Weltjugendkotze

Wenn man als links-liberaler Hobbyzyniker wie ich, all diese Geschichten vom Weltjugendtag hört, von jungen Menschen mit all ihrer fröhlichen Ausgelassenheit oder diese Bilder sieht, mit all ihrer keuschen Frömmigkeit, dann bildet sich unwillkürlich ein eklig grüner Schleimklops im Rachen, den man diesen tanzenden und singenden Schafen sogleich auf die schneeweiße Wolle kotzen möchte.

Aber „Nein!“, ist der nächste Gedanke. „Was bewegt mich eigentlich so zu denken?“ Schließlich sind sie doch die Glücklichen. Sie sind es, die so etwas wie Erfüllung verspüren in ihrer Spiritualität. Sie sind es, die gläubig und selig sind und nicht wie ich, der ich in dem dumpfen, dunklen Sumpf des Zynismus mein Leben fristen muss, weil ich unfähig bin zu glauben. Sie können es. Ich kann nur stänkern. Dann bin ich der Unhold, der Grummel Griesgram im Regenbogenland. Sie machen es richtig, ich mach es falsch. Was bilde ich mir eigentlich ein, mir ein Urteil über sie zu erlauben. Ich bin doch nur Eifersüchtig. Neiderfüllt schaue ich auf ihre Liebe, die ich unfähig bin zu teilen. Sie machen mich nur auf mein eigenes Defizit aufmerksam, dabei wünsche ich mir doch nichts sehnlicher, als so wie sie ein Teil zu werden von einem größeren Ganzen, aufzugehen in einer Liebe, die mich selbst weit übersteigt, die mir freilich noch fremd ist, bei der ich mir aber sicher bin, dass sie mich durchdringen wird, mich annehmen wird, so wie ich bin und die mir Hoffnung geben wird und …

*SPUCK* – hehehehe