ACTA in plain Deutsch

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Dies ist ein Crosspost eines für Facebook geschriebenen Artikels. Hier auf meinem Blog habe ich das Gefühl, dass ich nur zum Chor predige, denn Blogs werden in Deutschland nur von genau der Minderheit gelesen, die eh ungefähr weiß, was ACTA ist. Es kann ja aber dennoch nicht schaden, den Text auch noch mal hier zu veröffentlichen. Dennoch wäre es schön, wenn ihr ihn – in welcher Form auch immer – vor allem auf Facebook verbreitet. Einfach, weil er dort die größten Chancen hat, die Richtigen zu erreichen.
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Liebe nicht so netzpolitisch interessierten Freunde, (früher hätte ich „Offlinefreunde“ gesagt, aber das stimmt ja nicht mehr. Ihr seid ja alle auf Facebook – und das finde ich gut!), ich brauche eure Hilfe. Ja, wirklich jetzt. Und es ist dringend.

Bitte nehmt Euch einen ganz kurzen Moment und schaut euch dieses Video hier an:

Die sind ganz schön sauer, wa? Das ist in Polen und die Polen demonstrieren gegen etwas, das „ACTA“ heißt. Gut, denkt ihr jetzt: Diese ehemaligen Ostblockländer haben immer mal wieder schlimme Regierungen, die schlimme Gesetze verabschieden. Kann man ja verstehen, dass die demonstrieren.

Aber ACTA ist kein Gesetz und vor allem kein polnisches. Und deswegen gehen nicht nur die Polen, sondern auch die Leute in Frankreich, Belgien und vielen anderen europäischen Ländern auf die Straße. ACTA ist nämlich ein so genanntes „Handelsabkommen“ mit vielen internationalen Partnern. Und einer der Partner ist die EU – also auch die Polen. Und: richtig, auch wir. Letzten Donnerstag unterzeichnete einer der EU-Verantwortlichen den Vertrag. Und zwar in Japan.

Gut, denkt ihr. Ein Handelsabkommen. Das ist doch schön. Brummt die Wirtschaft wieder, es geht bergauf. Was regen sich die Leute also so auf, dass sie zu Zehntausenden bei minus 15 Grad auf die Straße gehen?

Nun, dieses Handelsabkommen hat es in sich. Es verpflichtet die Unterzeichnenden Staaten dazu einige ihrer privaten Unternehmen zu einer Art Polizei umzufunktionieren. Sie sollen Wache schieben, Streife fahren und kontrollieren und auch bestrafen. Wen? Schlimme Verbrecher bestimmt. Nein, Euch! Ja, richtig gelesen, es geht um Euch!

Eines der Ziele von ACTA ist es zum Beispiel euren Internet Service Provider (das ist das Unternehmen, wo ihr wegen Internet immer Geld hin überweist) dazu zu verpflichten, alles was ihr im Internet so tut genauestens zu überwachen. Und euch auch gleich zu bestrafen, falls ihr nicht spurt. Zum Beispiel urheberrechtsgeschützes Material widerrechtlich besorgt. Dann ist das Internet weg. Zack!

All das gilt natürlich für viele Dienstleister, vor allem im Internet. Auch der Google soll euch überwachen, der Youtube und auch der Facebook. Und sie alle sollen euch auf die Finger klopfen, wenn ihr „böse“ seid. Ihr glaubt, das geht doch gar nicht? Das können die GoogleFacebookYoutube doch gar nicht leisten, so viel zu überwachen? Wahrscheinlich habt ihr recht. Und dann gibt es eben kein GoogleFacebookYoutube mehr. Jedenfalls nicht so, wie wir es kannten, weil diese Dienste sonst mit Klagen überrollt werden. Sie sind dann nämlich nun für euch „verantwortlich“.

Ja, ACTA will nicht weniger, als das Internet – in dem sich jeder frei ausdrücken kann – zu zerstören. Sie wollen das Internet zwingen, zu einer Art Fernsehen zu werden, wo nur ihr Programm läuft und Ihr gefälligst wieder die Schnauze zu halten habt.

Jetzt fragt ihr natürlich, wer diese „die“ sind, die das machen wollen.

„Sie“ sind die internationale Inhalterechteverwertungsindustrie. All die Labels, Verlage, Filmstudios etc., die wegen dem Internet ihre Geschäftsmodelle bedroht sehen. Sie finden das nicht gut, was hier passiert. Es stört ihre Bilanzen. Sie glauben leider, dass sie ihr Geld, statt für den Aufbau wirklich attraktiver Downloadportale, lieber in Anwälte und Lobbyisten investieren sollten, um die Staaten und Internetdienste dazu zu bringen, ihr Geschäftsmodell zu beschützen. Dass sie die Meinungsfreiheit im – wie wir seit letztem Jahr wissen – wichtigsten politischen Medium damit zerstören, ist ihnen egal.

Und bei diesem Wahnsinn machen die Politiker mit?

Es sieht leider so aus. Leider gehören auch die Politiker größtenteils eher zu den „netzpolitisch weniger interessierten“ Menschen. Sie wissen wenig über das Internet und haben ein offenes Ohr für Leute, die darüber klagen, dass etwas neues, komisches (dieses Internet) ihr jahrzehnte doch so super funktionierendes Geschäftsmodell kaputt macht. (Denkt denn keiner an die Arbeitsplätze?!?)

Aber, wenn das alles so wichtig und schlimm ist – fragt ihr euch jetzt sicher – warum hab ich dann noch nie etwas darüber erfahren?

Zum einen ist das natürlich gewollt. Die Verträge zu ACTA wurden über Jahre unter absoluter Geheimhaltung entwickelt. Es hat lange gedauert, bis überhaupt zugegeben wurde, dass es so ein Abkommen gibt. Die Versionen des Vertragswerkes, die wir kennen, wurden von Netzaktivisten „geleakt“ (ja, so wie bei Wikileaks).

Zum anderen erfährt man darüber nichts in den klassischen Medien, weil die klassischen Medien selber Nutznießer dieses Abkommens sind. Ob ihr es glaubt oder nicht, es stinkt den Verlagen auch hierzulande, dass ihr lieber den Facebook lest, statt die Gala und lieber drollige Katzenvideos auf dem Youtube klickt, statt Bauer sucht Frau zu gucken. Da verdienen die nämlich nichts dran. Warum sollten sie Euch also was über ACTA erzählen? Ist schließlich auch scheiße kompliziert und passt irgendwie nicht in die Abendnachrichten.

Und nu? Is jetzt alles vorbei? Haben „die“ gewonnen?

Nee, noch nicht ganz. Das europäische Parlament muss erst noch über ACTA abstimmen. die ACTA-Macher glaubten, dass das nur reine Formsache wär. „Einmal abnicken, bitte!“ Aber in Polen und in anderen teilen der EU regt sich der Widerstand. Es wird langsam aber sicher eine Öffentlichkeit für das Abkommen geschaffen und in ganz Europa merken die Menschen, dass es hier um sie geht und um die Zukunft der Demokratie und Meinungsfreiheit. Nur in Deutschland noch nicht. Aber das kann sich ja ändern!

Okay! Was kann ich tun?

Zunächst einmal ist das wichtigste hierzulande überhaupt mal Öffentlichkeit zu schaffen. Ich kann das nicht. Blogs können das nicht. Die werden in Deutschland leider nicht gelesen. Deswegen brauche ich ja auch Eure Hilfe. Also tut mir bitte den Gefallen und teilt diesen Post an möglichst alle Eure Freunde. Je weniger Internetnerd, desto besser.

Und informiert Euch weitergehend. Zum Beispiel hier gibt es sehr anschauliche Videos. (netzpolitik.org ist sowieso eine gute Adresse für Nachrichten dieser Art. Bei Interesse einfach hier die Facebookpage liken. dann bekommt ihr deren aktuelle News in Euren Nachrichtenstrom.)

Dann gibt es eine Demo am 11. Februar um 15:00 in ganz Deutschland. Tretet für aktuelle Nachrichten dem Facebookevent bei. Es ist wichtig, dass dort so viele Menschen hinkommen wie möglich, damit die Politiker und Lobbyisten merken, dass die Bevölkerung nicht schläft. Nicht mal in Deutschland.

Unterschreibt bitte auch bei dieser internationalen Petition:

Und dann ist es natürlich immer gut, wenn man versucht, den eigenen Euroabgeordnenten zu dem Thema zu kontaktieren und auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

Liebe – hoffentlich – netzpolitisch nicht mehr ganz so uninteressierten Freunde, ihr merkt, das Netz geht uns alle an. Es ist ein wichtiger Baustein für eine demokratische Zukunft. Wir müssen auf es aufpassen, denn es gibt viele undemokratische Menschen, die es aus eigennützigen Interessen zerstören wollen und viele Politiker, die das nicht verstehen. Um es zu beschützen, braucht es auch eure Wachsamkeit, denn glaubt mir, das ist alles erst der Anfang.


60 Gedanken zu “ACTA in plain Deutsch

  1. Hallo,
    ein sehr informativer Artikel. Ich finde es erschreckend das in Deutschland kaum Aufklärung in Bezug auf ACTA betrieben wird. Sehr sehr viele haben von ACTA noch nichts gehört und können damit auch nichts verbinden.
    Spätestens im 3ten Quartal diese jahres werden die meisten auf die Barrikaden gehen, aber es wird dann zu spät sein. bei uns in Deutschland ist leider auch der Medienpräsenz sehr schwach von ACTA! Während in anderen Ländern die Menschen auf die Straßen gehen, gibt es hier nur einen kleinen Online Protest. Ich finde es sehr schade, denn wenn die Leute es merken, wird es leider zu spät.
    ich versuche durch diverse ANTI ACTA Aktionen die Leute aufzuklären.
    Ich habe zb. diese Seite eingerichtet. http://www.stopacta.de damit die leute sich informieren können.
    Es sollte einfach mehr Medienpräsenz geben!

  2. in polen ist aber der anteil der raubkopierer ziemlich hoch (niedrige Löhne-teure programme,filme,musik…..) ,da ist es normal das dort die “internetgemeinde“ zahlreicher rebelliert ……………………sagen die polnischen medien

  3. Pingback: Gemeingüter » Das Netz geht uns alle an!

  4. Pingback: Geh’ mir weg mit ACTA… | Von Mir Nix & Dir Nix

  5. Pingback: Solche Demos brauchen wir gegen ACTA bei Metronaut.de – Big Berlin Bullshit Blog

  6. Pingback: ACTA – Wir haben ein Problem « … Kaffee bei mir?

  7. Pingback: mspr0 erklärt ACTA in plain Deutsch für Nicht-Dauernetznutzer « … Kaffee bei mir?

  8. Pingback: ACTA in plain Deutsch | Kompass – Die Piratenzeitung

  9. naja, die konkreten pläne wurden relativiert und durch schwammige formulierungen ersetzt, die den spielraum dafür aber noch lassen. und da wir die intention kennen, kann man davon ausgehen, in welche richtung der druck nach ratifierung weitergeht.

  10. Darf man den genial guten Artikel unter Angabe von Blogadresse im eigenen Blog quoten?

  11. sehr interessant! ich verfolge die Entwicklung schon aus beruflichem Interesse sehr interessiert, wenn auch die Lager ihre Meinung immer sehr deutlich färben.
    so ist auch dieser Blog nicht objektiv, aber das ist auch gut so.
    Ich arbeite beim TV und wir haben täglich die Diskussion um Rechte und Lizenzen und das Thema wird immer komplexer. Früher hat kein Hahn danach gekräht, wenn man von seinen LPs – ja die gab es mal – ein Mixtape (hä) für die Liebste gezogen hat. Heute ist daraus ein Sport geworden, der es der Entertainment Branche auf Dauer sehr schwer macht Content zu produzieren und bereit zu stellen. Warum muss alles kostenfrei sein? Warum ist man bereit am Kiosk Geld für eine Zeitung zu zahlen, im Internet für den gleichen Content aber nicht? Warum kauft man sich eine CD – wenn überhaupt noch – zahlt aber für das gleiche Stück am liebsten gar kein Geld mehr, wenn man es im Netz konsumiert. Wovon sollen zukünftig Filme produziert werden, wenn erste Kopien durch das Netz geistern, bevor der Film überhaupt im Kino läuft? Wer soll Eure geliebte Bundesliga zahlen, wenn jeder alle Spiele kostenlos schauen will und am besten noch im Free-TV. Leute ich bin ein absoluter Verfechter von Meinungsfreiheit und Medienkonsum – aber alles hat seinen Preis. Jede illegale Kopie im Netz gefährdet Arbeitsplätze und Qualität. Ein Kompromiss muss her und nicht die pure Ablehnung. Wenn sich da die Piraten engagieren, dann bin ich sofort mit meinem Kreuzchen an der Wahlurne dabei!
    ACTA ist Blödsinn und die Art wie dieser Vertrag entstanden ist auch. Aber das Politik. Die mache eh nur das was die Wirtschaft verlangt, weil dann auch die Spenden für den Wahlkampf sprudeln. Eine Demo ist gut – wir haben das eh verlernt in unserem netten Land – aber auch wird nur Ablehnung gerufen. Wenn die Piraten-Generation Politik aktiv gestalten will, dann mit sinnvollen Konzepten, mit denen sie sich bei der Netzgemeinde und der allgemeinen Öffentlichkeit profilieren können. Ich wäre dabei!

  12. @netzoldie
    Nur für den Fall: es gibt in den piratigen Strömungen tatsächlich zwei geeignete Konzepte, die einzeln und besser noch zusammen eine ernsthafte gesellschaftliche Alternative darstellen. Leider nicht für profitorientierte Multikonzerne – aber die sind ja auch nicht relevant 😉
    Stichwörter sind Grundeinkommen und Kulturflatrate.

  13. Klingt mir doch alles sehr nach SOPA, nur dass ich es dieses mal nicht mehr auf die ‚bekloppten Amerikaner‘ schieben kann. (Nichts gegen Amerika, nur gegen seine Politiker). Aber es geht auf der ganzen Welt wieder mehr und mehr in Richtung Überwachung und Kontrolle. Nur, damit die Reichen noch mehr Geld bekommen. Ich glaube jedenfalls nicht, dass das durchkommen wird. Genauso wie SOPA. Dazu müssten sie erstmal wie du schon sagtest GoogleYoutubeFacebook bezwingen. Und die haben auch viel Geld. Einen ganzen Haufen an Geld.

  14. Pingback: LNP012 Mediale Schlachtordnung | Logbuch:Netzpolitik

  15. Pingback: zeugs am dienstag « blubberfisch

  16. Pingback: ACTA | crusy.net

  17. Pingback: Ich habe mal eine Mail geschrieben » neuernick.de

  18. Pingback: Gegen ACTA, die nächste | Die Sockenseite

  19. @Netzoldie
    Die Menschen sind durchaus bereit für Inhalte – auch im Internet – zu zahlen. Sie erwarten, dann aber auch eine entsprechende Gegenleistung zu bekommen. bzw. dass es nicht komplizierter ist als es sich illegal zu beschaffen. Wenn im Laden etwas kaufe, dann gehe hin, nehme das was ich will, Geld auf den Tisch und es ist in meinem Besitz.
    Wenn man dann aber auf einige Bezahlangebote im Internet schaut, dann wird einem ganz schlecht. Oft nur im Abo, verkorkstes DRM, Film nur begrenzt oft schauen und das vielleicht nur auf dem Rechner von dem er gekauft wurde, für jeden Laden irgendwelche extra Programme usw usw.
    Und dass es klappen kann sieht man an itunes … das boomt… aber sowas von und das auch bei Filmen. Auf der Seite der Games sieht man es auch an Steam. Und als letztes Beispiel: Amazons extremer Erfolg mit dem Kindle.
    Das Problem ist also definitiv nicht die Kostenlosmentalität, sondern eher das Fehlen an wirklich attraktiven Geschäftsmodellen seitens der Konzerne. Dass es auch klappen kann hab ich ja gerade schon an Beispielen gezeigt.

  20. Das hier im Blog verfasste ist sprachlich und inhaltlich reine mit lügen gespickte Propaganda die Geldgierige Internetfreaks, die keinen respekt vor Kreativität und Ideen haben verbreiten.

    Informiert euch mal richtig:

    Im Namen der Vernunft, Schluss mit den Propagandavideos. Das ist größtenteils Schwachsinn.

    ACTA – Anti-counterfeiting Trade Agreement

    Was ist ACTA?

    – ACTA stellt sicher, dass man weiterhin überall nicht-raubkopiertes Material im Netz veröffentlichen kann.

    -ACTA schränkt die Freiheit im Internet nicht ein. ACTA wird weder Internetseiten zensieren, noch abschalten.

    -ACTA ermöglicht die Verfolgung von organisierten Verbrechen wenn geistiges Eigentum gestohlen wird. Dieses Stehlen verhindert Innovation, gerechten Wettbewerb und zerstört Arbeitsplätze.

    -ACTA betrifft nicht unsere alltägliche Internetnutzung

    -ACTA ermöglicht genau so wie bisher soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook zu nutzen – keine Änderungen

    -Kein Computer, iPad oder iPhone wird überprüft und überwacht -> ACTA ist nicht Big Brother

    Informiert euch bitte bei seriösen Quellen. ( Mein Text ist frei übersetzt von der Seite der Europäischen Kommission) bevor ihr alle Buuuhuuuhuu ruft.

    Quelle: http://ec.europa.eu/trade/creating-opportunities/trade-topics/intellectual-property/anti-counterfeiting/

  21. Warum schreibst du nicht einen „Nerdbeitrag“ zu „lade keine urheberrechtsgeschützten videos bei dem Youtube hoch“, Poste kein Urheberechtsgeschütztes Material bei dem Facebook“ etc pp ?

    Das ist doch ein Hausgemachtesproblem der Nerds, Geeks, Hacker,Cracker und sonstigen Personen. Die Netzgemeinde mobilisiert andauernd eine riesige Anzahl von Personen für die unterschiedlichsten Projekte ( z.b. Guttenplag) aber sie ist nicht in der Lage ihren eigenen „Hof“ zukehren? Wo bleibt die Seite wo ich Interpret und Titel eingebe und mir angezeigt wird wer die Urheberrechte daran hat? Da geb ich noch den Link von Youtube an und schon wird eine Abuse Mail an Youtube gesendet. Das wäre am anfang ein bisschen arbeit aber durch DIE MACHT DES NETZES würde das doch ruckzuck laufen. Oder einen JDownloader umprogrammieren das er automatisch Abusemails an den One-Klick-Hoster sendet. Das wäre doch für so Computerspezialisten kein großes Problem.

    Und wenn wir DAS NETZ den ganzen geklauten Content aus dem Netz vertrieben haben, dann hat die Contentmafia auch kein Interesse mehr dadran das Netz zuüberwachen.

    Aber solange die NETZGEMEINDE nicht in der lage ist selber für Ordnung zusorgen, dann muss das halt ein Anderer machen.

    Weisst du, wenn du zum Bolzplatz gehst und dich nicht an die Regeln hälts, dann kommen die großen Jungs an und sagen dir das du so nicht mitspielen darfst. Weil entweder du spielst nach den Regeln oder gar nicht. Tja und wenn keine großen Jungs da sind die aufpassen das alle Fair spielen, dann rennt irgendwann einer zu Mama. Und dann kommt Mama und schimpft.

    Siehst du, die einzige Möglichkeit das Mama nicht kommt und schimpft ist selber für Ordnung sorgen. Aber nicht für Ordnung sorgen und am ende Jammern das Mama kommt geht irgendwie nicht.

  22. Pingback: Aufmerksam lesen | … ach, nichts.

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  26. Was die einzelnen pro-ACTA Hinterbänkler immer noch nicht begreifen wollen ist das folgende Grundproblem:

    Die „Contentmafia“.

    Warum? Wenn ich in einen Laden gehe, und mir eine CD kaufe, dann tue ich das bewusst um den Künstler (!) zu unterstützen, und weil ich mehr von ihm hören will in Zukunft. Ich mache das OBWOHL ich nach 1-2 Minuten im Internet das gleiche umsonst haben könnte, oder mir das ganze schon „illegal“ besorgt habe, um reinzuhören, und zu entscheiden ob ich es kaufe. Katze-im-Sack Prinzip.

    Wenn ich nun mir einmal vor Augen führe, dass der absolute Löwenanteil des Kaufpreises direkt an die Contentmafia und deren Rattenschwanz geht, und der Künstler von der (doch heutzutage viel zu teuren) CD nur Cent-Beträge erhält… und dann noch erkenne dass eben diese Verwerter mich zusätzlich noch mit Mahnungen bombardiert wie schlimm Raubkopieren doch ist (illegale Inhalte haben dieses unglaublich nervtötende Zeugs übrigens oft nicht), will ich nicht dass dieser Industrie-Abschaum in irgendeiner Form von mir Geld erhält.

    Es ist aber der absolut falsche Gedanke dass ich kein Geld für gute Inhalte ausgeben WILL. Gäbe es nun eine Plattform, bei der ich Musik von Künstlern beziehen kann und mir garantiert ist, dass dieses Geld in überwiegendem Teil auch bei diesem ankommt, würde ich es sofort tun. Auf einen Schlag wären die „Sümpfe“ der Filesharer wesentlich „trockener“, Musik würde soviel Kosten wie sie tatsächlich wert ist (für billig-Schrott zahlt kaum jemand), die Künstler hätten ein drastisch angemesseneres Einkommen, und alle wären glücklich.

    Alle? Nicht ganz. Die ganzen Verwertungsgesellschaften, die jedweden Fortschritt verhindern und nur existieren um sich selbst auf Kosten anderer zu erhalten, genauso wie Parasiten, würden endlich verschwinden.

  27. @netzoldie

    „Jede illegale Kopie im Netz gefährdet Arbeitsplätze und Qualität.“

    bullshit! eine kopie wird erst illegal durch entsprechende gesetze und beeinflußt das original überhaupt nicht. außerdem, was nützt mir die vielbeschworene qualität und die doofen arbeitsplätze, wenn es mir nicht zum leben reicht, geschweige denn für ‚kultur‘? ich scheiße auf ‚content‘ und die event-industrie, ehrlich. die haben nämlich nur einen zweck: die doofen massen zu betäuben, damit sie schön weiter im hamsterrad rumhüpfen, und den betreibern die beutel füllen. wer als ‚kulturschaffender‘ seinen job ernst nimmt, sollte da schnellstens aussteigen und was eigenes, wirklich kreatives machen. für die menschen. für die freiheit.
    make art – not work!

  28. @Anonyfox

    Es gibt doch genug Portale wo Musiker ihre Musik anbieten. Aber das ist eben kein David Guetta und kein Metallica.

  29. von wegen es wird sich für uns alle nicht ändern in sachen täglichen internet gebrauch….vielleicht mögen alle mit dieser reichlich naiven einstellung einmal die neuen nutzungsbedingungen der google services checken. dort steht es schon jetz was sich alles ändern wird. in sachen datenerhebung geht es einfach nicht mehr härter. dazu kommt das facebook wie es aussieht verkauft wird an bisher unbekannte investoren….ich hab da schon so eine ahnung. genau die netten herren die uns alle (weltweit) bis jetz immer in die scheisse geritten haben und die auch schon sopa\pipa mitzuverantworten haben. und eben diesen gehören auch die verlage. nur mal am rande…

    auch ich bin teil der medienschaffenden in diesem land. die ansage das der industrie geld und arbeitsplätze verloren gehen, ist eine lüge. jeder der ein bisschen plan davon hat weiss das. die zahlen lügen nicht. die konumenten sind sogar offensichtlich bereit geld zu zahlen ohne das sie besitzansprüche auf ihre erstandenen musik/filme/software hätten. auch das wurde ihnen mit den jahren untergejubelt. die medien qualität hat international und insbesondere in deutschland trotz zwangsabgaben wie gez dramatisch abgenommen. nächstes jahr wird es sogar noch schlimmer, trust me. untereinander wird besonders im tv nur noch copyright verletzung betrieben, darüber spricht keiner. das problem, dass die leute lieber dreimal überlegen ob sie zb an der kinokasse 12- 16 euro bezahlen um die xte version von irgendeiner scheisse die sie schon kennen, in 3d zu sehen, ist hausgemacht. wenn kein mensch mehr willens ist für all die hohle scheisse geld zu zahlen, ist er natürlich selber schuld. das ist die standard ausrede von allen talent- und ahnungslosen produzenten und publishern. das geld für neues ist da.
    die industrie hat gepennt und wird auch nich aufwachen. während micro projekte wie zb angrybird einen marktwert von 500 millionen dollar haben, trotz raubkopien. man hätte auch bestimmte kilobyteraten bei mp3 und filmen bei kopien für illegal erklären können. klagen konnte man bisher schliesslich auch.
    manche vögel fressen halt ihre eigene scheisse und sterben dann.

    es geht eindeutig um die kriminalisierung aller internetnutzer die sich frei im netz bewegen und auch inhalte miteinander teilen wollen. dies hat sehr wohl einfluss auf die informations- und meinungsfreiheit jedes einzelnen. wer dies nicht glaubt hat aus der geschichte nichts gelernt und beweisst auch hier grosse naivität. die aktuellen ereignisse in sachen netzpolitik in ländern wie china sprechen eine mehr als deutliche sprache und zeigt uns in welche richtung das auch bei uns bald gehen könnte….noch haben wir eine stimme

    lasst euch nicht erzählen das wir gesetze brauchen damit sich nichts für uns ändert. das gabs in diesem land schon oft genug. diese sache geht uns alle was an, aber mitreden dürfen wir nicht. dann lasst uns wenigsten friedlich ein zeichen setzen. bitte geht auf die strasse wenn es soweit ist und zeigt das uns die sache nicht egal ist und wir nicht so weich in der birne sind wie sie uns glaubenmachen.

  30. Mir scheint die Aufregung gegen ACTA eine recht offensichtliche Angst davor zu sein, in Zukunft für seine Multimediainhalte etwas zahlen zu müssen, sei es beim Anbieter direkt oder als Strafe. Die Forderung nach funktionierenden, attraktiven Onlineportalen, bei denen man seine CD, seinen Film oder sein Spiel erwerben kann, war in den 90ern noch nachvollziehbar, heutzutage gibt es diese zuhauf. Viele Künstler bieten zudem ihre Arbeit als sogenannten Direktvertrieb oder Download an, manche bitten dabei um Spenden. Wenn die Community wirklich so vernarrt darauf wäre, Künstler zu unterstüzten, wären Charts und Radiostationen voll mit Titeln, die sich über das Internet verkaufen würden. Sind sie aber nicht. Woran mag es also liegen? Am Künstler?

    Die Einstellung, dass einem Arbeitsplätze einen Dreck scheren, weil bspw. die Musikindustrie am meisten an der CD verdient, ist auf der anderen Seite auch nicht wirklich sozial. Daher verstehe ich den Solidaritätsaufruf nicht ganz, weil er Leute ausschliesst, die mit dem Verkauf von Entertainmentprodukten ihren Lebensunterhalt verdienen und der Meinung sind, dass dem unkontrollierten Wuchern im Netz vielleicht doch mal etwas entgegengesetzt werden sollte.
    Der Vorwurf, online-Ware aus dem ET-Bereich sei mit DRM verseucht und Filme lassen sich nicht unendlich anschauen stimmt nur bedingt. Natürlich gibt es nach wie vor Einschränkungen, die dann aber auch preislich günstiger sind. Ich kann mir aber auch einen Film als Download kaufen und bezahlen (dafür etwas teurer), lade ihn auf die Festplatte und kann ihn mir sooft anschauen wie ich lustig bin. Das gleiche gilt für Musik und dem Brennen auf CD (wer auch immer das noch macht…) Ich habe die Wahl. Aber wer der Meinung ist, 99 Cent sind für einen Song zuviel, dem ist halt nicht zu helfen und sollte sich mal im anscheinend allwissenden Netz darüber informieren, welche Stufen eine Aufnahme eines Albums so in sich hat und vor allem, wer alles daran arbeitet. Bis zum HoMaBri, der dem Star sein Lieblingswasser aus seinem Lieblingsladen acht Blocks weiter kauft. Und Filme arbeiten da mit einem etwas größeren Set, einfach mal alle Credits am Ende eines Films bis zum Ende durchsehen und denken, dass bei „Catering“ nicht nur eine Person Geld bekommt.
    Ich kenne Leute im Handel, die inzwischen ihren Arbeitsplatz verloren haben, weil sich Entertainment kaum noch trägt. Von daher ist der Protest gegen ACTA aus meiner Sicht recht egoistisch und nicht zu Ende gedacht.

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  34. sooo gut find‘ ich den Artikel jetzt gar nicht… sind mir bisschen zu wenig Argumente gegen ACTA drin und viel zu viel blaaaa.

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  37. Selbstgerechtes verschrobenes Gesabbel. Wenn man keinen Bock hat für Sachen zu bezahlen und lieber lolpirated ist das ja ok, aber dann irgendwelche anderen angeblichen Gründe vorzuschieben ist armselig.
    Merkt man der nicht vorhandenden Argumentation auch an.

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  44. Sollte das jetzt ein Beweis sein dass Du nicht weißt, was „Preaching to the Choir“ bedeutet? Oder „Eulen nach Athen tragen“?

    Zitat: „denn Blogs werden in Deutschland nur von genau der Minderheit gelesen, die eh ungefähr weiß, was ACTA ist“

    Das ist genau das, was die Sprichwörter bedeuten. Jemandem Argumente darbringen von einer Sache, von der er eh schon überzeugt davon ist.

    Aber vielleicht ist die Ironie ja dass ich so bräsig war zu denken dass Du es nicht verstanden hast und Du mich nur mit „vorgetäuschter Idiotie“ hinter’m Ofen vorlocken wolltest und ich drauf reingefallen bin.

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