mspro kaufen

Ich lebe in einer Gesellschaft, in der die erste Frage, die einem nach dem Kennenlernen gewöhnlich gestellt wird, folgende ist: „Und was machst du so beruflich?“ Das wäre an sich noch kein Problem, wenn nicht auf die Antwort „Blogger“ ganz unvermeidlich die Frage folgte: „Und wie verdient man damit Geld?

Ja, ich verdiene Geld, ja, es reicht zum Leben. Mehr schlecht als recht und eher meistens als immer. Aber es ist das Leben, das ich gewählt habe und es bedeutet auf der anderen Seite die völlige Freiheit. Das, was ich tue, könnte ich so niemals tun, wenn mich egal wer dafür bezahlen würde. Nichtmal an der Uni, auch nicht durch Beratungsaufträge, schwerlich mit Hartz4 und schon gar nicht als Angestellter von Firma X. Das, was ich tue, macht mir Spaß und ich will es genau so tun, nicht anders. Aber wenn ich sage, dass es nicht immer zum Leben reicht, dann schaue ich vor allem Dich an, September. Und ein bisschen auch Dich, Oktober. Manchmal kommt eben nicht so viel rein und ich bin ganz grauenhaft in Sachen Akquise. Etwas verlässlichere Geldquellen wären also prima.

Ich will hier also mal darlegen, womit ich mein Geld verdiene und auch gleich dazuschreiben, womit ich gerne noch Geld verdienen würde. (Oder womit ich gern noch mehr Geld verdienen würde). Und das ist, wie das bei Bloggern so üblich ist, ja meist mehr so ein Mix aus verschiedenen Dingen.

Flattr

Ich verdiene mit Flattr – und das sind die einzigen direkten Einnahmen durch meine Blogs – ca. 60 bis 80 Euro pro Monat. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich für jeden einzelnen Klick! Das ist schließlich nicht nichts und ich freue ich mich auch weiterhin über jede Flattr-Wertschätzung. Dennoch bin ich froh, dass es noch die indirekten Einnahmen gibt. Einnahmen, die irgendwie auf meine Tätigkeiten auf meinen Blogs zurückzuführen sind, aber eben indirekt.

Schreiben

Eine Zeitlang klappte es prima für alle möglichen Medien zu schreiben. Vor allem letztes Jahr zur großen StreetView-Aufregung und über Wikileaks hatte ich gut zu tun. Das ist nicht vollends eingeschlafen, aber durchaus weniger geworden. Vor allem ist es nicht regelmäßig und sehr unberechenbar.

Und doch ist Für-Geld-Schreiben weiterhin ein wichtiger Pfeiler meiner Finanzierung und der will ausgebaut werden. Ich bin also auch weiterhin offen für alle möglichen Anfragen, für gutes Geld Texte zu schreiben.

Plattform für Artikel

Für die „erwachsenen“ Medien will ich ja nicht nur wegen des Geldes schreiben, sondern auch, weil ich hier und da eine größere Plattform brauche. Hin und wieder habe ich nämlich eine Idee für einen Text von allgemein interessantem Rang, die ich gerne unter die Leute bringen würde. Unter mehr Leute, als ich mit meinen Blogs erreiche. Das passiert mir nur so alle ein bis zwei Monate, aber es kommt vor. Oftmals liege ich dann auch richtig mit meiner Einschätzung und erziele mit meinen Thesen eine breite Diskussion.

Leider gelingt es mir in letzter Zeit oft nicht, solche Artikel unterzubringen. Mein Artikel über das politische Denken der Piraten zum Beispiel fand auch nach 3 Anläufen keinen Abnehmer, war aber einer der erfolgreichsten Artikel auf meinem Blog und hat eine nachhaltige Debatte ausgelöst. Es ist nicht das einzige Beispiel.

Kurz: ich bräuchte sowas wie eine „befreundete“ publizistische Plattform. Ein Medium, wo ich einen kurzen Draht zu jemandem Wohlgesonnenen habe, der zudem mit dem entsprechenden Sachverstand ausgerüstet ist und dem ich hin und wieder einen Vorschlag für einen Artikel schicken kann. Jetzt sagen gleich wieder einige „Fragen kannst du doch immer!„, aber darum geht es nicht. Ich hätte gern ein gewisses Vertrauensverhältnis, etwas Loyalität und auch den Mut meine nicht immer populären Ideen dennoch zu publizieren. Beim Medium selbst sollte schon eine gewisse Reichweite zur Verfügung stehen und ein fairer dreistelliger Betrag wäre auch schön. Eine weitere Bedingung wäre noch, dass, wenn der Text in Print oder sonstwo rausgeht, er zumindest auch online zur Verfügung stehen sollte (alles was nicht verlinkbar ist, ist der Diskussion irgendwie entzogen.) Wenn es dazu Anbahnungsinteresse gibt, bitte melden!

Kolumne

Bleiben wir noch kurz beim Schreiben. Ich habe hin und wieder eine Kolumne für Deutschlandradio.Wissen geschrieben und eingesprochen. 1500 Zeichen, zwei Minuten Audio. Ich fand das toll. Ich will sowas gerne regelmäßig machen. Gern für das Radio, oder Print, oder Online oder alles. Ideal wäre zum Thema Netzpolitik 1000 bis 1500 Zeichen, einmal die Woche. Wer mich als regelmäßigen Kolumnisten haben will, bitte melden.

Veranstaltungen

Wie der eine oder andere vielleicht mitbekommt, sitze ich häufig auf Podien oder halte Vorträge oder ähnliches. Das mache ich gerne und das bringt auch oft gutes Geld rein. Ich musste aber auch schon einiges absagen, weil ich es mir nur noch in wirklichen Ausnahmefällen erlauben kann, ohne Honorar aufzutreten. Das tue ich eigentlich nur noch dann, wenn ich zu denen Spreche, von denen ich selbst profitiere. Das heißt: vor der Community. Für Bildungseinrichtungen (z.B. Universitäten) bin ich grundsätzlich günstiger zu haben. Für Anfragen in dieser Richtung bin ich immer offen.

Ich halte Vorträge natürlich zu meinen Themen: Kontrollverlust, Queryology, Privatheit, Öffentlichkeit/Post-Privacy, politische Bewegungen im Netz, Transparenz, Plattformneutralität, Technikdeterminismus, Weltrevolution, Netzpolitik, etc. Ebenso bin ich natürlich auch für Pannels/Podien buchbar. Ich habe mir in dieser Hinsicht nur eine Einschränkung aufgelegt: ich lehne Pannels ab, wenn sie größer als zwei plus Moderator sind und keine Frau dabei ist. Beziehungsweise ich versuche dann ganz konstruktiv eine Frau vorzuschlagen. In reinen Herrenrunden diskutiert es sich blöd.

Unternehmen

Ich bin übrigens auch für Unternehmen buchbar. Wie mir zugetragen wurde, hat mein Begriff vom „Kontrollverlust“ in der Diskussion um Unternehmenskommunikation im Internet eine gewisse Karriere hingelegt. Wenn man sich das als Unternehmen also mal nicht von einem Social Media Berater erklären lassen will, stattdessen genauer wissen will, wo der Begriff herkommt und was ich darunter verstehe, kann mich natürlich auch einladen.

Projekte und sonstiges

Ich war jetzt in ein paar künstlerische Projekte eingebunden, bei denen ich textlich und konzeptionell was beigesteuert habe. Das ergab zumindest bei dem einen Projekt ein kleines aber regelmäßiges Einkommen, was ich grundsätzlich begrüße. Ich bin eigentlich schnell für sowas zu begeistern aber da Projekte leider immer gleich unkalkulierbar viel Zeit in Anspruch nehmen, bin ich natürlich auch wählerisch. Aber fragen kann man natürlich immer.

Twitterlesung

Auch wenn es auf Twitkrit in letzter Zeit etwas still geworden ist, machen wir ab und an immer noch Twitterlesungen. Manchmal auch für Geld. Und manchmal bin ich auch dabei. Bei Interesse am Besten Mail an kritiker at twitkrit.de schicken.

Geld

Ich bin immer noch dabei herauszufinden, wie viel Geld man für welche Dinge nehmen kann. Die Unterschiede, was da als angemessen angesehen wird, differieren extrem, weswegen ich hier keine Preise an die einzelnen Dienstleistungen geschrieben habe. Die Umstände sind ja fast immer speziell und den Rest muss man eben aushandeln.

Kontakt

Wer also irgendwas hier interessant findet oder eine ganz andere Idee hat, wie er mich mit Ruhm, Geld und Reichweite versorgen kann, schreibe mich an. Hier ist mein Impressum, mein Twitter-Account, mein Facebookprofil, hier mein Googleprofil. Danke für die Aufmerksamkeit.

11 Gedanken zu „mspro kaufen

  1. Ein uns beiden wohlbekannter Datenschutzaktivist hat eine klare Regel was Vorträge angeht: unter 300 Euro macht er keine. Dazu gibts natürlich immer Ausnahmen. CCC-Congress zum Beispiel. Oder für die eigene Organisation, innerhalb der „Bewegung“, etc. Barcamps wahrscheinlich auch. Aber er geht nicht mehr auf Einladung irgendwohin, ohne Geld zu bekommen. Schon gar nicht für einen Preis unter diesen 300, weil er sonst dauerhaft seine Preise kaputt macht, die er ja durchaus zum Leben benötigt.

    Ansonsten: Schreib endlich ein Buch 😉 wenn schon nicht fürs Geld, dann für die formale Reputation 🙂

  2. Na siehst du, aus der letzten Geld-Nummer hast du doch gut gelernt.
    Viel Erfolg!

  3. Kennst Du „newsgrape“? Die sind relativ neu dabei und haben vor kurzem ein Monetarisierungssystem eingeführt. Hinsichtlich Reichweite evtl. interessant.

  4. Ich glaube, ein Buch würde wirklich helfen, ja.

    Menschen brauchen nunmal was zum dran festhalten um selber denken zu können „ja, der taugt wirklich was und ist nicht nur son verwirrter Blogger…“ und vor allem viiiel wichtiger: um es demjenigen in ihrer Organisation, der am Ende die Entscheidung zu Deiner Buchung (und Deinem Honorar!) trifft, besser verkaufen zu können.

  5. Pingback: Too much information - Papierkorb - Nachtgeschichten

  6. es ist ja ganz interessantes Zeug dabei, was du so ins Netz wirfst, aber ich habe mir gerade mal einen der Radiobeiträge beim „Netzreporter“ angehört und

    Alter, das __klingt__ nicht mehr schön.

  7. Ich habe ähnlich wie du einige Jahre mein Geld verdient. Ich konnte ganz gut davon leben, bin viel rumgekommen in der Welt. Vor 2 Jahren habe ich mich dennoch dazu entschlossen, wieder einer regelmäßigen Erwerbsarbeit nachzugehen. Der Grund ist schlichtweg die Altersversorgung, die bei selbständiger Tätigkeit wegfällt. Du musst also nicht nur genug Geld für den Moment haben sondern auch für das berühmte „später“. Außerdem konnte ich mir die Krankenversicherung nicht leisten. Für den Moment ging es mir vorher besser aber langfristig brauchte ich eine sichere Einnahmequelle jenseits meiner Honorartätigkeiten.

  8. „ich lehne Pannels ab, wenn sie größer als zwei plus Moderator sind und keine Frau dabei ist.“

    Also dürfen da nur maximal 3 Leute sitzen, von denen eigentlich einer nicht viel Sprechrolle hat, sondern nur moderiert und zusammenfasst. Also quasi effektiv ein Zwiegespräch?

    Klingt ja jetzt eher nach „Unter den Linden“, „Das Gespräch“ usw., als nach wirklicher Diskussion. Und nach viel Einschränkung, wenn einer der Beteiligten dann auch noch Brüste haben muss. 🙂

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