Gute Gründe

Vielleicht hast du gute Gründe dafür, dass ich dich nett finden soll.
Vielleicht hast du gute Gründe dafür, dass alle deine Lieblingsserie sehen sollten.
Vielleicht hast du gute Gründe dafür, dass ich wegschauen soll, wenn du an mir vorbei gehst.
Vielleicht hast du gute Gründe dafür, dass dass ich dir auf Twitter follown sollte.
Und vielleicht hast du gute Gründe dafür, dein Haus hinter einer schmierigen Milchglasverpixelung zu verstecken und damit das digitale Abbild meiner Straße zu verschandeln.

Aber mit Verlaub, die sind mir völlig schnurz.

Mein Haus (Puh!)

Mein Haus (Puh!)


Mein Haus. Ich habe Glück gehabt. Keine spießigen Besitzstandswahrer die Privatsphäre statt als Persönlichkeitsrecht als Besitzrecht uminterpretieren.

In meiner Nachbarschaft

In meiner Nachbarschaft


In meiner Nachbarschaft. Wenn man bedenkt, dass es meist nur ein einziger Mieter pro Haus ist, der diese Verschandelungen zu verantworten hat, tun einem die anderen sehr leid. Die Verantwortlichen sollten sich schämen. Elende Egoisten!

Mein Panoramioprofil

Mein Panoramioprofil


Mein Panoramioprofil. Ich bin nicht bereit den Leuten ihr verqueres Verständnis von Privatsphäre durchgehen zu lassen. Ihre vermeintliche Freiheit schränkt nämlich meine ein, nicht umgekehrt.

Bilder bei Panoramio landen automatisch bei Googlemaps. Bei mixxt kann man der der Gruppe Streetview / verschollene Häuser um Jens Best beitreten.

Übrigens: Wer Streetview als teil einer irgendwie verstandenen Postprivacy versteht, ist ein Idiot.

UPDATE:

So sieht dann ein durch Panoramio Rekonstruiertes Haus in Streetview aus. (Das kann dann bei meinen Fotos noch ne ganze Weile dauern, wie ich in Erfahrung bringen konnte) (via: baranek)

UPDATE 2:

Andreas Türk (nicht der aus dem Fernsehen, sondern der von Google) hat schon angekündigt, dass Google nicht zensierend in den User Generated Content wie aus Panoramio zensierend eingreifen zu wollen.

UPDATE 3:

Schöner Radiobeitrag im Deutschlandradio über den Start von Google Streetview, in dem auch ich was in’s Mikro sage.

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84 Gedanken zu “Gute Gründe

  1. Vielleicht hast du gute Gründe, auf die Straße zu gehen und zu fotografieren. Die Art, wie du heute morgen im Halbdunkel Handyfotos von verpixelten Häusern gemacht hast, um darüber zu twittern, dein Panoramio-Profil bewirbst und die Art, wie du Leute – statt sie aufzuklären – vorauseilend als Idioten und Egoisten bezeichnest, macht eine Diskussion über das Thema nicht gerade einfach. Beängstigend finde ich vor allem den Ton, der jetzt angeschlagen wird, wo das Thema religiöse Züge annimmt. Schade.

  2. Disclaimer: Ich bin ein Freund von Streetmap und mag verpixelte Häuser nicht.

  3. rokr – Quark. Die Diskussionen sind gelaufen. Die Egoisten haben Fakten geschaffen. Jetzt kann man nur noch Gegenfakten schaffen.

  4. Danke für Deine konstruktive Arbeit Michael. Wenn die Leute aufgrund einer anderen Wahrnehmung von Lebensrealität zu einer anderen Bewertung eines Sachverhalts kommen, dann sind verbale Gewalt und emotional geprägter Aktionismus sicherlich das richtige Mittel, um die Situation zu lösen. Die Leute haben ja gar kein Recht auf ihre Angst und Sorge!

    (rokr: guter Kommentar, danke / schade um die Bilder, klar)

  5. Wer die Privatsphäre nicht achtet, dem scheint auch der Schutz des Eigentums nicht viel wert zu sein.

    „Mein Haus“. Ich wette, es gehört einem anderen. Also: „Das Haus, in dem ich wohne“, oder?

  6. Feiger Privatmann – Wach auf. Die Zeit der Argumente ist vorbei. Die Destruktion hat gesiegt. Jetzt ist die Zeit der Rekonstruktion.

  7. Jaja, Interessen anderer Leute sind so scheissegal wie das Urheberrecht, Hauptsache man kann sich nach vorne spielen… Du bist nicht gefährlich, Du bist nur lächerlich mit Deinem Internetpathos.

  8. Konnte man den auch als Mieter eine Verpixelung beantragen? Oder war das den Eigentümern vorbehalten? Das ist ja ne recht knifflige Situation, wenn z.B. der Eigentümer seine Fassade unverpixelt lassen möchte, um z.B. möglichen Mietinteressenten eine Betrachtung via Streetview zu ermöglichen.
    Die Verpixelungen sind nun wirklich nicht gerade eine Zierde für das digitale Strassenabbild, aber nunja es stört mich auch nicht wirklich.
    Ich bin da letzlich unentschieden. Für mich hat diese Jens Best – Bewegung auch schon fast pseudo-religiöse Züge, andererseits ist es auch immer erfrischend ein völlig anderes Bewußtsein zu bestimmten Themen auch offensiv zu vertreten. Die Grünen hielt man früher auch für Öko-Spinner.

  9. Martin – Sowohl Vermieter als auch Mieter konnten verpixeln lassen. Jeder einzelne hatte Interventionsrecht. Aber nur in die eine Richtung. Siehe das Interview mit Stefan Keuchel: http://mspr0.de/?p=1579

  10. Danke, interessantes Interview. Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass die Verpixelungen dauerhaft sind. Das rückt das Ganze natürlich ein wenig in ein anderes Licht. Bisher war ich davon ausgegangen, dass man sie rückgängig machen könnte.

  11. Die Genossen des gesamten Internets schauen auf uns. Wir sind die Elite. Das müsst ihr checken.

    Die Logistik wird auf der Formel M-T-F aufgebaut: M für Mobilisierung – wir versammeln so Verpixelungsgegner wie möglich; T für Trollerei – sobald wir die Leute haben, überfallen wir drei oder viel Alphablogs und natürlich F für Fotografie.

    Ab sofort hat jeder immer eine Digitalkamera bei sich zu tragen, damit sich jeder zu jeder Zeit daran erinnert, wer er ist.

  12. @mspro:

    – ihre Freiheit schränkt deine ein? Wie das?
    – Wie verhält sich dazu das Veröffentlichen der enstprechenden Fassade?

    Sowohl die Ansicht, dass man sich in seiner persönlichen Freiheit eingeschränkt sieht, weil jemand anderes nicht mit der Abbildung seiner Hausfassade im Internet einverstanden war, als auch den Impuls, es denen dann scheinbar mal richtig zu zeigen, kann ich nicht nachvollziehen.
    Wäre die Grundeinstellung ‚Alles Verpixelt, außer jemand sagt, dass ers nicht möchte‘ gewesen, ich würde denken, du wärst einer derjenigen gewesen, die sich genauso an Google gewandt hätte, wie es jene getan haben, die nun der Darstellung wiedersprochen haben. Hättest du die anderen Hausbewohner gefragt?
    Und wirklich, wo ist der Nachteil, nun in einem verpixelten Haus zu wohnen? Oder – noch weniger verständlich – eins in der Nachbarschaft zu haben? Mir fällt da nur das eigene Bestaunen, Bekannten zeigen und neugierige Rumstöbern ein. Genau die Gründe, weswegen ich das Ganze zumindest ansatzweise spassig und interessant finde. Aber mehr ist das Ganze doch nicht. Nichts, um einen Glaubenskrieg anzufangen sollte man meinen. But then again, it’s the internet…

  13. Es schränkt die Nutzbarkeit des Dienstes ein. Also auch meine Freiheit ihn zu nutzen. Dazu wird mein ästhetisches Empfinden bei diesen Verpixelungen so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass es mir den Dienst beinahe komplett verleidet. Kurz: Die Spießer haben mir einen tollen Dienst, auf den ich mich sehr gefreut hatte gründlich versaut.

    Aber reden wir nicht von mir und den anderen Millionen Menschen, die an diesem Dienst partizipieren wollten. Reden wir lieber über Behinderte, oder nein, lassen wir sie selber zu Wort kommen: http://blog.wheelmap.org/2010/11/wheelmap-org-macht-mit-google-streetview-menschen-im-rollstuhl-mobil/

    Ach naja, ist doch für die tolle Privatheit einiger Hausbewohner. Weil.. ja, warum eigentlich?

    Im Gegenzug konnte mir nämlich noch niemand weiß machen, welche Freiheit die Abbildung der Hausfassade für ihn einschränkt.

    Weil er das einfach nicht möchte, höre ich immer wieder. Tja, das Leben ist ein Wunschkonzert.

  14. Ach Andre, was ist daran keine Freiheitseinschränkung, wenn etwas verboten werden soll, dass keine konkrete Schädigung verursacht?

    Verpixelungsbefürwortern (nebenbei: ich wünsche mir ein kürzeres Wort) muss man mit Wort und Tat entgegen treten — ähnlich den Spinnern, die als Rechtfertigung für Tumulte angeben, sie hätten in der Zeichnung eines bombenwerfenden schweinegesichtigen Turbanträgers ihren Propheten gesehen. (Ich hoffe übrigens bei beiden Gruppen, dass man sie irgendwie vom Wert einer freien, kritischen Öffentlichkeit überzeugen kann.)

  15. Grundsätzlich stimme ich dir zu, aber vielleicht sollte man sowas irgendwie behutsamer machen.
    Vielleicht sollte man einen Flyer drucken auf dem man die Leute deren Häuser man rekonstruiert nett darüber informiert das man das getan hat und warum. Schließlich will man ja nicht nur Häuser rekonstruierenm sondern auch ein Umdenken bei den Leuten die vor Streetview Angst haben erreichen.

  16. Sebastian Sellhorst – Gute idee. Mach das, du hast meine Unterstützung. Ich mach derweil die Bilder weiter.

  17. Wenn Leute Ihr Haus nicht beim Daten-Moloch Google sehen wollen, kann ich das gut verstehen. Von daher ist die Erregung von Dir und anderen ziemlich bescheuert. Das ist nicht Freiheit, das ist Egoismus von Menschen, die offenbar nicht mehr das normale Leben kennen, sondern nur noch das Netz.

  18. Oli – Ah, du verstehst das also! Endlich jemand. Dann kannst du es bestimmt auch erklären, oder?

  19. Ich meint Dich mit dem Egoismus. Es ist Dein Egoismus, Bilder von Häusern zu veröffentlichen, in denen Leute wohnen, die das nicht wollen. Diese Art von Egoismus finde ich scheisse.

    Deine Freiheit wird meiner Ansicht nach keinen Millimeter dadurch eingeschränkt, dass Du deren Häuser nicht in Streetview sehen kannst (weil verpixelt). Du kannst ja gern dort vorbei gehen und Dir die Häuser in echt anschauen (und für Dich selbst auch fotografieren und sogar ins Netz stellen – aber OHNE die genaue Ortsangabe, das würde schon reichen).

  20. Ah, da ist ja endlich mal eine konkrete Forderung. Du bist also gegen Geodaten in Fotografien. Hab ich das richtig verstanden?

  21. Jedenfalls bei privaten Häusern. Für alle öffentlichen Bauwerke etc. gilt das nicht. Aber ansonsten bin ich dafür, nicht wirklich notwendige Daten lieber wegzulassen. Daten, die nicht existieren, können halt nicht missbraucht werden.

    Nebenbei: Ich finde es auch bedenklich, dass Google (oder auch andere mit ähnlichen Diensten) Personen auf StreetView nur im Gesicht unerkennbar macht. Eigentlich sollte die gesamte Person „unsichtbar“ gemacht werden.

  22. „Es schränkt die Nutzbarkeit des Dienstes ein. Also auch meine Freiheit ihn zu nutzen. Dazu wird mein ästhetisches Empfinden bei diesen Verpixelungen so stark in Mitleidenschaft gezogen.“ – Du antwortest dir da schon selbst: „Aber mit Verlaub, [das ist ihnen] völlig schnurz.“

  23. (Oder anders gesagt: Warum sollte den Verpixelten dein ästhetisches Empfinden nicht genauso schnurz sein wie dir deren Wunsch nach Verhüllung ist?)

  24. Davon abgesehen, dass ich (obwohl ich es unfassbar dämlich finde) niemandem das Recht absprechen möchte, das Kulanzangebot von Google zu nutzen, hast du recht.

    ich werd halt nur dafür sorgen, dass es unwirksam ist. Und solange mir das im Gegenzug auch keiner verbietet, sind wir doch quitt! 😉

  25. Enno, das kann ihnen ja gut und gerne schnurz sein; und dann? Aus einer Egal-Haltung befürwortet sich ja noch kein Verbotsanspruch.

  26. @mspro
    Ich verstehe wirklich nicht, warum es dämlich ist, die eigene Wohnstätte der weltweiten Ansicht zu entziehen. Welchen Vorteil habe ich, wenn das jeder Depp sehen kann?

    Und warum müssen Leute wie Du nun missionarisch diese vermeintlichen Leerstellen füllen? Was hat da irgendwer davon?

  27. Oli – Du wirst lachen. Ich muss das gar nicht. Ich mache das, weil es mir spaß macht. Keiner zwingt mich. Und ja, ich halte das für Sinnvoll. Ich will mithelfen, dass Streetview in Berlin benutzbar ist. Da habe nicht nur ich etwas davon.

  28. Was ist daran sinnvoll, jedes beschissene Haus in StreetView sehen zu können?

    [Übrigens: „Mein“ Haus ist bei StreetView durch die Gnade des späten Baus nicht zu sehen und ich find’s gut. So oder so stellt StreetView nicht die Wirklichkeit dar und das wird auch durch Hunderttausend andere ergänzte Bilder nicht besser. Wer sich für eine Gegend interessiert, sollte immer noch selbst hingehen. In Hundescheisse kannst Du nur mit Deinen eigenen Schuhen treten, nicht mit StreetView.]

  29. @Oli
    Sag das mal nem Rolli Fahrer der duch die halbe Stadt gegondelt ist um dann zu merken dass die Location die er besuchen wollte für seinen E-Rolli nicht zu erreichen ist. Der wird dir dann bestimmt erklären was für ihn daran sinnvoll ist jedes beschissene Haus in Streetview sehen zu können.

  30. Oli – Vielleicht will ich mir deine Gegend angucken, ohne in Hundescheiße zu treten. Es gibt Menschen, die würden darauf gerne verzichten.

    Anwendungsbeispiele gibt es viele. In meiner Zeit in New York habe andauernd Streetview benutzt. Gibt es einen Kartenverkauf zu dem Chinabus, von dem ich nur die Internetseite kenne? Wie sieht das Haus aus, in dem ich gleich eingeladen bin? Meiner Mutter ein Link zum Wohnhaus, wo ich wohne. Ist die gegend allzu Ghetto, wo ich hin muss. Wie lebt es sich eigentlich in Dumbo? Wie siehst das Umfeld der Wohnung aus, die ich gedenke zu mieten. Sogar Öffnungszeiten von Läden habe ich schon per Streetview erfahren.

  31. @mspro
    Für all Deine Beispiele ist StreetView keineswegs notwendig, es gibt dafür andere Lösungen (oder könnte sie geben).

    @Sebastian Sellhorst:
    Aha, der Rollifahrer kann also dank StreetView erkennen, ob im Haus Treppen sind oder nicht, ob es einen Fahrstuhl gibt etc.? Auf jeden Fall braucht es dafür nicht StreetView, um das zu erfahren (einfach mal anrufen? Info auf der Webseite der „Location“?).

    @erlehmann:
    Wenn ich nihilistische Züge hätte, würde ich mich als Eremit auf einen Berg verziehen. Vielleicht erkennst Du, dass weniger besser sein kann als alles.

  32. Olli – alles was man mit dem Automobil tun kann, kann man schließlich auch mit Kutschen machen!

  33. Oli: Du kannst dich gerne freiwillig weniger begnügen, das kleine Nie-zufrieden-Männchen in meinem Kopf hingegen will mehr. Wenn du mir und mspro und Millionen-Milliarden anderer den Überfluss nicht gönnst, dann ist das nicht a-, sondern geradezu anti-sozial.

  34. @Oli Sicherlich löst Streetview nur einen Bruchteil der Probleme körperlich eingeschränkte Menschen. Aber es löst welche, so sagen es zumindest die Mädels und Jungs von http://blog.wheelmap.org/ Und wenn dieser Mehrwehrt der sich bestimmt auch noch in unzähligen anderen Scenarios zeigen wird einfach zunichte gemacht, oder zumindest stark eingeschränkt wird weil Leute ein „ungutes Gefühl“ haben finde ich dass sehr sehr schade.

    Du kannst mir glauben, ich würde Streetview auch um einiges lieber als Aufsatz auf die OpenStreetMap sehen als in den Händen von Google. Aber man sollte auch wenn bei einem der Zweifel überwiegt und man selbst spontan keinen eigenen Anwendungsfall hat, immer ein offenes Ohr für den Nutzen der anderen haben.

  35. Die gute alte redenmasche. Sicher, hat Charme. Wär mir aber zu anstrengend. Die Leute, die den Verpixelungsantrag eingereicht haben, haben das meist auch nicht abgesprochen. Aber gut.

  36. Pingback: die ennomane » Blog Archive » Wir sind nicht reif für Streetview, wenn wir den Wunsch nach Verpixelung nicht akzeptieren können

  37. Du bist ein lächerlicher Datenexhibitionist!

    Der Egoist bist Du, weil Du in Deinem Voyeurismus gestört wirst!

    Geh zum Psychater, aber schnell!

  38. Wahnsinn! MTF, da tut sich ein neuer Markt für mich auf – in ungeahnter Größe! Häuserfotografie…

    Aber seltsam, wie sich plötzlich alle möglichen Leute auf ihr ästhetisches Bewusstsein berufen. Kann es sein, dass die enttäuschten Bewohner der Pixelvillen einfach nur gespannt auf ihre Fassade und die gefühlten 5 Minuten Ruhm, sein Haus im IN!TER!NET! zu sehen waren? Und sind vielleicht deswegen enttäuscht?

    „Ihre vermeintliche Freiheit schränkt nämlich meine ein, nicht umgekehrt.“
    Welche Freiheit denn? Die Häuser anzugucken? Kannst du doch immer noch. Den ganzen Tag.

    Dass die Entscheidungsprozesse von Mietwohnungen reichlich undemokratisch verlaufen sind, sehe ich ein. Aber so viel Energie auf eine „scheinbar“ nur trotzige Gegenreaktion zu verwenden…die Folgen wären sogar noch weniger weltbewegend als die Verpixelung selbst.
    Ich fänds gut , wenn ihr alle anfangen würdet, die Stadt zu begrünen, die Bürgersteige zu fegen und Fassaden zu streichen. Für unser aller ästhetisches Empfinden. Ich dokumentiere das dann auch.

  39. fotografiona – Ich mag meine Gegend so, wie sie ist. Und will sie so auch im Internet sehen. Dafür werde ich sorgen.

  40. Eine guter Kompromiss wäre es, die analoge Realität der digitalen anzugleichen. Das würde bedeuten man müßte mit dieser Pixelfarbmischung, die auch google benutzt die verpixelten Hauswänder anstreichen. Das wäre ein feiner Spass. Und außerdem wäre es kriminell.

  41. Martin – der witz ist ja, dass es so streng verboten ist, die Fassaden in der Realität zu verschandeln, aber im Internet ist das Ok?

    Aber das bringt mich auf eine andere Versönliche Idee: Graffittikünstler könnten Bilder entwerfen, die statt der Milchflansches in Streetview angezeigt werden. Das wäre doch mal was. Google soll da mal einen Contest ausschreiben.

  42. mspro: Du kannst Deine Gegend all Deinen Bekannten zeigen – aber warum muss das gleich hyper-öffentlich über einen kommerziellen Anbieter sein? Da kann ich mich eigentlich fast nur „Ein Leser“ anschließen …

  43. Martin, ich warte schon länger darauf, dass die ersten Häuser grafittoverpixelt werden. Ernsthaft.

  44. @Sebastian Sellhorst:

    Als Bewohner eines Neubaus weiss ich aus leidvoller Erfahrung, wie lange es dauert, bis die eigene Adresse bei allen möglichen Anbietern überhaupt existiert und man bis dahin entweder gar nichts machen kann („Ihre Adresse ist nicht korrekt.“) oder hundertmal „Ich bin mit aber wirklich sicher“ drücken muss. Gerade Rollifahrer sollten sich daher nie auf letztlich uralte Angaben verlassen – und nichts anderes sind die Angaben von StreetView. Nettes Gimick, aber wenig verlässlich. Und das ZWANGSLÄUFIG (also bitte nicht jetzt sagen, dann müssen wir das halt öfter aktualisieren …).

  45. Yeah, jetzt sind wir schon auf einer anderen Ebene: Vorher war es „Streetview darf nicht sein!“, jetzt ist es „Streetview ist nicht nützlich!“ … und bald kommt dann von Oli sicher „Aber in echt ist das noch was ganz Anderes!“

  46. Gott, hast du einen an der Waffel.
    Nur weil du digitaler oder auch sonstwelcher Exibitionist in jeder Hinsicht bist, sollen sich andere Menschen eine Einschränkung ihrer Freiheit auf Privatsphäre gefallen lassen? Ich bin also Egoist, wenn ich mein Recht wahrnehme, dass deines, dich entblößen zu wollen in keiner Weise beschneidet? Und das dann noch als Glaubensfrage.
    Da fragt man sich wirklich, was bei deiner Sozialisation schiefgegangen ist.

  47. @erlehmann
    Ich habe nie gesagt, dass StreetView überhaupt nicht sein darf. Ich bin vor allem vehement für das Recht auf Verpixelung.
    „Nebenbei“ stellt sich aber natürlich die Frage der Nützlichkeit. Und natürlich ist es in echt was ganz anderes. Um so mehr stört mich die Verpixelung gar nicht – da es so oder so nicht echt ist. Woraus aber nicht folgt, dass es deswegen legitim sei, jedes Haus zwangsweise öffentlich zu machen.

  48. @mspro: Den ersten Teil Deines Kommentars von 19:12 meinst Du nicht ernst, oder?

  49. So sehr mir der Gedanke widerstrebt, dass Hausfassaden ein Persönlichkeitsrecht besitzen sollen und wegpixeln gegen Anschauen hilft, so sehr geht mir dein Ton gegen die Leute, die meinen sich damit etwas schützen zu können, auf den Geist.

  50. @Sebastian

    Nur für’s Protokoll: Nur weil Google euch Netzdeppen verkauft, dass es Kulanz ihrerseits wäre, wenn sie großzügig gestatten, dass man Einspruchsrecht gegen den Ge- und Mißbrauch seiner Daten hat, muss man das nicht gleich ungesehen glauben. Auch nicht, wenn man so jung ist wie du. Und glaub mir: Die ersten Urteile werden nicht so lange auf sich warten lassen. Ja, wir betreten hier Neuland. Aber wie bescheuerte Menschen für ein kleines Gimmick ihre Seele und auch ihre Unterhosen an einen Konzern verkaufen, der mehr als intransparent ist, erschließt sich mir nur mit dem Verdacht auf Hirnabsenz.

    Eine Diskussionsbasis wäre gewesen: Ich lass mich verpixeln – du nicht. Jeder nach seiner Facon.
    Aber mir von ein paar durchgeknallten Nerds ihre schöne bunte Klicki-Welt aufzwingen lassen? Nö.

  51. Pingback: Vom Google Street-View Start, verpixelten Häusern, Egoisten und Selbstdarstellern - Maingold

  52. stimmt, was interessieren mich andere meinungen, nur ich habe recht,alles andere ist blödsinn. entschuldigung, aber wo sind deine gedankengänge, wo der versuch die andere seite zu verstehen.

    hier zeigt sich die eklige seite des menschen. anstatt auf ihn zuzugehen tun wir ihnen weh,aber solange man es nicht selbst ist, ist doch super. ich hoffe du biet auch so verständnissvoll (wie du von den verpixelern erwartest),wenn jemand andere wertvorstellungen hast als die eigenen?

    versteh mich nicht falsch, ich freu mich au h nicht über verpixelte häuser. aber ich provoziere sie nicht noch. wo ist ihre kommunikation? wo das aufden anderen zugehen?
    mit ihrer argumentation könte man übrigens alles machen. es ist sehr traurig.

  53. „Google soll einen contest ausschreiben….“

    Google soll, Google bietet. Google macht, – wer soviel Hoffnung und Vertrauen in ein Unternehmen setzt und freiwillig unentgeltlich ein Produkt des Unternehmens mit eugenenn Fotos vermeintlich verbesert, sollte mal überlegen, sich bei Google zu bewerben. Kreativität, helles Köpfchen, Internetexpertise, Unternehmergeist, das würde mspro sich ja sicher als Assets ausstellen.

  54. Pingback: Lesenswerte Artikel 19. November 2010

  55. Oh nein, die German-Angt greift weiter um sich.

    @Müller: Mimimimimimii..

  56. @Robert:

    Wenn man keine Ahnung hat, usw.
    Ne?
    Im Übrigen hat das nichts mit Angst zu tun, wenn man nicht schwengelschwingend hinter jedem ach so tollen Gimmick her rennt und schreit: „JA, ich will mich entblößen!“

    Ihr glaubt, Google ist euer großer Bruder, der das aus Herzensgüte tut, weil wir alle ja ach so tolle Progrämmelchen wollen? Ja? Mit wieviel IQ-Punkten – von mir aus zusammengerechnet – diskutier ich hier eigentlich?

    Hypothetisch:
    Wenn Google das Ganze mit noch mehr Daten dazu benutzt, um dich mit Werbung zuzuscheissen und wenn Street View plötzlich was kosten soll – wirst du dann auch jubeln?

  57. Pingback: YuccaTree Post + » Streetview: Kleinkrieg im Netz und unvollständige Verpixelung

  58. questionaire – Aus der Köpi hab ich zwei Häuser. Aber bin da aber noch lange nicht fertig.

  59. @Müller: Ich würde gerne mal etwas Grundsätzlich hinterfragen: „Ihr glaubt, Google ist euer großer Bruder, der das aus Herzensgüte tut, weil wir alle ja ach so tolle Progrämmelchen wollen? Ja?“

    Wer hat denn eigentlich festgelegt, dass ein kommerzielles Unternehmen IMMER, AUSSCHLIEßLICH und 100%-ig SICHER etwas Böses im Schilde führt? Wenn das so ist, wären wir doch bekloppt 99% unseres Lebens durch Konzerne bestimmen zu lassen, deren einziges Ziel es ist, unser Leben zu verschlechtern und unsere Bürgerrechte für sich in bare Münze umzusetzen.

    – Wenn Sie mit dieser These Recht haben, sind Sie ein Mitläufer und Drückeberger, weil ich nicht annehme, dass Sie ein Revolutionär sind oder sich einer Konsumresistance angeschlossen haben.
    – Wenn Sie nicht Recht haben, sind Sie ein Zyniker und Misanthrop und kämpfen gegen eine gute Sache. Und dann sind Sie der Unsoziale und beschneiden alle anderen.

    Toll, so Logik, nich?

  60. Und warum der ganze Verpixelungs-, Antistreetviewhype?
    Drei Dinge die den Wert einer Immobilie bestimmen:
    1. Lage
    2. Lage
    3. Lage
    Also kein Wunder, dass die deutsche Immobilienindustrie brave Bürger aufgehetzt hat, ihre Gardinen und dreckigen Fenster verpixeln zu lassen!
    Wo kommen wir den hin, wenn man sich die Gegend anschaut – bevor man da hinzieht oder den Kasten kauft?

    Komisch, das es kein Widerspruchsrecht gegen Bürgerämter gibt, die für 3,50€ Adressdatensätze an Unternehmen verkaufen.

  61. Selten sah‘ ich bei der saturierten Jugend dieses Landes in den vergangen Jahren soviel Elan aufblitzen wie jetzt, wo sie einen börsennotierten Wohltäter zur Hilfe eilt. Da will auch ich unterstützen: Für jedes Foto bei Panoramio spendiere ich euch 2 verpixelte Häuser – so hart sind die Checks ja nicht.
    So bleibt alles im Fluß, jeder hilft mit wo er kann und wir landen am Ende bei einem einheitlichen Service :)

  62. Die einzige Person, welche sich hier als ignoranter Idiot offenbart bist Du selbst. Wie kann man so naiv sein und glauben solche Daten würde der Mensch (insbesondere der rachefreudige Deutsche) für positive Zwecke einsetzen. Google Street View wird von Denunzianten veteidigt, die es lieben andere bis ins letzte Detail öffentlich blosszustellen.

    Schonmal im Briefkasten 100.- Euro drin liegen sehen, weil Dich die Nachbarn lieben? WTF! Ausser Direktmarketing, Rechnungen, Probleme landet nichts im Briefkasten; bis auf wenige Ausnahmen wie Geburtstag, Weihnachtsgrüsse …

    Haut ab in euer Google Ghetto und lasst endlich die unbedarfte Masse in Ruhe. Wir haben an eurer globalen Selbstinszenierung kein Interesse. Wandert endlich aus in die USA!

  63. Und zu Deiner Herabwürdigung von Stuttgart21 noch eine Anmerkung:

    Stuttgart21 ist nicht Bahnhof. Stuttgart21 ist die Sichtbarmachung von Bürgern einer Stadt, dass sie kein Mitspracherecht bei der Gestaltung ihrer Heimat haben. Städte gehören den Bürgern – sie zahlen mit ihren Steuern alle öffentliche Bauwerke und die gesamte Infrastruktur.

    Auch bei der privaten DB zahlen wir ALLE Immobilien, weil diese (laufenden) Kosten in die Fahrkarten (!) mit einberechnet werden. Der Bahnkunde finanziert quasi den Bahnhof in Raten, darf aber nichts mit entscheiden (Architektur, Grösse, Lage, Komfort, Sicherheit etc. )

    Wie bei Google Street View kapierst Du einfach nicht, dass WIR ALLES finanzieren! Bei Google mit der kommerziellen Verwendbarkeit unserer Daten, bei der DB durch die Fahrtickets, Fahrpreise.

    Oder kennst Du einen anderen Grund warum sich schleichend alle 3 Monate die Tickets um bis zu 50 Cent erhöhen? Rechne es aus was 50 Cent mehr bei 200 000 Bahnreisende täglich am Stuttgarter Bahnhof und 750 000 innerhalb der Region Stuttgart ausmachen.

    Diese 73 Millionen Bahnreisende pro Jahr bezahlen den Stuttgarter Banhof, haben aber nichts zu melden. Sie dürfen einsteigen und aussteigen – mehr nicht …

    Begreif es endlich! Hier wird kein Sandkorn verschenkt.

  64. Pingback: Sonntagslektüre: Google Streetview | Spreeblick

  65. Pingback: Google Streetview und der digitale Pranger | blog.windfluechter.net

  66. Mannmannmannmannmann, wie kann man nur so fundamentalistisch sein? Habt ihr keine Freunde? Früher hatte man seine Modelleisenbahn, heute seinen Krawallblog? Ich würd nicht so viel vor dem Rechner sitzen, sondern mehr nach draußen gehen – dann braucht es auch kein Streetview um interessante Straßenzüge zu sehen. Und was soll vor allem diese verbale Aggression von Seiten der Google-Fanboys? Mir scheint der Kontrollverlust ein anderer zu sein.

  67. Pingback: Streetview-Verpixelungsdebatte, lästige : Jörn Schaars feine Seite

  68. Daumen hoch zu dieser Aktion!

    @Robert B.
    dann geh doch raus. lass uns weiter drinnen spielen! :-)

  69. Pingback: Google Street-View Aktivismus - Maingold

  70. Pingback: Google Street View en Alemania: la disputa por el pixelado

  71. Pingback: Google Street View: degenera la polemica sulla pixelizzazione | E-blogs Italia

  72. Pingback: Google Street View : le débat sur le floutage dégénère

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