Die Geschichte der Digitalisierung in fünf Phasen | ctrl+verlust

Für die Caritas hielt ich letztes Jahr einen Vortrag über Digitalisierung. Ich entschied mich damals, das große und komplexe Thema zu historisieren. Nun habe ich den Vortrag verschriftlicht.

Nimmt man den Buchdruck als Analogie und bettet die bisherigen Überlegungen zur Digitalisierung in den Prozess ein, ergibt sich folgendes Bild: Das alte Mediensystem, unsere Ideen von Öffentlichkeit und gesellschaftlichen Diskurs, die repräsentative Demokratie und vieles mehr wurde in einer Zeit konzipiert, in der nur eine geringe Zahl an Menschen eine geringe Menge an Informationen über eine geringe Distanz verbreiten konnte. Dieses System trifft nun auf überwältigende Mengen weltweit außer Kontrolle geratener Datenströme und auf eine ungekannte Organisationsfähigkeit von Menschen und Informationen. Es ist nur folgerichtig, dass dadurch Machtstrukturen radikal in Frage gestellt werden, ohne dass bereits klar wäre, was sie ersetzen wird. An diesem Punkt sind wir.

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Wikipedia – Das Weltwunder altert

Insofern ist die Krise der Wikipedia ein Sinnbild für die Krise der digitalen Gesellschaft und damit der Gesellschaft im Ganzen. Das Internet hat uns Möglichkeiten der Kommunikation gezeigt, die so frei sind, dass wir uns nicht mehr einigen müssen. Aber wenn wir uns nicht mehr einigen, hören wir auf eine Gesellschaft zu sein. Wir sollten gebannt auf die Entwicklung der Wikipedia schauen. Sie ist nicht nur die Infrastruktur unseres Wissens, sondern auch unsere Zukunft.

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Wikimedia-Salon – Das ABC des Freien Wissens – Wikimedia Deutschland

Ich bin demnächst beim Wikimedia-Salon zu Gast. Kommt alle!
Am 12. März 2019 im ALEX Offener Kanal Berlin, Rudolfstraße 1-8 (Eingang: Ecke Ehrenbergstraße)

Das Netz hat Räume für demokratische Teilhabe geschaffen. Doch was folgt daraus, wenn das Vertrauen in Institutionen der Demokratie zunehmend schwindet? Verstärkt wird auf selbstorganisierte, unabhängige Plattformen wie Wikipedia als Orientierungsgeberin geschaut. Aber was können Communities wirklich leisten, wenn es um die „demokratisierte Wahrheit“ im Netz geht? Wo sind sie besonders gut und sollten gesellschaftlich viel größere Rollen spielen, wo sind sie besonders schlecht? Können Communities unterwande

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„Medienpreis Parlament“ – Jury-Berufung von „Don Alphonso“ in der Kritik

Don Alphonso ist in die Jury des Medienpreises des Bundestags aufgenommen worden und hat sie damit auf Jahre diskreditiert. Nun ist ein Beitrag im DLF darüber erschienen und auch ich sage dazu ein paar Worte.

Seemann: „’Don Alphonso‘ ist definitiv einer, der, vielleicht nicht wörtlich ‚Lügenpresse‘ ruft, aber trotzdem ständig dieses Narrativ bedient, dass die Presse eben lügen würde. Und zwar dann, wenn sie nicht seinen Vorstellungen entspricht.“

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Mit passivem Einkommen zur finanziellen Freiheit | Wissen | SWR2 | SWR.de

Schöne und kritische Sendung über den Internettrend „Passives Einkommen“, bei der ich auch etwas zu sagen durfte.

Das Ziel: Ein Unternehmen aufbauen, bei dem man eine Arbeit nur einmal erledigt, aber mehrmals dafür bezahlt wird – durch passives Einkommen. Glaubt man den Propheten und Missionaren des Passiven Einkommens im Internet, klingt das alles spielerisch einfach und leicht. Zu ihnen gehört der US-Amerikaner Tim Ferris. Sein Buch „Die Vierstundenwoche – mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben“ wurde zum Weltbestseller. Inzwischen haben etliche Bücher die „finanzielle Freiheit“ im Titel, zehntausende Seiten im Internet ve

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Das Internet gleicht London im späten 19. Jahrhundert | Im Gespräch mit Michael Seemann (Otherwise Network) | M i MA

Habe Indre Zetzsche ein Interview zum Otherwise Network und anderen Themen der Digitalisierung gegeben.

Was wir heute im Internet sehen gleicht eher den Metropolen des späten 19. Jahrhunderts wie zum Beispiel London. London ist mit der Industrialisierung wahnsinnig schnell gewachsen und die Strukturen und kulturellen Praktiken konnten nicht mithalten. Es gab noch kein Bewusstsein für Umweltverschmutzung, kein Verbot von Kinderarbeit, kaum organisierte Arbeiterschaften und alle traten sich auf die Füße und gingen sich auf die Nerven. Und ähnlich wie es damals zu Gegenbewegungen gekommen ist, die die Industria

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Wie tribal ist unsere Welt? – WDR 5 Politikum Gespräch – WDR 5 – Audio – Mediathek – WDR

Ich war im Interview bei WDR5 und habe was zu Tribalismus erzählt.

Der Begriff „Tribalismus“ hat Konjunktur. Nicht zuletzt das Netz spalte die Gesellschaft in verfeindete Stämme, so die Analyse. Sie hilft uns politische Debatten besser zu begreifen, meint Kulturwissenschaftler Michael Seemann.

Quelle: Wie tribal ist unsere Welt? – WDR 5 Politikum Gespräch – WDR 5 – Audio – Mediathek – WDR

Lakonisch Elegant – #14 Menschen, die auf Vögel starren – brauchen wir Twitter noch?

Der Rückzug Habecks aus Twitter hat einen enormes Rauschen im Blätterwald ausgelöst, mit dem niemand rechnen konnte. In diesem Podcast wird allerdings eine breitere Perspektive aufgezogen und gefragt, wie wichtig oder unwichtig Twitter und Social Media nun wirklich sind, für die politische Öffentlichkeit. Neben Margarete Stokowski und Schlecky Silberstein durfte auch ich meine Meinung dazu kundtun.

Zu den diversen Empörungsspiralen und der Frage, ob Twitter unsere Kommunikation verändert, sagt Seemann, er glaube, „dass wir auch Mechanismen und Techniken finden werden, unsere Emotionen zu kontrollieren, wenn wir Twitter nutzen oder Social Media“. Seemann spricht von einer „Transitionsphase“, was die Bedeutung von Social Media für den politischen Diskurs betrifft.

Quelle: Lakonisch Elegant – #14 Menschen, die auf Vögel starren – brauchen wir Twitter noch?