Eigentumpopeigentum – oder warum Heveling recht hat


Bild: Tillmann Allmer
Gestern hatte ich mit Max bei Wir müssen reden mal wieder eine etwas heftigere Diskussion. Es ging um Eigentum, geistiges wie das an Dingen. Ich habe die These vertreten, dass nicht nur das geistige Eigentum in der Krise ist, sondern auch das herkömmliche immer mehr an Bedeutung verliert. Max widerspricht mir in beiden Punkten. Ich fürchte auch, dass ich meinen Punkt nicht ganz klar machen konnte, bzw. ich merke, dass der Gedankengang doch gar nicht so trivial ist und eine gewisse Herleitung braucht. Jedenfalls dort, wo ich von einem Bedeutungsverlust von normalen Eigentum rede. Deswegen hier nochmal ein Erklärungsversuch. (Geistiges Eigentum / Urheberrecht lass ich hier mal absichtlich außen vor.)

Zunächst ein paar obligatorische dontgetmewrong-Worte: Natürlich gibt es Eigentum. Mehr und vielfältiger und umfassender denn je. Eigentum ist die Grundlage des Kapitalismus und diese Grundlage ist mächtiger und dominanter als je zuvor. Nie war Eigentum rentabler, nie war Eigentum entscheidender für die eigene ökonomische Situation. Das alles will ich gar nicht bestreiten, im Gegenteil – ich komme darauf zurück.

Ich will aber kurz den Blick weg von den durchaus wichtigen Macht- und Verteilungsfragen auf den rein funktionalen Aspekt von Eigentum lenken. Eigentum ist vor allem ein Prinzip, mit dem wir Ressourcen verteilen. Eigentum ist ein Rechtstitel. Im Gegensatz zum Besitz, der nur anzeigt, wer gerade über eine Sache verfügt, ist das Eigentum einklagbar. Mit anderen Worten, um Eigentum auf einem System zum laufen zu bringen, braucht es erstmal einen Staat mit Gewaltmonopol und eine Justiz. (Diese Vorgänge werden sehr gut und anschaulich beschrieben in „Eigentum, Zins Geld“ von Gunnar Heinsohn und Otto Steiger.) Es grenzt sich deswegen vor allem gegen das feudale Distributions-Prinzip (Gewalt und Erbfolge) ab, wo man eben das Land besaß, dass man verteidigen konnte. Und Ansgar Heveling hat nicht völlig Unrecht, wenn er im Eigentum die Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft sieht.

Wichtig ist: Eigentum hat also eine funktionale Dimension und somit eine Aufgabe in der Gesellschaft. Eigentum ist die grundlegendste Basis auf der wir klären, wer etwas nutzen darf, also wie wir vorhandene Ressourcen verteilen. Es ist – wie ich finde – auch ein besseres System als der Feudalismus, der diese Fragen mit Kriegen und Erbfolgen regelte. Doch: ist es auch heute noch gut genug?

Vorestern wurde ich von einem Journalisten des Bayerischen Rundfunks interviewt (Sendung kommt wohl nächste Woche) und zwar über „mein Leben in der Cloud“. Ich hatte mal einen Artikel über mein digitales Nomadentum geschrieben, weswegen er auf mich kam. Mein Leben kann man mit einiger Berechtigung als „Postmateriell“ bezeichnen. Ich besitze sehr wenig Gegenstände und das auch freiwillig und bewusst. Nicht weil ich so ein konsumkritischer Geist wäre (absolut nicht), sondern weil sich Eigentum nicht besonders gut anfühlt. All die Dinge, die ich besitze, fesseln mich an einen Ort, machen mich weniger flexibel, schränken mich in meiner Bewegungsfreiheit ein. Jedenfalls gefühlt und fühlen tu ich das immer, wenn ich meine materielle Welt mit der im Netz vergleiche.

Wenn ich es radikal durchdenke, brauche ich einen Rechner, ein Smartphone und ein Platz zum schlafen. Der Rest ist in der Cloud. All meine Informationen, meine Musik, meine Bücher, meine Freunde, meine Lebensstil, meine Identität. Identität – das ist sicher ein wesentlicher Punkt – hat sich immer gerne an Einrichtungs- und sonstigen Gegenständen festgemacht. Das tue ich nicht mehr. Ich wohne in einer 30qm-Bude und wenn ich Leute empfange, dann in meinem Lieblingscafe um die Ecke. Identität geht im Internet viel besser.

Jetzt schreien wieder einige, ich wolle meinen Lebensstil als Grundlage der Gesellschaft festlegen. Nein, ich weiß, dass ich da gewisser Maßen einen Radikalentwurf lebe. Ganz und gar nicht besonders ist aber, dass ich beispielsweise zur Miete wohne. Das geht den meisten Menschen so, jedenfalls in Deutschland. Klar. Es gibt nach wie vor diesen bürgerlichen Traum von „was eigenes“, aber ich habe den Eindruck, dass sich immer mehr Menschen mit dem „zur Miete wohnen“ nicht nur arrangieren, sondern dessen Vorteile nicht mehr missen wollen. In Spanien sind die Jugendlichen unter anderem deswegen so frustriert, weil die Jugendarbeitslosigkeit für sie gleichzeitig bedeutet, dass sie nicht von zuhause ausziehen können. Es gibt dort nämlich fast gar keinen Mietmarkt, sondern nur Eigentum. Und ohne Arbeit keinen Kredit, ohne Kredit keine Eigentumswohnung, ohne Eigentumswohnung streckt man die Füße halt unter Mamas Tisch.

Bei genauerer Betrachtung stellt sich also heraus, dass der Mietmarkt viel schneller und flexibler auf individuelle Bedürfnisse reagieren kann, als der Eigentumswohnungsmarkt. Der Mietmarkt ist die effizientere Strategie, die Ressourcen (vorhandener Wohnraum) schnell und passgenau den Bedürfnissen der Individuen zuzuführen. Denn die sind immer schnelllebiger und mobiler und wechseln heute schnell man die Lebensituation, den lebensentwurf, den Job, den Partner, die Sexuelle Identität, whatsoever. Manche finden das schlimm, ich nenne das Freiheit. Die Menschen sind freier in ihrer Lebensgestaltung und in ihren Lebensentwürfen, wenn es einen Mietmarkt gibt.

Bereits um die Jahrtausendwende hat Jeremy Rfikin ein wichtiges Buch geschrieben: Access. Er macht darin die Beobachtung, dass sich in unserem everydaylife das Eigentum nach und nach verabschiedet und durch Miet- und Zugangsbezahlmodelle ersetzt wird. Das heißt, es geht immer weniger darum, Eigentum zu kaufen und zu verkaufen, sondern darum, Zugang zu Ressourcen zu vermieten – Access eben. Er beizieht das natürlich auf das gerade heranrollende Internet und damit auf den Zugang zu Informationen. Lizenzmodelle bei kulturellen Gütern, aber auch all die anderen Märkte, die von Eigentumsbasierten Verteilungsformen zu zugangsorientierten Verteilungsformen wandeln, sind sein Thema.

Er sieht diese Entwicklung zunächst erstmal recht kritisch, zeigt die Gefahren auf, leider kaum die Vorteile. (Die da zb. wären, dass es enorm viel mehr Menschen ermöglicht, an Kultur und Wissen zu partizipieren) Und leider analysiert er diese Verschiebung so gut wie gar nicht. Rifkin hat eine wichtige Beobachtung gemacht, er hat sie aber nicht verstanden. Denn dass zugangsorientierte Verteilung immer weiter um sich greift, ist nicht Zufall, sondern hat seinen Grund.

Dadurch, dass wir immer bessere Kommunikationsmedien haben, sinken die Transaktionskosten für die Ressourcenverteilung. Eigentum ist in Sachen Transkationskosten immer schon ein effizientes Modell gewesen. Man legt es einmal fest und dann bleibt es in dem Zustand, es sei denn man verkauft es weiter. Eine Sache zu mieten ist sehr viel komplizierter. Dadurch, dass das Verhältnis von vornherein befristet ist, gibt keine Sicherheit, wer die Sache verwenden kann. Auch, dass zwei Parteien nun gleichzeitig Rechte an einer Sache haben, verkompliziert alles. Rechte und Pflichten müssen bilateral ausgehandelt werden. Wenn ein Mieter abspringt, muss ein neuer gefunden werden und die Aushandlungsprozesse beginnen von neuem, etc.

Sprich: in vielen Bereichen lohnt sich das Mietmodell nicht besonders gut. Bei Wohneigentum hatten wir eine recht frühe Entwicklung hin zum Mietmarkt. Natürlich vor allem, weil Wohnraum so grundlegend ist und das Mietenmodell schnell rentabel werden kann. Aber auch dadurch, dass durch das Mietrecht viel vereinfacht wurde, und sich Standardmietverträge durchsetzen konnten. Außerdem haben sich die Zwischenhändler wie Makler und Wohnungsgesellschaften etabliert, an die man die Transaktionskosten outsourcen konnte. Und wir sind hier nicht am Ende: gerade sehen wir, wie sich der Mietmarkt weiter liberalisiert – und zwar durch das Internet. Hotelartige Mietmodelle werden auf einmal für jeden möglich über Plattformen wie 9Flats und airbnb und Couchsurfingcommunities. Sie alle reduzieren die Transaktionskosten für die gegenseitige Vermittlung und Aushandlung von Wohnraumverteilung, so dass immer volatilere Mietmodelle rausspringen.

Das Internet und die begleitenden Technologien sind gerade auch dabei einen anderen Markt zu einem Mietmarkt umzugestalten. Ein Auto war immer etwas, was man selbst besaß. In den Städten können wir aber sehen, dass immer mehr Carsharing-Dienste auftauchen. Mietautos gibt es ja schon länger, aber die hat man nicht für eine Stunde ausleihen können. Das hätte sich nicht gelohnt, weder für den Mieter, der auf gut Glück zum Vermieter kommen muss, noch für den Vermieter, der jedesmal viel Verwaltungs- und Kontrollkram abwickeln muss, wenn ein Auto rein oder raus geht. Durch das Internet kann ich nun aber sofort erfahren, welcher Wagen frei ist und wo er steht. Ein Klick und ich hab ihn gebucht – für ein, zwei Stunden. Der Vermieter sieht immer wer gerade welchen Wagen wo fährt, automatisch. Durch die Reduzierung der Transaktionskosten im Internet werden solche Modelle immer attraktiver. Und irgendjemand hat mal ausgerechnet, dass wir mit effizienten Carsharingmodellen die Innenstädte von 80% des herumstehenden Blechs befreien könnten, ohne dass jemand Mobilitätseinbußen hinnehmen müsste.

Wir sehen also, dass in unserem Leben das Ressourcen-Verteilungsmodell über Eigentum immer mehr an – zumindest funktionaler – Bedeutung verliert und dass das seine guten Gründe hat. Wir können Bedürfnisse und Ressourcen durch Zugangsmodelle und mithilfe der Kommunikationstechnologie viel feingranularer und schneller aufeinander abstimmen und auf Bedürfnisse gezielter reagieren. Und ich finde das etwas gutes und ich möchte das nicht mehr missen. Ich finde, das ist die Zukunft, die wir anstreben sollten, aus ökologischen Gründen ebenso, wie aus freiheitlichen.

Nun müssen wir aber einräumen, dass unterhalb dieser Oberfläche auf der wir so wunderbar eigentumslos dahingleiten, es nach wie vor diesen Eigentumslayer noch gibt. Nur weil wir damit nicht in Berührung kommen (Ich weiß nicht, wem das Haus gehört, in dem ich wohne und es interessiert mich auch nicht), heißt es nicht, dass da kein Eigentum am Werkt ist. Im Gegenteil. Den Eigentümern geht es bei dieser Entwicklung ganz und gar prima, denn sie bekommen fast die gesamte Rendite, von diesen Effizienzsteigerungen. Überall wo durch technologischen Produktivitätsgewinn ein Arbeitsplatz eingespart wird, freut sich der Kapitalist, denn es ist seine Rendite. Und das beste: er muss dafür keinen Finger krumm machen!

Nehmen wir den Hauseigentümer. Früher kümmerte es sich noch selbst um seine Mieter, suchte sie aus, sorgte für ihre Zufriedenheit und kümmerte sich um das Haus. All das hat er jetzt in den Wohnungsverwaltungslayer ausgelagert. Er muss sich um nichts kümmern. So wenig wie ich ihn kenne, kennt er mich. Mit anderen Worten, er ist von allen Pflichten eines Eigentümers befreit, kassiert nur noch die Rendite. Und wenn die Wohnungsgesellschaft durch wohnungsvermittelnde Internetportale effizienter Mieter findet, dann ist er es, der diesen Produktivitätsgewinn einstreicht. Ohne, dass er sich überhaupt um irgendetwas nur noch kümmern müsste. Oder andersherum gesagt: er hat für die gesamte Verteilungsfunktionalität des Systems keinen Nutzen mehr, sondern fällt ihm nur – und zwar erheblich – auf die Tasche.

Der Eigentümer ist in dieser schönen neuen Welt der nutzlose Parasit. Er hat sich längst von jeglicher Aufgabe befreit, er spielt in dem System keine Rolle mehr. Aber er ist es, der am meisten von ihm profitiert. Und wenn man sich also das System und wo es hinführt auf diese Weise anschaut, dann kommt das System Eigentum also in erhebliche Legitimationsnot. Und ich bin sogar der Überzeugung, dass viele der Turbulenzen an den Finanzmärkten mit genau dieser Entwicklung zu tun haben. Dass eine kleine Klasse von wenigen Besitzenden aber nicht produktiven Menschen gibt, die Produktivitätsrenditen einseitig absaugen – dahin wo sie nutzlos sind – und so Ressourcen blockieren.

Die einzig verbleibende Funktion von privatem Eigentum ist die Investition. Und die funktioniert immer schlechter und führt zu enormen Ungleichgewichten.

Ich glaube also, dass wir Eigentum funktional in Zukunft nicht mehr brauchen. Es war mal eine effiziente und sogar emanzipative (verglichen mit dem vorher vorherrschenden Feudalismus) Ressourcenverteilungsstrategie, aber sie ist ganz offensichtlich überholt. Alles, wozu Eigentum gut ist wird mehr und mehr auf einem neuen Abstraktionslayer besser und effizienter abgebildet. Und so wie die Gesellschaft damals die immer mehr nur noch zu last fallenden Feudalherren loswerden musste, wird es dereinst unsere Aufgabe sein, die Eigentümer loszuwerden. Ansgar Heveling ist einer, der das begriffen hat – zumindest ahnt er es. Und er hat Angst. Zu recht.


52 Gedanken zu “Eigentumpopeigentum – oder warum Heveling recht hat

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  2. Interessante Gedankengänge. Höhere Flexibilität und Freiheit durch verstärktes Mieten.

    Frage: wenn alle nur noch mieten und es keine Eigentümer mehr gibt, wer hat dann ein Interesse daran, z.B. ein neues Haus zu bauen bzw. in Stand zu halten? Die Mieter selber? Instandhaltung vielleicht noch ok (wenn auch schwierig). Aber für den Neubau, den es sicher immer geben muss, ist ein Mindestmaß an Kapital erforderlich, das jemand (auch wenn es eine Gemeinschaft sein mag) aufbringen und investieren muss. Investiere werde ich nur, wenn ich auch eine Rendite bekomme. Eine Idee hierzu kann ich in dem Ansatz nicht erkennen. Und mir fällt spontan auch keine ein.

    Insofern sehe ich auch nicht, dass auf Eigentum verzichtet werden kann. Die Eingangsaussage, dass ich den Gedankengang interessiert finde, meine ich jedoch idT ironiefrei.

  3. ich räume ja auch ein, dass privateigentum als investitionskapital noch wichtig ist. aber auch reformbedürftig. eine lösung hab ich da auch nicht. wahrscheinlich kommt es da dann einfach auf eine radikalere umverteilung an. privateigentum als investitionsmasse für alle, die aber auch wieder umverteilt wird. oder so.

  4. @creeky78 die situation haben wir ja heute schon. Eben weil es die große Kluft gibt zwischen dem Nutzer und dem Investor wird halt billig und auf „gut Glück“ das gebaut, was halt so ein 0815 Architekt und eine Investitionsexceltabelle hergeben. Und weil diese Ressourcen nicht unendlich sind, sondern quasi Oligopolisch (eben weil sich das zu investierende Geld in Händen weniger befindet, gibt es auch kaum alternativen. Und deswegen sind die Gesichtslosen Neubauten (egal ob fürs Wohnen, fürs Einkaufen oder fürs Arbeiten) und erst recht die todsanierten Altbauten in unseren Städten die Regel.

    @mspro schöner Text, aber der letzte Dreh fehl: Es sind nämlich auch die Transaktionskosten für die Verwaltung gemeinsamen Besitzen viel niedriger geworden – nur gibt es zu wenig davon, weil gemeinsamer Besitz seit langem von Kapitalgesellschaften aufgestaubtsaugt wurde. Und deswegen sollte es Dich interessieren, wem Dein Haus, Dein Kiez, Deine Stadt gehört.

  5. @seb Yo, aber wo sind die Alternativen? Die sehe ich eben auch nicht. Zumindest nicht außerhalb des Kapitalismus. Lasse mich da aber auch gerne anderweitig überzeugen. Allerdings: Gemeinsames Eigentum ist auch und gerade innerhalb des Kapitalismus möglich. Siehe z.B. Car Sharing, das ja nichts anderes darstellt. Und eine Aussage, dass gemeinsames Eigentum von Kapitalgesellschaften aufgestaubsaugt wurde, trifft nur die eine Seite. Wenn Kapitalgesellschaften kaufen, muss es auch einen Verkäufer geben.

    Genauso kann sich aber auch eine Gemeinschaft zusammen finden und ein Gebäude oder whatever für die gemeinsame Nutzung erwerben. Ist aber weiterhin Eigentum. Wat auch sonst? Wobei auch die Eigennutzung eine Form von Rendite darstellt.

    Bin als weiter gespannt, wie eine Alternative aussehen könnte. Werde aber auch selber noch ein wenig weiter nachdenken.

  6. „The last great transglobal trade empire, run from the arcologies of Hong Kong, has collapsed along with capitalism, rendered obsolete by a bunch of superior deterministic resource allocation algorithms collectively known as Economics 2.0.“ / „Deep in the hot thinking depths of the solar system, vast new intellects come up with a new theory of wealth that optimizes resource allocation better than the previously pervasive Free Market 1.0. With no local minima to hamper them, and no need to spawn and reap start-ups Darwin-style, the companies, group minds, and organizations that adopt the so-called Accelerated Salesman Infrastructure of Economics 2.0 trade optimally with each other.“ / „These value-transfer systems are more efficient – hence wealthier – than Economics 1.0, but true participation in Economics 2.0 is not possible without dehumanizing cognitive surgery.“ / „Economics 2.0 apparently replaces the single-indirection layer of conventional money, and the multiple-indirection mappings of options trades, with some kind of insanely baroque object-relational framework based on the parameterized desires and subjective experiential values of the players“ ( http://www.antipope.org/charlie/blog-static/fiction/accelerando/accelerando.html )

  7. @creeky78 jo, wir sind alle teil des problems. fragt doch mal deine xyz-versicherung, deine bank, dein wo auch immer du teile deines geldes hinbewegst in der hoffnung, es möge sich in zukunft vermehrt zu dir zurück bewegen – all dieser kram bezahlt die menschen und organisatione, die staubsagen und mit einem riesenstück vom kuchen im mund krümel zurückgeben. weil – sie haben ja das risiko. (das in wirklichkeit wir haben, siehe thema „vergesellschaftung von verlusten, privatsierung von gewinnen“. und alle spielen mit – weil es ja das versprechen gibt, jeder einzelne könnte (einer der wenigen) werden, der auch dran profitiert.

    und schwupps: sind wir wieder beim thema eigentum. und miete. wer nämlich seine miete nicht bezahlt, fliegt raus. und zwar ganz schnell. und weil gemeinschaftliches handeln zeit kostet, ist es eben einfacher, erstmal sein eigenes dach über dem kopf zu sichern. usw usf

    Lösung? Keine Ahnung. Wir könnten ja schon mal anfangen. Nur wie? und wann?

  8. @creeky78 „ist aber weiterhin eigentum“ – ja, und dann auch noch eines, dass auf jahrzehnte (vermutlich) der Bank gehört. Nicht unbedingt die beste Situation, um mal was ganz anderes auszuprobieren.

  9. Ha, du brauchst noch mehr außer Computers, Smartphone und Schlafplatz, nämlich Essen und Klamotten!
    Aber guter Text, ich glaube, dass das stimmt, Eigentum verliert an emanzipativer Bedeutung und wird von Zugang zu Nutzungsmöglichkeiten ersetzt. Und die gesunkenen Transaktionskosten sind ein Schlüsselpunkt dabei.
    Zu der alten Frage „Wer kümmert sich um das Funktionieren der Dinge und der Infrastruktur wenn es kein Privateigentum gibt“ – dazu gibt es ja längst ökonomische Analysen in Richtung auf Commons, also die Frage, wie Gemeingüter funktionieren. Elinor Ostrom forscht dazu, zum Beispiel.
    http://antjeschrupp.com/2010/06/26/elinor-ostrom-es-gibt-keine-allheilmittel/ Dass Gemeineigentum nicht funktionieren würde, ist inzwischen überholt, man müsste sich eben nur genauer darüber Gedanken machen, wie es funktioniert und was es dazu braucht.
    Die andere Seite ist, dass man für alle einen Zugang dazu gewährleisten muss, und da wäre die nahe liegende Antwort ein Grundeinkommen.

  10. Die Funktionsweise von Eigentum wurde im Artikel schön herausgearbeitet, inklusive der Veränderung der Ressourcenverteilung durch moderne Kommunikationsmittel.

    Was ich jedoch nicht verstehe, weil @mspro da nicht darauf eingeht obwohl es meiner Meinung nach elementar ist, ist die Frage wer denn alternativ das Eigentum besitzen soll?

    Ich meine, natürlich hat ein Immobilienbesitzer selbst kaum eine Funktion, kaum keine Aufgabe mehr, wenn er erst einen Verwalter eingesetzt hat. Denn solange dieser seine Arbeit tätigt läuft das „Geschäft“ ohne den „Besitzer“. Aber was wenn nicht? Und wer stellt den Verwalter anfangs ein? Selbst wenn man die ursprüngliche Investition nicht beachtet gibt es Aufgaben eines „Eigentumsbesitzers“!!

    Soll „der Staat“ dieses abstrakte Geschöpf diese Aufgaben wahrnehmen? Quasi ein Kommunismus 2.0 der aufgrund der modernen Kommunikationsmitteln und Algorithmen auf wundersame Weise funktionieren soll?

  11. wahrscheinlich lehn ich mich da auch zu weit aus dem fenster. mach ich ja aber gerne mal. 🙂

    fest steht, und darum geht es, dass einen strukturwandel und einen bedeutungsverlust des eigentums gibt. lösungen, wie wir verartwortlichkeit regeln und investitionsmärkte organisieren und wer was besitzen soll, hab ich auch nicht. vielleicht haben antje und andere recht und die commons/kommunistische systeme sind die antwort. vielleicht einfach staatsbesitz, oder genossenschaften, etc. ehrlich, ich weiß es nicht. so richtig hat mich noch nichts überzeugt.

  12. Ach, ach, ach. Wie erklär ich das nur.
    Eigentum ist ein Anspruch auf verschiedenes, insbesondere Besitz (genaugenommen der volle Herrschaftsanspruch über die Sache). Deswegen hast Du recht, wenn es eine Rechtsordnung braucht, um Eigentum überhaupt erst Realität werden zu lassen, weil der Anspruch durchsetzbar sein muss.
    Das heisst aber noch lange nicht, was das für eine Art von Rechtsordnung sein muss, und auch noch lange nicht, wer Berechtigter ist: in einer frühen Klassengesellschaft haben die Sklaven kein Eigentum und die „herrschende Klasse“ braucht sich nur darauf zu verständigen, wie sie ihre Macht durchsetzt, und nennt das dann „Recht“, obwohl es „Macht “ ist. Hier fällt also auf, dass Eigentum keineswegs Recht braucht. Eigentum braucht Herrschaft.
    Noch wichtiger ist, dass vom Eigentum die NUTZUNG zu trennen ist. Im Gedanken vom Eigentum ist implizit schon der Gedanke enthalten, dass der Besitzer nicht unberechtigt sein könnte, sondern berechtigt, und dass Eigentum und Nutzung (aufgrund) Besitzes auseinanderfallen können. Das ist das Prinzip bei Miete, Leihe, Pacht. Jeder Vermieter macht „Sharing“ seines Hauses, das ist keine neue Erfindung der Internetzeit oder von flink.
    Und daher ist die Diskussion um Sharing auch eine auf der Ebene von Nutzung und nichts neues. Du nennst das oben wohl „funktional“, dann bist Du aber auf der Ebene von Nutzung und Besitz und eben NICHT von Eigentum.

    Und diese Diskussion ist eine ganz andere Ebene als die des Eigentumes, wo es zB auch um die Haftung für Gefahren geht, um die Aufwendungen zum Erhalt. Und um die Frage des Entstehens einer Sache, weil es nur ein Teil des Problems ist, dass eine Sache geteilt wird, während der andere Teil ist, wer die Ressourcen dafür aufbringt, dass sie entsteht.

    Letzte Anmerkung: Cloud-Sharing ist zentralisiertes Eigentum der Tripel-A-Klasse, nämlich globales, das jedermanns Zugriff entzogen ist, solange er nicht ausdrücklich berechtigt ist. Ich finde es etwas erklärungsbedürftig, wie aus der globalen Zentralisierung von Herrschaft in der Hand von (sagen wir pointiert) „Fünf Internetgiganten“ auf die Auflösung von Eigentum oder dergleichen geschlossen werden könnte. Das Gegenteil ist der Fall: So ein Apple Rechenzentrum kostet 1 Milliarde, der ganze Komplex mit Solarkraftwerk 8 Milliarden Dollar. Es ist also genau umgekehrt als Du schreibst: Das Ressourcen-Verteilungsmodell funktioniert mehr denn je über Eigentum – und das hat seine guten Gründe. Denn je grösser ein „ge-eignetes Ding“ ist, desto niedriger sind die Grenzkosten beim Sharen.
    Cheers!

  13. @AnjeSchrupp

    Habe den Text hinter ihrem Link mal überflogen und soweit ich das verstanden habe, erklärt Ostrom, dass Gemeineigentum wenn dann meist auf lokaler Ebene funktioniert.

    Aber gerade der obige Artikel bezieht sich ja auf eine Zukunftsgesellschaft, in der die meisten Menschen nicht mehr örtlich gebunden sind, oft und häufig umziehen, wie soll in einer solchen Gesellschaft lokales Gemeineigentum funktionieren?

    Meiner Meinung nach gar nicht. Denn wenn ständig die „Besitzer“ tauschen, alte gehen und neue hinzukommen, kann eine gemeinsame Organisation der Güter kaum funktionieren. Was wieder zu meiner ursprünglichen Frage führt: Soll und Kann der übergeordnete Staat diese Güter, dieses „Eigentum“ verwalten?

    Ich denke nicht!

  14. deine kritik habe ich jetzt nicht so richtig verstanden. wo widerspricht irgendwas von dem, was du hier netterweise ergänzt dem, was ich sage?

  15. @sascha es ist aber unwahrscheinlich, dass die menschen öfter umziehen, wenn es weit einfacher ist, on demand horizonterweiterung zu erfahren oder temporär mal woanders zu sein

  16. @mspro @sascha – Ich denke, die Suche nach „der Lösung“ ist der falsche Ansatz, sondern es müsste darum gehen, welches System für welches Thema der am besten funktionierende Ansatz ist. Das heißt, die Frage wäre eigentlich nicht „Welche Art von Eigentumsrechte, kapitalistisch, kommunistisch, commons, genossenschaft etc wollen wir haben“, sondern „Welche Art von Eigentumsrecht ist geeignet, im Falle xy die effizienteste Verteilung im Sinne des Nutzungszugangs zu gewährleisten“.
    Zum Beispiel erleben wir gerade, dass das „geistige Eigentum“ momentan nicht mehr besonders gut funktioniert. Im Falle von Car-Sharing hingegen könnte es anders sein: Ich bin schon ewig in einem Car-Sharing, anfangs war es eine Genossenschaft, was überhaupt nicht gut funktionierte, weil die Einzelnen Nutzer_innen zu viel involviert waren in den Bestandserhalt der Autos. Dann wurde es auf „kapitalistisch“ umgestellt, also aus der genossenschaftlichen Nutzung wurde eine Dienstleistung, und seither funktioniert es besser, weil klar ist, wer die Regeln aufstellt und ich als Nutzerin nicht mehr mehr machen muss, als bezahlen und einsteigen…
    Der Kern des Themas wäre also, erstmal un-ideologische ökonomische Analysen zu produzieren, die sich wieder mit der Kernfrage der Ökonomie beschäftigen, nämlich mit welcher Art von Organisation sich die Bedürfnisse aller Menschen am besten befriedigen lassen. Deshalb plädiere ich für so etwas wie eine „Vielfalt der Ökonomien“, wo Kapitalismus evtl. eine Komponente neben Commons, Geschenkökonomie, Subsistenzökonomie, staatlicher Verwaltung etc. sein könnte.

  17. @Seb
    dann fällt aber einer der Hauptgründe bzw. Hauptargumente gegen Privateigentum aus dem obigen Artikel weg

  18. Ohne, dass er sich überhaupt um irgendetwas nur noch kümmern müsste. … keinen Nutzen mehr, sondern fällt ihm nur – und zwar erheblich – auf die Tasche. Der Eigentümer ist in dieser schönen neuen Welt der nutzlose Parasit. Er hat sich längst von jeglicher Aufgabe befreit, er spielt in dem System keine Rolle mehr. Aber er ist es, der am meisten von ihm profitiert.

    Interessante Passage, speziell das Wort „Parasit“. Ich denke gerade an: Arbeit, Erwerbstätigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Neiddebatte, Loslösung vom protestantischen Arbeitsethos und das bedingungslose Grundeinkommen. Und frage dann nochmal, ob man diesen scheinbar Funktionslosen Teilnehmer am Spiel „Parasit“ nennen sollte und was die korrekte Bezeichnung für jemanden ist, der Erwerbstätigkeit ablehnt und auf BGE/H4-Basis sein Ding macht.

  19. ich denke das ist schwer zu vergleichen. es geht hier ja nicht um leistungsgerechtigkeit sondern um tatsächliche systemische abzweigung aller produktivitätsgewinne. und da passt das wort parasit in einem rein funktionalen sinne (eben nicht als beschimpfung) tatsächlich.

  20. @Antje

    Danke für den Schubs in die richtige Richtung 🙂
    Natürlich gibt es die „eine“ Lösung für die vielen verschiedenen Probleme nicht und du hast natürlich Recht, dass gerade im Bereich Wirtschaft unideologische Analysen notwendig sind und man (wieder?) dazu kommen sollte, von Fall zu Fall zu entscheiden, was der beste Weg, das System, die besten Mittel sind statt zu diskutieren ob denn nun Privateigentum besser als Commons, Kapitalismus besser als Sozialismus ist.

  21. Was genau ist jetzt das Neue daran? Du beschreibst lauter Sachen, die schon seit 400 Jahren so sind. Und Carsharing gab es auch schon lange vor dem Internet.

    Du bist echt manchmal etwas zwanghaft Internetfixiert.

    @Antje: Man kann den Kapitalismus nicht neben anderen Ökonomien einsetzen. Er funktioniert wegen seinem immanenten Expansionsdrangs nur, wenn er die anderen dominiert und einsaugt.

  22. @Mspro

    Bzgl. dem Vorwurf des strukturellen Antisemitismus:

    Es ist falsch, die Besitzer als Akteure zu beschimpfen (Parasit) und davon zu reden sie (es sind Menschen!) „loszuwerden“.

    Die Eigentümer sind nicht schuld daran, dass sie „Parasiten“ sind, sie keine Rolle, keine Funktion haben, sondern sie sind Akteure in einem System. Das System ist Schuld und sollte, sofern deine Analyse stimmt geändert werden. Wer die „Schuld“ personalisiert anstatt die Schuld im System sucht bewegt sich mindestens mal am Rand des strukturellen Antisemitismus.

  23. von schuld habe ich nirgends geredet. wie ich schon schrieb, ich meine das mit dem parasit rein funktional. dass wir sie loswerden müssen, vielleicht gewaltsam, sehe ich eher als prognose. denn ebenso wie der adel damals werden auch die eigentümer ihre privelegien mit allem was geht verteidigen. freiwillig gehen sie nicht. egal ob sie „schuld“ haben.

  24. Interessanter Text. Nur soooo viele Tipp-Fehler. Puuh.

    Als Eigentümer fürchte ich mich. 😉 Nein, ich hab’s befürchtet, dass irgendwer irgendwann mal sowas schreibt. Für die Buden, die ich vermiete (schaffe damit Freiheit fuer andere!), habe ich extrem viel geackert und Steuern gezahlt, wirklich. Da ich dazu demnächst keinen Bock mehr habe, zum Arbeiten meine ich, möchte ich von der Miete leben. Das ist ebenso Freiheit. Jeder so wie er mag…….

  25. @sascha öfter in der eigenen hood: ja, öfter komplett weit weg für immer und ewig (und allein): nein. vielleicht gruppenumziehen – da zieht dann das gemeinsam für gemeineigentum verantwortlich sein mit um. (und: einmal gelernt, kann man das auch woanders anwenden)

  26. @benni das internet erfindet ja nicht alles neu, es hilft aber, bestimmte IDEEN zu TATEN werden zu lassen, eben weil bestimmte transaktionen jetzt wesentlich günstiger funktionieren.

    (ich habe neulich eine alte schublade voller vorgedruckter business postkarten entdeckt, die man sich schrieb in zeiten, als es noch kein fax/email gab)

  27. @Sascha es gibt ja „den“ Einzelbesitzer nur ganz oben an der Spitze der Pyramide, die meisten Dingen sind Kapitalkollektivbesitz

  28. Was wir vielleicht eher brauchen: Einen Vermittlungslayer zwischen Nutzern und Eigentümern, die nur Eigentümer von Dingen in Exceltabellen sind. Nur: Warum sollten die auf die Bedürfnisse der Nutzer hören? Geld kommt ja auch jetzt schon rein.

  29. Ich befürchte, um irgend einen Eigentumslayer werden wir kaum herumkommen. Um beim Haus-Beispiel zu bleiben (auch, weil es da schon eine große Vielfalt an existierenden Modellen gibt): Irgend jemand/etwas muss entscheiden, ob und wie ein neues Haus gebaut wird bzw. welche grundlegenden Veränderungen/Sanierungen etc. an einem bestehenden Haus gemacht werden. Das macht keine Hausverwaltung; das ist wo die_der Eigentümer_in ins Spiel kommt – ebenso wie in der (schon erwähnten) Investition; d.h. wer schießt das nötige Geld vor?

    Das können verschiedene Entitäten sein; der Staat (hat aber auch schon nicht so wirklich toll funktioniert); einzelne Eigentümer_innen, die das Geld schon haben oder sich leihen, aber selbst das Risiko tragen; die Banken selbst oder „kommerzielle“ Gesellschaften als ihr verlängerter Arm; nicht zuletzt auch Genossenschaften, also eigenständige Körperschaften, getragen von denen, die am Ende das Haus bewohnen. Wenn ich durch meine Nachbarschaft laufe, steht an jedem zweiten Haus der Name einer Genossenschaft dran, viel davon dürfte aber letztlich aus der Auflösung der DDR (Eigentümer: Staat) kommen.

    Alles in allem finde ich genossenschaftliche Eigentumsmodelle relativ vielversprechend, und ich sehe sie auch (rein subjektiv) im Aufwind. Carsharing wurde schon genannt; häufig (aber nicht immer) ist es als Verein oder Genossenschaft organisiert. Gruppen von Menschen tun sich zusammen, um gemeinsam eine Investition zu tätigen die sie alleine weder stemmen noch asunutzen könnten – in diesem Sinne ist ein gemeinsam angeschaffter Makerbot oder ein Hackerspace eine Art Genossenschaft (ich meine das jetzt vor allem vom Prinzip her; die Organisationsform gemäß BGB ist ja letztlich eine praktische Frage).

    Ich sehe leider kein wirklich erfolgversprechendes Modell völlig kommunalen (Nicht-)Eigentums, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

  30. Es wäre hingegen zeitgemäß, Eigentum zu begrenzen, Monopole zu entflechten…… 

    Macht ist downzushiften, Freiheit upzugraden!!

  31. Ähm, verstehe ich das was falsch: der Rechtsakt, etwas zu mieten, setzt doch voraus, dass es jemandem gibt, dem das gehört. Die AirBnB-Wohnung gehört jemandem, der sie zur Verfügung stellt. Und natürlich hat der Eigentümer ein paar Jobs am Hacken, die der Mieter gerne in Anspruch nimmt: neben der Anschaffung auch die Instandhaltung. Denn Dinge altern. Gut, du sagst: das macht der ja gar nicht selbst! Da hat der sein Verwalter. Ist doch nur eine Geldsache.

    Der Punkt ist doch: mieten ist eigentlich ein schlechter Deal. Den geht man nur ein, weil einem das Kapital fehlt, um Dinge zu kaufen. Oder, okay, weil man keine Lust hat, sich um die Umstände der Dinge zu kümmern. ZB den Ölwechsel beim Auto. Dafür zahlt man aber auch.

    Das Internet spielt dabei eine produktionssteigernde Rolle, aber keine entscheidende. Ein paar Kommunikationsprozesse werden vereinfacht, gut. Ich rufe nicht mehr beim Carsharing an, sondern buche das im Web.

    Klar, wir können jetzt alles verstaatlichen. Wurde allerdings schon mal ausprobiert. Hat nicht funktioniert. Und jetzt bitte nicht das Argument: wenn’s im Sozialismus schon das Internet gegeben hätte, dann … 🙂

  32. @Benni – Der Kapitalismus funktioniert schon jetzt parallel zu anderen Ökonomien, es gibt auch Subsistenzwirtschaft, es gibt Geschenkwirtschaft, etc, das Problem ist, dass die ökonomischen Theorien das nicht mit einkalkulieren und BEHAUPTEN, der Kapitalismus wäre das einzig Relevante. Würden wir von einem Tag auf den anderen alle nur noch kapitalistisch wirtschaften, würde nichts mehr funktionieren. Von daher stimmt das schon, dass der Kapitalismus alles andere aufsaugt, aber nicht im Sinne der Realität, sondern in dem Sinne, dass er es unsichtbar macht.

  33. in deinem artikel geht es fast ausschließlich um hauseigentümer. ich kenne meinen wohungseingentümer nicht (irgendeine wohnungsbaugesellschaft), aber ich kenne genug ganz normale (!) leute, die als hauseigentümer ihr eigentum vermieten. für die leute ist eigentum ganz sicher ne ziemlich wichtige sache, weil sie damit einen nicht geringen teil ihres einkommens verdienen.
    gut möglich, dass das in deiner realität keine rolle spielt und ich persönlich habe damit, abgesehen davon, dass ich die leute kenne, auch nicht viel zu tun, aber man kann nicht abstreiten, dass es eigentum braucht, damit unsre gesellschaft funktioniert. egal ob es nun eine wohnung oder ein auto ist, was an dich vermietet wird…es steht immer ein eigentümer dahinter, der die sache besitzt und das ist auch nicht immer irgendeine ominöse firma oder gesellschaft.
    auch wenn ich selbst kaum eigentum besitze (meinen laptop, ein paar möbel und das bißchen geld auf meinem konto, was auch meißt eher meiner bank gehört, weil dispo), sehe ich trotzdem, dass eigentum ne wichtige sache ist, für unsre gesellschaft. ich hab auf jeden fall kein bock, meinen rechner, mein handy oder mein haus (wenn ich eines besitzen würde) mit irgendwem zu teilen. es ist meins, darüber freue ich mich und niemand andres hat seine nase da rein zu stecken. das wird natürlich kompliziert, wenn es um geistiges eigentum geht…aber geistiges eigentum ist heutzutage nochmal eine ganz andre sache und muss auch anders betrachtet werden, find ich.

  34. Was mich stutzig macht, ist mspr0s komplettes Ignorieren der Gefahren von immer flexibleren Sharing-Modellen. Der Soziologe Hartmut Rosa hat das bereits 2007 in „Beschleunigung“ beschrieben: Um jedes Ding, jede Aktivität, jeden Zustand einer Person legt sich eine kontingente Schicht von Möglichkeiten. Jeder kann seinen Besitz, seinen Job, seine Beziehungen zu anderen Menschen wechseln; und weil immer mehr Menschen dieses Nicht-Beharren für ihre individuelle Entwicklung ganz nützlich finden (Pull-Faktor), sieht sich jeder andere gezwungen, im Strom mitzuschwimmen, da man ansonsten als zu unflexibel aus der Gesellschaft ausgegrenzt wird (Push-Faktor). Diese Flexibilisierung kann nur begrüßen, wer offensichtlich reich gesegnet ist mit Chancen, mit Wissen, mit Netzwerken. Wenn sich mspr0 also auf die Sharing-Zukunft freut, dann überschätzt er, denke ich, die Durchdringung mit Technik in unserer Gesellschaft. So eine Zukunft wird den (an Bildung und Chancen) Armen nichts bringen.

  35. dein punkt ist lustig: das sharing legt uns nach dir eine kontingente schicht von möglichkeit vor die füße (zustimmung!), aber ich kann das nur begrüßen, weil ich jemand mit vielen chancen bin?

    oh, wait! möglichkeiten = chancen!

    willkommen in meiner welt! 😉

  36. Klar, mach dich nur drüber lustig 😉 Aber das Problem der Digital Divide in einer Sharing-Zukunft wirst du damit nicht los.

  37. Ja, das haben die ersten Kapitalisten zur Armut auch gesagt. Trickle Down lässt grüßen!

  38. bei geld ist das eher zäh, zugegeben. bei technologie funktioniert das aber nachweislich sehr gut. man müßte blind sein, das zu bestreiten.

  39. Pingback: bwl zwei null · Zur Rolle des Eigentums in der digitalen Gesellschaft

  40. Eigentum verändert vielleicht seinen Charakter, aber es verschwindet nicht. Eigentum verleiht nicht nur Verfügungsgewalt, sondern auch Unabhängigkeit. In einer zunehmend vernetzten Welt scheint mir die Bedeutung der letzten Inseln persönlicher Unabhängigkeit, und Eigentum gehört eindeutig dazu, eher zu- als abzunehmen.

  41. Interessanter Text, auch die Diskussion zeigt einige wichtige Problemfelder auf.

    Aber überall merkt man doch, dass es äußerst (man könnte auch sagen: zu) schwierig ist, in einem System zu leben und dieses System von außen zu beschreiben, oder es auch nur von außen zu denken. Den Anschein von Praktikabilität haben daher Begriffe (für Alternativen) für sich, die systemimmanent funktionieren: Genossenschaft, Staatseigentum usw.

    Der (genialen) Idee von mspr0, „Eigentum“ zu historisieren, d.h. zu postulieren, dass es eine Zeit davor gegeben habe und eine Zeit danach geben wird, kann man damit aber nicht gerecht werden. Der Autor selbst erläutert ja vieles an seiner Idee dann mit systemimmanenten Beispielen. So kann man nicht auf eine „Zeit danach“ verweisen. Und auf der Basis gegenwärtiger Entwicklungen („Cloud“, Car-Sharing u.ä.) kann man in der Tat immer einwenden, sie seien gerade Ausdruck von zeitgemäßen Eigentumsformen.

    Ich behaupte mal, dass es im Artikel und der Diskussion zwar gelungen ist, das Eigentumssystem in einigen wichtigen Punkten zu beschreiben, aber noch nicht gelungen ist, über ein Eigentumssystem hinaus zu gelangen. Ich frage mich:

    * Ist die Existenz von Eigentum mit der Existenz von Recht verknüpft?
    * Müsste dann das Ende von Eigentum eine neue Art von Rechtlosigkeit bedeuten, also Anarchie/Gewaltherrschaft (Stichwort: Naturzustand)?
    * Gibt es wirklich Menschen, die durch die radikale Beseitigung von Recht besser gestellt würden als sie es heute sind, und sei es heute auch noch so elend/ungerecht?
    * Gibt es heute schon Phänomene, bei denen es nur um Pseudoeigentum geht, weil die Ressourcennutzung außerrechtmäßig (durch Gewalt/Korruption/Entrechtung) am eigentlichen Eigentümer vorbei geschieht? (Ich denke an Bodenschätze im Eigentum von 3.-Welt-Staaten, die von Konzernen ausgebeutet werden, ohne dass dies im Interesse der Eigentümerstaaten ist.)
    * Was könnte „Eigentum an Daten“ wirklich bedeuten? (Facebook & „meine“ Daten – digitales geistiges Eigentum – staatliche Überwachung & Datenschutz)
    * Sind die lebensweltlichen Phänomene, von denen mspr0 ausging, also v.a. Flexibilität (Cloud, Miete usw.), nicht nur Effekte des Eigentumssystems (sie dienen der Rentabilität), und werden sie daher überflüssig, wenn das Eigentumssystem nicht mehr existiert?

    Den Vorhang zu und alle Fragen offen.

  42. die exemplarsche Analyse von mspro überzeugt, allerdings: a) der Verweis auf die „historische“ Eigentumsanalyse von Heinsohn/Steiger, die so allgemein ist, dass sie wenig überzeugen kann, hilft hier nach meiner Meinung wenig; b) auffällig ist auch, dass nur Beispiele herangezogen werden, in denen „wir“ (also mspro und seine leser_innen) als nutzer_innen in erscheinung treten, nicht als eigentümer_innen). ich fand und finde shariung-modelle als nutzer auch sehr angenehm und praktisch. die nutzung meines geistigen eigentums möchte ich dennoch zumindest inhaltlich kontrollieren – finanzielle verwertbarkeit ist ohnehin nicht zu erwarten. ich möchte z.b. nicht, dass meine texte zu sexistischen, rassistischen oder anderen unappetitlichen zwecken kompiliert werden, zu zwecken des wissenschaftlichen erkenntnissgewinns dagegen immer gerne. als wohnungseigentümer würde ich wert darauf legen, den wohnraum nicht als konspirativen unterschlupf von neonazibanden genutzt zu finden . auch hier gilt selbstverständlich, was offline illegal ist, bleibt es auch online. hier ging es ja auch nur um die vermittlung des wohnraums, nicht den wohnraum selbst – online wohnen will ja aber vermutlich sowie niemand.
    und @erbloggtes: eigentum ist unbedingt an die existenz von recht geknüpft, dieses wiederum an die existenz von rechtsetzenden und -durchsetzenden institutionen – heute meist in der form staat. darüberhinaus könnte bedacht werden, dass die entstehung des modernen eigentumsbegriffs in der neuzeit vor allem an das eigentum am eigenen körper geknüpft ist – mich möchte ich bitte nicht sharen (müssen)!

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  44. @Gerd Harders: Ich muss mich präzisieren:
    * Ist die Existenz von Recht an die Existenz von Eigentum geknüpft? Oder geht Rechtssystem auch ohne Eigentumssystem, obwohl sie historisch gemeinsam auftraten?

    Einen notwendigen Zusammenhang zwischen der Existenz von Eigentum und dem Anspruch auf körperliche Unversehrtheit kann ich nicht erkennen. „Eigentum am eigenen Körper“ betrachte ich als Metapher, nicht als stringent-sinnvolle Ausdehnung des Eigentumsbegriffs.

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  46. Hallo Michi,
    ich sehe dein Modell nicht. Ich gebe dir Recht, dass Medien und Software in Zukunft reine Dienstleistungsangebote werden. Aber das auch liegt vielmehr an der Raupkopienproblematik als an dem ‚großartigen‘ Geschäftsmodell.
    Du betrachtest die Situation leider, wie du schon sagst, aus deiner Sicht. Du wohnst in Berlin, bist arm und hast keine Familie. Das mag deinem Modell entgegenkommen. Aber ich bin 34, wohne in einer 100.000 Seelen Stadt, beziehe ein sechsstelliges Jahreseinkommen, hab Frau und zwei Töchter und bin selbstständig. Auf mich bezogen wäre das Modell Unsinn. Ich besitze zum Beispiel Wohnungen in Berlin und München. Und ich kann nicht behaupten mir das Eigentum unangenehm wäre. Aber auch ich würde das Mietmodell, nicht dem Kauf vorziehen. Einfach weil es sich nicht rechnet, wenn man sich den Kauf leisten kann.
    Du behauptest, dass die meisten Menschen in Deutschland zur Miete wohnen. Aber das ist schlichtweg falsch. Wir haben in Deutschland vier Millionenstädte und das Ruhrgebiet. Der Rest des Landes wohnt dementsprechend ländlicher. Dort werden Car-Sharing und ausschließlich zur Miete wohnen nicht stattfinden.
    Du behauptest das Freiheit damit einher ginge, aber das stimmt auch nicht. Du magst flexibler sein als ich, dass liegt aber an deinem Lebensstil und das ist kein gesellschaftlicher Wandel. Im Gegenzug kann ich sagen, dass mein Eigentum, Firma, Immobilien, Anleihen mir die Freiheit und Flexibilität geben, dass ich zum Beispiel jeden Monat in den Urlaub fahren könnte, nicht mehr arbeiten bräuchte oder just mit meiner Familie in ein anderes Land ziehen könnte.
    Du siehst wie sich die Perspektive verschiebt.
    Das was du beschreibst ist ein Berliner (Städtisches) Phänomen. Das ist der Irrglaube, Berlin auf Deutschland abbilden zu können. Berlin ist gefüllt mit Arbeitslosen, schlecht bezahlten Jobs, Schwaben die euch die Immobilien weg kaufen und Studenten. Aufgrund der Tatsache, dass es in Berlin wenig produzierendes Gewerbe gibt, scheinst du zu meinen das sich auch Deutschland zu einer reinen Dienstleistungsindustrie entwickelt. Schau in den Dax, und du wirst sehen wo der Wohlstand des Landes herkommt.
    Und die These, das Eigentum ein nutzloser Parasit wäre. Ist schlichtweg Unsinn. Zum Eigentum gehört alles was wir besitzen, auch dein iPhone und dein MacBook. Das ist ein Problem von ungerechter Ressourcenverteilung. Die Gesellschaft hat einfach noch nicht begriffen, dass die Gelder der Reichen totes Vermögen und damit auch tote mögliche Eigentümer sind, die im Wirtschaftskreislauf fehlen. Das das die Turbulenzen an den Finanzmärkte verursacht, ist schon seit Jahrzehnten bekannt. Damit machen schließlich viele ihr Geld.Daher gibt es auch keine Finanztransaktionssteuer, die das lösen könnte.
    Und zu Behaupten, dass du glaubst zu wissen was Ansgar gemeint hat, halte ich auch widerum für gewagt ;-). Der wollte doch nur zurück trollen und euch auslachen.

  47. Parasit… Man könnte genau so gut reintinterpretieren, dass der Eigentümer einem Schöpfer gleicht, der das Ganze erst Ermöglicht.

    Ich rieche nen spon…

  48. Hmm. Ich erinnere mich an unsere Kneipendebatte in Leipzig: von 8 Leuten am Tisch (alle Mitte bis Ende 30) hatten 7 bereits kein Auto mehr. Das wäre vor 10 Jahren so undenkbar gewesen, um nicht zu sagen „asozial“. Ich glaube ebenfalls, das physische Medien wie CDs, Bücher etc. noch weiter an Bedeutung verlieren werden, ungeachtet von Retro-Wellen (LPs).

    Womit ich aber Bauchschmerzen habe ist die These, dass wir die Eigentümer loswerden müssen, zu Gunsten der Individuen + Vermittlungslayer. Meine Annahme wäre hier, dass gerade der Vermittlungslayer zu Missbrauch und Mitnahmementalität neigt: man bringt selbst kein Kapital ein, verdient aber an jeder Transaktion mächtig mit. Die Alternative müssten hier also eher Genossenschaftsmodelle sein, oder noch besser gleich Peer-to-Peer Strukturen, ein wirklich autonomer Markt gleichberechtigter Agenten, die auf eine frei verfügbare Transaktions-Struktur zurückgreifen. Solche Modelle können aber nur funktionieren, wenn jeder etwas anzubieten hat – womit man gleich wieder bei der großen Umverteilung landet incl. bedingungsloses Grundeinkommen.

    Da muss man noch kräftig dran feilen, aber sonst landet man zu schnell im Widerspruch zu Deiner anderen These „Wir müssen die Taxizentralen los werden“. Der Text oben suggeriert eher, die einzelnen Taxibesitzer seien das Problem.

    Ach, diese neuen Gesellschaftsentwürfe schreiben sich einfach nicht so über Nacht.

  49. zu grossen teilen einverstanden.

    ein zusatz: kann man prozesse wie die verschiebung zu clouddiensten und mietverhältnissen, nicht als allgemeine verfeinerung der arbeitsteilung sehen? wenn man unseren wohlstand u.a. als resultat der spezialisierung/arbeitsteilung sehen will, wie ich es dem ted-talk von matt ridley entnehme, dann führt auch die teilung der prozesse um „besitzt“ zu mehr „wohlstand“, und nichts anderes beschreibst du doch in deinem text? ich glaube von ansätzen in holland gelesen zu haben, dass z.b. teppiche etc nicht mehr verkauft sondern für 10 jahre vermietet werden – ein weiterer schritt in richtung arbeitsteilung. clouddienste sind doch auch nicht anderes, als ein schritt richtung verfeinerter arbeitsteilung. wieso braucht jeder computer noch eine festplatte, wenn die internetverbindung genügend verlässlich wäre? wäre es nicht viel effizienter, sich bei serverfarmen einzumieten, angenommen die datenübertragung funktionnierte einwandfrei?

  50. Ich kann glaube ich nachvollziehen, wie mspro zu seiner Einschätzung kommt, aber das seine Lebenssituation und sein Lebensentwurf durch seine Analyse stark hindurchscheint ist auch recht offensichtlich.

    In meinem Umfeld (Mittelgroße Stadt in NRW, naturwissenschaftlich-akademisches berufliches Umfeld) kann ich die Auflösung des Eigentums überhaupt nicht beobachten, im Gegenteil, es werden Familien gegründet und Eigenheime gebaut bzw. gekauft.
    Die Flexibilisierung die mspro Freiheit nennt (was interessant ist, denn aus meiner Sicht schließt sich der offensichtliche Kontrollverlust und die Idee einer wirklichen Freiheit aus, wobei es dabei auf die genaue Definition des Freiheitsbegriffs ankommt) ist für einen großen Teil der Menschen mit Angst und Druck verbunden, denn Stabilität, ein Grundbedürfnis vieler Menschen, kommt hier kaum vor.
    Eine Möglichkeit damit umzugehen ist unter anderem sich an Eigentum und das Konzept des Eigentums zu klammern was genau das ist was ich lokal beobachte.
    Ich glaube außerhalb der Berliner Bubble sieht die

  51. Die Eigentümerquote ist seit 1950 fast überall gestiegen, in machen Bundesländern um bis zu 10%. Quelle siehe unten.

    Eine Entwicklung, die im Blogpost jetzt nicht angesprochen wurde: Wo es meiner Meinung nach tatsächlich einen Miettrend gibt ist im Bereich der Computer: Bei Firmen wird oft nur noch geleased und ich befürchte, dass das im private consumer-Bereich auch bald ankommt.

    Daraus ergeben sich aus meiner Sicht aber einige Probleme: Wir sehen ja heute schon die Entwicklung, dass Computersystem in ihrer Funktion kastriert werden. (Beispiele: i*, Android, Kindle, DRM,…) Wenn wir diese Systeme in Zukunft mieten, haben wir dann eigentlich keinen Spielraum mehr sie aus dieser Kastration zu befreien (heißt: Rooten, Jailbraken,…). Falls sich die Miet im Bereich der Computer durchsetzt könnte dies den Trend, vor dem uns Cory Doctorow auf dem 28c3 gewarnt hat, unterstützen – und das sollten wir nicht zulassen.

    Statistisches Jahresbuch 2011, Seite 294
    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/SharedContent/Oeffentlich/B3/Publikation/Jahrbuch/StatistischesJahrbuch,property=file.pdf

    Cory Doctorow, 28c3: http://www.youtube.com/watch?v=yYqkU1y0AYc

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