Drama

Noch glitzern die Wellen
Die unendlichen Flächen
brechen das Licht
die dunklen, die hellen
die spitzen, die schnellen
ein Funkeln, ein Stechen
dicht an dicht
Die Hügel verdecken
wie Täler beim Lauf,
auf und empor,
noch höher sich strecken
Im Wiegen und Lecken
steigt weiter hinauf
ein ganzes Meer im Chor
Dem Küstenbogen
drohen Gebärden
verzweifelter,
schäumender Wut.
Es rollen die Wogen
jetzt näher am Boden
kämpfen und sterben
Zug um Zug
Gurgelnd reißt
die Gischt ins Blaue
das Graue schreit,
erstarrt zu Weiß
wenn weit sich spreizt
die Perlenklaue
und prasselnd
nach dem Ufer greift
Einsam schluchzend
sammeln Bäche
Reste auf vom Biest,
das aus den Schluchten,
längs der Buchten,
in die Fläche
und die Pfützen fließt.

Fahrkartenkontrolle

Auf ins ferne Weh. Heim
Dort wo ich hin geh,
Eine Frau hat keinen Fahrschein
Für die Welt wie ich sie seh
Landschaft fliegt am Fenster
Es ist heiß und still
Nur das Rauschen macht Gespenster
Und die Frau, die nicht bezahlen will
Ich sitze da und schreibe
Die Tasche drückt am Bein
Schau nach draußen durch die Scheibe
Die Frau fängt an zu schreien
Der Abend malt die Bilder
Mit dunkler Bäume Schein
Die Frau wird wieder wilder
Und ich bin wieder mein
Der Zug hält jetzt Uelzen
2 Stationen vor dem Weh
Sie muss den Zug verlassen
Sie wirkt verlassen wie ich seh
Jetzt fahrn wir weiter durch die Nacht
Und ich bin unterwegs
Gegen die Scheibe hauch ich sacht
„Auf das Du nicht zu lange stehst“
Auf ins ferne Heim. Weh
Mir, ich bin wieder allein
Wie ich durch die Welt geh
Denn ich hab einen Fahrschein

Frühlingsabend in Hamburg

Schlaksig klatscht die kleine Welle
dem Elbkai seine hohe Wand
hinauf bis an die eine Stelle
von altem Schaum besetztem Rand
Der Horizont ist scharf verschweißt
Mit Kränen, die ruhend, fast verwegen
Und nur für den heroischen Verweis
Nach Stille Haupt und Arm erheben
Der ferne Blick voll Sehnsucht schweift
Erklimmt bald weit den Hafen hoch
Der Schiffe Rümpfe und grad streift
Ein paar der schweren Frachten noch
Auf den blauen Himmeln hebt
in klarer, kalter Luft verwoben
die Möwe ihren Blick und schwebt
königlich vom Wind erhoben
In leuchtend gelbe Farbenpracht
Taucht die Sonne hell den Strahl
Und malt auf unseren Wangen sacht
Ein Lächeln, gold und schmal

ANGST

Als ich einst
Das höchste aller Kreaturen war
Ein Heer von Mut
Und eine Energienschar
Machte ich
Und tat was mir gefiel
Doch als die Angst kam
War die Angst da
Und als die Angst kam
War sie da und siegte sie

Eine Liebesgeschichte

Was ein Tag, Sonne und Wind
Bäume rauschen und recht geschwind
Fließt der Fluss das Tal herab
Und mit ihm eine Menschenleiche
Auf dem Bauche treibend,
mit den Armen ausgebreitet
Das Gesicht unter’s Wasser gedrückt
Ein Mädchen von trauriger Schönheit
Ihr Körper nackt, nur mit Algen beschmückt
Was tät sie denken, an diesem schönen Tag
Was würd sie machen im frischen Nass
Planschen, lachen, sich des Lebens erfreuen?
Die Wellen lassen sie schwingen, sie wirkt blass
Ein fauler Ast, sorglos treibend in der Flut
Verhakt sich im weiten Haar der Mädchens
Nun treiben sie zu zweit in Richtung Sonnenglut
Tot und tot gesellt sich gerne
Die Strömung wird bald schneller
Die Strudel sind gefährlich
Zerren und ziehen an den Beinen
Entzweien das tote Paar allmählich
Der Ast war wohl zu leicht
Das Mädchen vielleicht zu schwer
Ihr Weg trennte sich abrupt,
als der Strudel, der die beiden verschluckt
den Ast nur wieder ausspuckt
auf den wilden Wogen nun
treibt der tote Ast alleine
in Richtung Ozean
wird er ankommen?
Keiner kann’s ahnen
Sieht er das Mädchen wieder?
unwahrscheinlich

Der Wind

Manchmal hält man inne
Der Wind ist kalt
Er zwingt einen
Zum weitergehen
Manchmal will man vergessen
Der Wind ist stark
Er verwischt einem
Alle Spuren
Manchmal will man vorwärts
Der Wind ist stärker
Er zwingt einen
In seine Richtung
Manchmal gibt man auf
Der Wind ist da
Man muss sich nur
Von ihm treiben lassen

Das Leid mit der Zeit

Erwartung:

Es tut mir leid
Die Zeit
ist noch nicht gekommen
Gewonnen hat die Zeit die Zeit noch nicht
Die Sicht ist noch verschwommen

Ungeduld:

Ich bin bestürzt euch mitzuteilen
Verweilen tut die Zeit am Hang
Lang sind dort die Meilen
Am steilen Berg geht’s nicht voran

Enttäuschung:

Es tut mir leid
Der Zeit,
noch ehe sie begonnen,
Ist verronnen der Zeit die Zeit
Und weit und breit hat man’s vernommen

Greatest Hits

Hier habe ich eine Auswahl meiner liebsten Texte getroffen, die natürlich ständig erweitert wird. Es sind meist Texte philosophischer Natur, meist meinem eigenen Anspruch der Wald- und Wiesenphilosophie verhaftet. Also nichts halbes und nicht ganzes, nichts ersthaftes und auch nichts ironisches, sondern alles zugleich. Sie sind chronologisch sortiert, im Blogsinn allerdings umgekehrtchronologisch, d.h. von damals nach heute abwärts, so wie das Leben eben.

Ich wünsche viel vergnügen.

Meine Person

Bewegung

here´s looking at you, eros

Turmabbau zu Babel

Eros, ein Verlaufener

Konsumentalität

Rote Küchenfußböden

Der Begriff der Postmoderne

Hidden Voodoo Ende

Der Traum vom Fliegen

Programm und Datum

Die Hand des Pseudopolitikers

Dieses Blog III

Feedbackschleife II

Strategien für das letzte Kapitel

Für personalisierte Inhalte

Über kotzende Journalisten

Hier daussen

moravagine oder dieses Blog VI

Verheimatung

klick

Viabilität und Gewalt

Gästebuch

Hier könnt ihr mir ab sofort gerne offtoppic-Dinge hineinschreiben, die mein Herz erfreuen. Alles andere ist untersagt! Gruß Michi

So da bin ich wieder ,…

Nach fünf Jahren habe ich das Blogsystem und den Provider gewechselt, das alte System fiel einfach zu oft aus und hat mir am Ende meine gesamte Datenbank zerstört. Inklusive Kommentaren. Vielen Dank an Matthias und Rüdiger für die Hilfe, die leider nicht viel genützt hat und ein herzliches Fuck off! an [hier bitte irgendeinen Mega-Provider einsetzen, der zu beschäftigt ist, um sich mit deinen Beleidigungen auseinanderzusetzen]. Nun dann, fangen wir also komplett neu an.

😉

http://www.spreeblick.com/2005/07/12/erfolgreich-bloggen-so-gehts/