wurde. Auch ein Derrida oder ein Levinas sind wohl trotz ihrer intensiven Heideggerexegese des Nazismus unverdächtig („noch“ müsste man anfügen, siehe das Beispiel Paul de Man). Und so bleibt die Frage trotz des aufgeregten Gezeters im Raum, was das denn eigentlich sei: Eine Naziphilosophie.

Glaubwürdige Antworten bleiben alle Autoren bis heute schuldig. Aber vielleicht könnte das ja daran liegen, dass alle Philosophen es bis heute versäumt haben, ihre Philosophie als feststehende Ideemanifestationen an die Türen der Realität zu tackern, sondern es dabei beließen uns lediglich voll geschriebenes Papier zu auf den Tisch zu knallen.

Und das ist dann auch die Krux des ganzen, denn dieses Papier muss wohl oder übel gelesen werden, von jedem einzelnen persönlich und es gibt keinerlei Vorschrift, wie es zu lesen ist und deshalb wird man auch in 1000 Jahren noch darüber debattieren, was die „richtige“ Lesart eines Nietzsches, eines Marx, eines Freuds und eines Heideggers ist.

Aber davon abgesehen: Was ist denn nun die Schlussfolgerung dieses Herrn Faye? Was will er uns denn jetzt sagen? Dass seine Lesart Heideggers die einzig gültige ist? Dass wir jetzt Heidegger nicht mehr lesen sollen? Dass Heideggers Bücher verboten gehören? Ja, dass wir sie am besten sogar auf dem Scheiterhaufen verbrennen sollten? Ich mein, er sagt es ja nicht so direkt, aber man könnte es sicher herauslesen, wenn man denn wollte.

[via: philobar]

Lüneburg rocks!

Glückwunsch! Flow und Andi haben jetzt auch ein tolles Blog namens twistedtones. Allerdings vornehmlich um ihre Parties zu promoten, zu denen ich leider immer viel zu beschäftigt bin, um hinzugehen. (Wie soll man schließlich auch sonst 4 Blogeinträge pro Tag schaffen). Aber ihre Parties sind verdammt cool (wie man hier sehen kann) und ich WILL DA ENDLICH AUCH MAL HIN! Aber erst wenn diese Spinner mich in ihre Blogroll aufnehmen!

Und nochn paar Handschuhe

… gibt’s für das Entertainment Kombinat GmbH, welche die vermeintlich unabhängige Plattform exorzismus-info.de ins Leben gerufen hat und jetzt versucht prominente Blogger dazu zu bewegen, sich dort mit eigenen Texten zu engagieren. Ganz nebenbei, fast unbemerkt, wird dabei ein neuer Film von Sony-Pictures beworben. Mensch, was für ein Zufall.

Leute, es ist doch einfach so: Ihr wollt Geld verdienen, das ist ok. Macht das. Ihr wollt dazu die Aufmerksamkeit der Blogsphere? Ok, könnt ihr haben, wir alle sind bestechlich. Mit gaaaaaanz viel Geld kann man sicher über alles reden. 😉
Aber, bitte, verkauft uns nicht für blöd. Sonst gibt’s auf die Finger, und zwar mit nem Handschuh, damit man die eigenen nicht schmutzig macht!

Herr Sebas
hat die ganze Story.

[Via: wirres]