Archäologie des zerschlagenen Porzellans

Grundsätzlich steht in der Stellungnahme der FAZ nichts falsches und sie schließt sich ja auch Punkt-für-Punkt meiner Darstellung an.

Dass es „persönliche“ Konflikte gegeben haben soll, ist mir allerdings entgangen. Ich jedenfalls hatte keine mit niemandem. Mir ging es von Anfang an um die Sache, nämlich zunächst um einen Text und schließlich um mein ganzes Blog. Wenn jemand in der Redaktion die Auseinandersetzung, als „persönlich“ gesehen haben sollte, dann würde das die Überreaktion zwar erklären, aber ich fände das extrem unprofessionell.

Interessant ist noch dieser Absatz:

„Entgegen redaktioneller Absprache hat Herr Seemann diesen Beitrag kurze Zeit später durch eine Version ohne Fotos ersetzt und ohne Rücksprache auf der Homepage von FAZ.NET publiziert. Daraufhin hat die Redaktion sein Blog vorübergehend gesperrt. Sie sah sich gezwungen, die Bildrechte an sämtlichen Fotos zu überprüfen und etwaige nachträgliche Veränderungen für den Fall zu verhindern, dass der Verlag der F.A.Z. mit Rechteansprüchen konfrontiert werden würde.“

Die ersten beiden Sätze entsprechen vollkommen meiner Darstellung und mir wurde auch per Mail genau dieser Grund angegeben. Der zweite Satz schafft es, eine andere Begründung aufscheinen zu lassen, ohne sie wirklich als Grund anzugeben. Das Blog ist natürlich nicht zur Klärung der Bildrechte vom Netz genommen worden. Nur falls da Missverständnisse entstehen sollten: ich bin im Besitz der Mail des Redakteurs, in der nur die erste Begründung steht.

Sehr froh bin ich natürlich, dass ich die Texte wieder veröffentlichen kann. Denn das war es, worum es ja ging. Diese Texte bedeuten mir schon sehr viel. Ich habe da einiges an Arbeit rein gesteckt und mich überwunden, Ideen und Diskurse, die ich seit ein paar Jahren im Kopf entwickelt hatte, endlich aufzuschreiben. Diese Texte sind für mich und meine theoretische Arbeit sehr kostbar und eben so kostbar ist ihre Präsenz im Netz um weiterhin darauf Bezug nehmen zu können – und zwar nicht nur von mir. Ich weiß allerdings noch nicht, was ich damit machen werde. Sie hier einfach zu veröffentlichen, fände ich irgendwie nicht angemessen. Ich wäre für Ideen dankbar.

Natürlich bin ich immer noch nicht befriedigt, was diese Sache angeht. Ich kann immer noch nicht nach vollziehen, was da bei einigen in der Redaktion im Kopf abging, als sie den Button drückten. Ich weiß aber mittlerweile, dass zumindest Schirrmacher mit der Sache nichts zu tun gehabt hatte. Das hätte mich schon schwer enttäuscht. Ich sage das aber auch, weil Vermutungen geäußert worden sind, dass es um inhaltliche Differenzen zwischen mir und ihm gegangen sei. Dem ist augenscheinlich nicht so.

Insgesamt ist es wohl ein absolutes Lehrstück in Sachen Kontrollverlust. Irgendwer in der Redaktion wollte anscheinend seine „Kontrolle“ mal so richtig zur Geltung kommen lassen. Mit der „Blogsperrung“, die nach außen hin eine Löschung ist, wurde aber eine Grenze überschritten, bei der ich sehr empfindlich reagiere und die ich nicht hinnehmen konnte. Manch einer mag das als Überreaktion interpretieren, aber für mich war das zu dem Zeitpunkt eine brachiale Kriegserklärung. Ach ja, und der Rest ist Streisand.

Ich bin jedenfalls überwältigt, was die Reaktionen anging, auf Twitter und in den Blogs. Klar, da wird immer viel spekuliert und einige Verschwörungstheorien waren nicht mehr feierlich, aber insgesamt fand ich es wieder interessant, wie das Netz solche Dinge „verdaut“. Zunächst treffen die empörten Reaktionen ein, nach und nach kommen die Mahner, die den Hype flach halten wollen, dann werden nach und nach die Interpretationen der Ereignisse geliefert. Jeder stürzt sich auf das Detail, dass ihm wichtig erscheint und in nullkommanix sind alle Sichtweisen zu dem Thema erreichbar, die man sich nur vorstellen kann. Auch die kritischen und die ganz bösen, die sich einfach nur freuen, dass ich jetzt nicht mehr bei der FAZ bin.

All diese Leute: die Empörer, die Interpreten, die Mahner und die Kritiker schaffen zusammen eine vollständige Aufschlüsselung aller möglichen Sichtweisen auf ein Thema. Eine vollständige Verarbeitung. Jeder, der will, kann sich zu dem Vorfall ein komplettes Bild machen, wie man das Thema sehen kann. Ich bin jedes mal wieder fasziniert und würde am liebsten sofort einen Kontrollverlust darüber … ach ja.

Für mich ist die Sache jedenfalls erst mal gegessen. Ich bin immer noch traurig und enttäuscht und werde mir erst mal in Ruhe überlegen müssen, wie es weiter geht. Ich danke noch mal allen, die mich unterstützt haben, das hat mir sehr geholfen.


123 Gedanken zu “Archäologie des zerschlagenen Porzellans

  1. Ja, jeder trägt zur vollständigen Verarbeitung bei. Das wirklich interessante – und Kern des Kontrollverlustes – ist, dass man, nachdem man sich bewusst oder unbewusst exponiert hat, vollständig durch die Zuschreibungen von anderen definiert wird.

    Davon losgelöst: Diese Stellungnahme ist m.E. nach wie vor von Selbstgerechtigkeit geprägt. Ich hätte anders geantwortet, bspw. so: “Ich habe einen Fehler gemacht. Ich danke der Community für die Solidarität. Ich verstehe, dass die FAZ sich rechtlich absichern muss UND ihre Reputation wahren muss, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die Kommunikation von Seiten des Verlages etwas anders läuft. Ich hoffe, wir kommen über die Beziehungsstörung hinweg, und es gelingt, dass Vertrauen wieder aufzubauen.”

  2. Das wirkt jetzt irgendwie so, als würdest du zurückrudern wollen, ohne einfach mal zuzugeben, dass es blöd war, das gleich zu skandalisieren.

  3. Eine Sache noch: Reduzier es nicht zu sehr auf die ominöse Person die eine persöhnliche Differenz mit dir hat oder irgendwelche nicht vorhandenen Muskeln spielen lassen möchte und andere Verschwörungstheorien.

  4. War das jetzt nicht beschwichtigend gemeint? Ist das nicht ein zurückrudern nachdem du von Löschung sprachst? (Ja, ich realisiere, dass du das weiterhin tust, um nicht zu schreiben, dass es falsch war.)

  5. @Thomas Maier Irgendwer hat die Bloglöschung zu verantworten. Ich weiß nicht wer das ist, das ist aber auch das einzige ominöse an dieser Person. Dass das ganze eine „persönliche“ Sache war, sage nicht ich, sondern die FAZ.

  6. @leFreak: Wo genau hat @mspro skandalisiert? Er hat seine Kenntnis und Sicht der Dinge zeitnah veröffentlicht, als Reaktion auf das (ihm gegenüber auch nur unzureichend erklärte) Nicht-mehr-Vorhandenseins seines Blogs.

    Hätte er still gehalten und sich nirgends zu der Situation geäußert, es hätte vermutlich nicht weniger öffentliche Spekulation und Schweinehetze gegeben. Es wäre nicht unwesentlich später aufgefallen, dass das Blog abgeschaltet ist, und hätte zu einem ähnlichen Tohuwabohu geführt. Vielleicht hat er durch seine Darstellung sogar ein bisschen Skandalisierbarkeit herausgenommen.

  7. @leFreak Sag mal, kannst du lesen? Hast du meinen ersten Beitrag gelesen? Da steht „Sperrung“, genau so wie hier. Manmanman

  8. Ja, ja, es gibt manchen, die glauben Blogger hätten Köhler gestürzt, aber die FAZ wäre ein schlecht geführter laden, wenn sich Schirrmacher mit solchem Krümelfick befassen würde.

  9. Ist Dir eigentlich klar, dass Dich keine Redaktion die bei Sinnen ist, je wieder beschäftigen wird. Ich bin erstaunt, über die Freundlichkeit der FAZ Stellungnahme. Du hast die ohne Not vorgeführt, einen innerredaktionellen Vorgang skandalisiert, ohne einmal einen Tag oder so abzuwarten und Dich abgrundtief illoyal verhalten. Ich finde das erschreckend und auch ein bisschen dumm.

  10. PS Ich glaube „persönlich“ heisst nicht „persönliche Fehde“ sondern es heißt: wir haben ein Problem mit Seemann, aber kein systematisches Problem mit Bloggern.

  11. Norbert Der „innerredaktionellen Vorgang“ hatte ziemlich außerredaktionelle Folgen. Das Blog war nicht mehr erreichbar, damit war die Sache an der Öffentlichkeit. Christian hat recht. Wenn ich geschwiegen hätte, hätten sich die Spekulationen einfach ohne mich verselbstständigt.

    Ich bin übrigens kein Journalist, deswegen muss ich nicht den Bückling machen. (so wie du?)

  12. Mal abgesehen davon, daß man diesen Vorgang wunderschön theorisieren kann, um u. a. über den allgegenwärtigen Kontrollverlust und die Versuche, Kontrolle wiederherzustellen/zu bekommen, zu philosophieren, so hat die Geschichte doch ganz konkrete, greifbare Auswirkungen — und die sind IMO inakzeptabel.

    Dazu gehören (1) die Eimer Scheiße, die über den beiden Parteien, also Dir und der FAZ, ausgekippt werden. Das nervt und ist unwürdig.
    (2) Die m. E. extrem anregenden Texte sind von einer Plattform geflogen, die diese einem Publikum näherbringen kann, das sich nicht täglich mit derlei Fragen auseinandersetzt, aber die „geistige Kapazität“ hat, etwas konstruktives beizutragen.
    (3) Es brechen die *kotz* Gräben Blogger – Journalisten wieder auf bzw. vertiefen sich — was u. a. daran liegt, daß beide „Seiten“ fast schon klischeehaft prototypisch reagieren.
    (4) Dir geht eine Einnahmequelle flöten, die u. a. den NY-Trip finanziert, wenn ich das richtig sehe.

    Alles in allem halte ich die Auswirkungen dieser Sache für viel verheerender als die — ich vermute einfach mal aus Schludrigkeit begangenen — CC-Lizenzverletzungen (und die m. E. absolut nicht verhältnismäßige Holzhammerantwort).
    Ich mag Vergleiche-ziehen nicht so sehr, aber irgendwie hat das Ganze einen Tauss-Moment, if you know what I mean.

    Kurz und knapp muss ich feststellen, daß ich mich einerseits beruhigt in der Gewissheit zurücklehnen könnte, daß alle Akteure sich genau so verhalten, wie ich hypothetisch erwarten würde. Andererseits macht es mich aber unglaublich traurig/wütend/ratlos, daß wir 2010 immer noch dieselben blöden Gefechte führen wie vor zehn Jahren.

  13. leFreak – Du bist so dumm, oder? Der Tweet wurde abgeschickt, bevor ich von der „Sperrung“ erfuhr und dass sie eine ist. Dass das Blog von außen nicht erreichbar ist, wirkt wie eine Löschung, ja, also musste ich das annehmen. Für alle anderen ist der Unterschied auch nur ein theoretischer. Und jetzt geh bitte wo anders trollen.

  14. Aber du mspro, eine Frage stellt sich mir noch. Gibt es einen Grund, warum du jetzt nicht mehr bei der FAZ bloggen solltest? Ich gehe doch davon aus, dass dein Blog nur vorrübergehend offline ist! (Bis wann?) Alles andere wäre doch ein Witz.

    Vielleicht ist das aber auch ein „nettes“ Ende zu dem Arbeitstitel, und du machst einfach weiter unter neuem bei…. hm. Frag‘ doch mal den Lobo nach seinem WordPress Login, der hat eh mehr Traffic als die FAZ 😉

  15. Warum ist hier eigentlich jeder der nicht deine Meinung teilt ein Troll? Fürchterliches Verhalten!

  16. Wer nicht die Zeit hat, den ganzen Eintrag von mspr0 zu lesen, hier kurz die Zusammenfassung:

    Ich, ich, ich.

    Erklärungen etwa dazu, WARUM er WIEDERHOLT gegen CC-Lzenzen verstoßen hat, bitte an anderer Stelle suchen.

  17. Was ist das eigentlich für eine furchtbare Art einiger Kommtentatoren hier und anderswo, immer gleich auf Personen (egal auf Welcher Seite des Konflikts sie stehen) loszugehen, anstatt sich der Sache und den dazu vertretenen Standpunkten anzunehmen. Dieses hysterische und einfach unangebrachte Gezeter bringt doch die Debatte nicht wirklich weiter.

  18. Ja, es ist ein persönlich Sache, aber nicht eine Fehde zwischen zwei Personen, denn was ist daran so schwer zu verstehen bzw. zu kritisieren, dass mspr0 nach Auffassung der FAZ “entgegen redaktioneller Absprache” gehandelt hat, und daher Grund zu der Annahme gibt, dass mit ihm die Frage der Verbindlichkeit im Detail zu klären ist?

    Und es bedeutet nicht, einen Eimer Scheiße über jemandem auszukippen, wenn man versucht, präzise zu benennen, worin die zweifellos vorhandene Beziehungsstörung liegt. Allerdings tritt mit jedem neuen Kommentar auch die dem Vorgang innewohnende Selbstgerechtigkeit zu Tage, denn was soll diese Unterstellung, dass Journalisten per se den Bückling machen?

    Wenn Menschen gemeinsam etwas machen wollen, müssen sie bereit sein, Verbindlichkeiten einzuhalten. Dass das für die egomanischen Verfechter der voraussetzungslosen Kommunikation schwer zu verstehen ist, wundert mich nicht. Dumm nur, dass auch der Akt der Trennung im Kern ein kooperativer ist. Das überfordert viele, und sie lassen sich lieber durch ihren Narzismus leiten. Das ist für das Publikum unterhaltsam, für die Beteiligten aber schädlich. Schade, und unnötig. Einerseits. Andererseits aber ein toller Beweis dafür, dass das Netz die Menschen nur wenig verändert, dafür aber allen sichtbar macht, wie wir sind.

  19. Robert – Vielleicht schreibe ich dazu mal was gesondertes. Die Auseinandersetzung und Bloglöschung ging ja eben nicht darum. Wenn du mir nicht glaunbst: oben ist die Stellungnahme der FAZ verlinkt.

  20. @mspro: nee, du bist dumm. du hast ja erst die leute darauf aufmerksam gemacht oder glaubst du im ernst die nation hätte sich gefragt, wo ist denn nur der blog von mspro?? Du hast der Redaktion keine Zeit gelassen zu handeln. Und ich mache zwar keine Bücklinge, aber ich schreibe über den Casus – du weisst wo – und erfahre zu meinem Erstaunen, dass dein Wirbel andere Rechteinhaber jetzt erst auf die Sache aufmerksam gemacht hat, und die FAZ Dich für die Kkosten unerlaubt veröffentlichter Fotos haftbar machen wird. Selbst wenn das nichts wird, wird das nervig. DU hasts geschafft, dass zu einer Sache für Juristen zu machen, statt einer Redaktion, mit der es nie Probleme gab (deine Worte) einmal ein paar Stunden zu vertrauen. Ganz zu schweigen davon, dass nix übrigbleibt von Deiner Hysterie. Wie sagte Sixtus? „Bücherverbrennung“ Ein schwarzer, pechschwarzer Tag für die Blogosphäre.

  21. Da das Niveau der Texte immerschon unter dem üblichen Level der FAZ-Texte war und auch die Rechtschreibung und Grammatik der Blogeinträge deutlich machten, wie wichtig das geschriebene Wort dem Autor sind, wird niemand die Artikel vermissen.

    Ein bisschen traurig, so einen peinlichen Abgang hinzulegen. Noch peinlicher fast, dass aufgrund der frechen Vorwürfe an die FAZ-Redaktion viele neue Leser den Eintrag gelesen haben. Der wissenschaftshistorische Teil zur Informatik ist unterhalb des gewöhnlichen Wissenstandes eines Bachelor-Studenten.

    Wäre ich Schirrmacher, würde ich mich von einem drittklassigen Artikellieferant nicht derart vorführen lassen. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Lehrgang in geistigem Eigentum wohl hilfreich wäre, zumal wenn man so tut, als kenne man sich in der digitalen Welt prima aus.

    Meine Fresse, selten so fremdgeschämt. Nun los, plomplemplem, verteidige mspro schon.

  22. If you should go skating
    on the thin ice of modern life
    don’t be surprised
    when a crack in the ice
    appears under your feet.

  23. Jetzt tauchen hier nicht nur peinliche Beleidigungen bzgl. der Texte (und der Person, aber das findet ja ohnehin schon die ganze Zeit statt) auf, die angeblich unterdurchschnittlich und unerträglich gewesen wären — was einen dann wundert, wieso sich die „Kritiker“ diese überhaupt angetan haben –, sondern auch dezente „Drohungen“, es ginge nun ans juristisch-finanziell Eingemachte.

    Die Rechteinhaber, die CC-Lizenzen nutzen und bei einem Verstoß gegen diese gleich die dicke Abmahnkeule herausholen, will ich sehen.
    Üblicherweise sind dies Personen mit progressiver Denke und sehr wohl im Bilde, wie man sich auch jenseits der Anwaltsschlachten zivilisiert einigen kann.

  24. Es wäre schön gewesen, wenn Du Dich in Sachen CC-Lizenzen geäussert hättest in dem Beitrag, vielleicht um einfach mal zu sagen: Da habe ich Mist gebaut und ich hätte das besser wissen müssen. Denn das ist die Sache, die ich an der Geschichte wirklich überhaupt nicht verstehe, wie gerade jemand wie Du das so machen kann. Das war dumm und unnötig, enschuldige, wenn ich das so sage. Jeder, der publiziert, sei es als Journalist oder als Blogger, sollte besser wissen, wie das läuft.

    Schön aber, dass Deine Texte nicht verloren sind, denn das wäre wirklich schade gewesen. Und gut vielleicht auch, dass die Aktion zum Nachdenken und Diskutieren angeregt hat.

  25. am interessantesten finde ich ja hier (und an anderen orten) die verblüffend breite bereitschaft von mutmaßlich jüngeren kommentatoren,

    das sich-berufen auf „innerredaktionelle hierarchien“ durch die #faz-gutsherren, und die forderung nach „loyaler“ unterwerfung, die hier von einem zum erbärmlichen lohnschreiber degradierten blogger eingefordert wird: das nicht nur zu verteidigen, sondern auch noch in vorauseilender unterwerfung sich selbst zu eigen zu machen: jämmerlich. so jämmerlich, wie der zustand des deutschen Web 2.0-diskurses insgesamt.

  26. @Elise Den fehler habe ich gegenüber der FAZ und auch öffentlich im letzten Blogpost eingeräumt. Es war reine Schluderigkeit. Ich habe bei der CC Suche einfach das Häkchen bei der Kommerziellen Nutzung vergessen. Das ist dumm und vor allem schluderig. Ich bin ein sehr schluderiger Mensch. Es tut mir leid.

  27. zieht sich das thema „kontrollverlust“ jetzt auch noch durch die kommentare? einige sind ja wirklich mehr als peinlich und unnoetig. ach, was sag ich, einige sind geradezu unverschaemt.

    gut, dass die texte nicht verloren sind! mir haben sie viel gegeben. danke dafuer.

  28. Ist das jetzt eigentlich das Endgültige aus, oder gibt es zumindest von deiner Seite noch eine Bereitschaft die Zusammenarbeit mit der FAZ wieder aufzunehmen. Ich fand nämlich, dass CTRL-Verlust gut in das Umfeld gepasst hat und es wäre schade, wenn ihr keinen Weg finden würdet das Blog an seinem alten Platz fortzuführen

  29. Faz 0, mspro -x!

    kann man sich so viele Eigentore schießen? Wahrscheinlich nur, wenn man es selbst nicht mitkriegt! Wie unglaublich erschreckend und stillos.

    Wäre ich die FAZ, wäre ich froh, wie alles verlaufen ist, denn niemand, der ernstlich bei Verstand ist, wird einem jetzt noch verübeln, dass man diesen Blogger nicht mehr bei sich hat. Aber vielleicht sind sie ja nicht mal selber auf die Idee gekommen (sich zu trennen), aber auf diesem Wege darauf gebracht, muss sie megaeinleuchtend erscheinen!

  30. Ach Norbert, es ist eine Krux. Kleine autoritätssüchtige Bücklinge wie Du machen unser Land erst so richtig „deutsch“. Ich bekomme immer so ein beklemmendes Gefühl, wenn ich so unmittelbar daran erinnert werde.

    Versteh es doch einfach mal so: Die Redaktion hat getan was sie konnte und Seemann hat eben auch getan was in seiner Macht stand. Klar, Leute deren Verhalten von vorauseilendem Gehorsam und Untertanentum geprägt ist hätten die „heiligen“ autoritativen Entscheidungen der Redakteure anders verdaut als unser Kandidat hier. Aber er hat – trotz seiner unbestrittenen Einfältigkeit und Naivität – doch einiges erreichen können. Und ist jetzt hoffentlich schlauer als vorher. Ich freue mich aufrichtig für ihn!

  31. sush, bitte weghören, es folgt eine Unverschämheit (fka Kritik):

    Schluderigkeit, sicher. „Ups, einfach vergessen, das Häkchen anzuklicken, trotz entsprechender Vorgeschichte.“ Auch nicht nachher beim Verlinken des Fotos noch mal drauf geguckt. Sachen gibt’s…

    Aber wenn Du tatsächlich so unfassbar schludrig bist, dann gibt es wohl keinen vernünftigen Grund anzunehmen, dass Deine Blog-Texte sorgfältiger erstellt wurden, oder? Oder ist es die berüchtigte partielle CC-Lizenzen-Schludrigkeit, von der Luhmann schreibt?

    Wenn Du tatsächlich so unfassbar schludrig bist, dürfte es mit einem geregeltem Einkommen sehr, sehr schwer werden. Alles Gute!

  32. Sorry Michael, aber deine Linie ist für mich ein lernresistentes Mimimi.

    Du hast KAPITALEN Mist gebaut und anstelle dich hinzustellen und ein erwachsenes „Mensch, sorry – ich war im Stress ist blöde gelaufen. Mea culpa, was kann ich tun um den angerichteten Schaden zu begrenzen“ läufst Du Amok. Basic hat einmal eine „mentale Fehlzündung“ als Onlineexperiment deklariert. Versuchst Du zu beweisen wie man online seine eigene Reputation zerlegt?

    Wenn ja, ist dir dies recht anschaulich gelungen. Sorry für diese deutlichen, aber (leider) ehrlich gemeinten Worte

  33. liebes reizzentrum, warum so gereizt? Und wo laufe ich „Amok“? Und den „KAPITALEN“ Mist, den ich gebaut habe, ist der falsche Umgang mit den CC-Bildern? Ist das dein Ernst?

  34. mspro ist sicher ein Typ, der eher Dinge persönlich nimmt und sich schnell persönlich angegriffen fühlt. Das merkte man allenthalben in den Kommentarsektionen seiner Blogeinträge. Aber diese Emotionalität hat auch etwas Abwechslungsreiches in das Mainstream-Einerlei gebracht. Es hat ermöglicht, dass da immer viel Drama drin war (und ist) in den Artikeln, immer eine kleine Geschichte erzählt, schön zu lesen, mit ein bisschen Flair vergangener Zeiten, dies zumindest hätte der FAZ gefallen müssen.
    Es hätte jetzt vielleicht noch ein paar mehr Unterstützer gegeben, wenn noch ein wenig Distanz zu den eigenen Inhalten präsent gewesen wäre, mit ein bisschen Selbstironie, grenzenloser Geduld mit Kommentatoren 😉 und einem guten Maß an Bescheidenheit, vor allem angesichts der Situation, dass einer viel Geld fürs Bloggen bekommt, während die meisten umsonst arbeiten.

  35. @techo-matic: Was hat er denn erreicht? Einkommen verloren, Reputation verloren und keine REdaktion gibt dem noch eine Suppe. Der ist unberechenbar und illoyal. Und Leute, die alles möglich typisch deutsch finden, sind meistens die Deutschen.

  36. [..] vor allem angesichts der Situation, dass einer viel Geld fürs Bloggen bekommt, während die meisten umsonst arbeiten.

    Fällt es denn noch unter den Begriff „Bloggen“, wenn man nicht mehr Eigentümer seiner Publikationen ist? Denn war es in grauer Vorzeit nicht genau das, was bloggen erst ausmachte bzw. als Begriff überhaupt legitimierte? Vielleicht ist es ja diese Frage, die hier aufgeworfen wurde und die die Leute unbewusst so erregt.
    Und was das „umsonst“ in deinem Text angeht, dass habe ich mal lieber überhört 😛

  37. @Norbert:

    Einkommen verloren, Reputation verloren und keine REdaktion gibt dem noch eine Suppe. Der ist unberechenbar und illoyal.

    Alles wirklich ganz, ganz schlimme Dinge!
    Aber mal andersrum gefragt: Was hat die Redaktion denn erreicht?

    OK, die FAZ möchte will sich ja immer gerne hohe Wellen im neuen Medium kaufen. Nur sowas hat sie damit sicher nicht im Sinn gehabt. … Köstlich!

  38. Es wird deinen Blog bei faz.net nicht mehr geben, so siehts doch aus

  39. Pingback: engl @ absurdum » Blog-Archiv » experten

  40. Wie war das noch mit der Schludrigkeit? Generell oder nur Lizenzen betreffend?

    Ich würde Dich übrigens nicht nur nicht einstellen, sondern auch nicht frei beauftragen. Macht bei professioneller Schludrigkeit nämlich keinen Unterschied. Aber kann Dir ja egal sein: „Alles Sklaven, Streisand-Effekt, Juchuuu…!“

  41. generell, lieber Robert, generell.

    Nein? auch nicht als Freier? Scheiße? Alle meine Hoffnungen schwinden. Nicht mal wenn ich vor die devot in die Knie gehe?

  42. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass alle die, die dich gerne unter ‚raffe, schaffe, Häusle baue‘ eingenordet hätten (jetzt hat der Junge endlich ein Auskommen bei der FAZ), zutiefst beleidigt sind, dass du ihr Wertesystem nicht teilen magst.

    Jedenfalls ist die Projektionsdichte in den Kommentaren überwältigend und wenn du auch das trockene panem der Redaktionshörigkeit nicht teilst, ist zumindest hier für circenses bis zum Abwinken gesorgt..

  43. Urks. Das Niveau der Kommentare hier ist leider absolut unterirdisch. In der Sache kann sich imho niemand irgendein Urteil anmaßen, denn das Ganze sieht doch sehr nach Schuld auf beiden Seiten aus, und es mag zwar sicherlich eine nette Beschäftigung für so manche hämische Netzgestalt mit Nick ohne Link dahinter sein, aber es ist am Ende doch reichlich sinnlos, das jetzt aufzudröseln. Wir sind hier schließlich im achsoprogressiven Interweb2.0 und nicht bei „Gute Tweets, Schlechte Tweets“.

    Beleidigungen an Personen/Berufsgruppen statt Standpunkten und völlig aus der Luft gegriffene Kritik an den Texten von Michael (die keiner der hier kommentierenden Personen auch nur im Ansatz selbst verfassen könnte und die trotz ihrer manchmal sehr nerdigen Art eine große Bereicherung der Bloglandschaft waren) sollten hier übrigens gar keinen Platz haben, und es ist traurig, dass man das betonen muss.

    Also hier ein konstruktiver Vorschlag: Domain kaufen > WordPress drauf > Die alten Artikel wieder einspielen und weiter geht es mit dem Kontrollverlust. Oder warum nicht?

  44. ich mochte das blog und die texte zum kontrollverlust. hat mir viel interessanten input fürs studium gegeben.

    die reaktion der faz halte ich für überzogen, von den reaktionen einiger kommentatoren hier will ich erst gar nicht sprechen.

    hoffe sehr, es findet sich eine angemessene plattform um das projekt in ähnlicher form weiter zu führen.

    gruß

  45. Boah, mein Name scheint echt weit verbreitet zu sein. Hallo, anderer Tharben.

    Heisst du wirklich so, oder findest du meine Kommentare so gut, dass du dich auch einmal so anhören willst? Das ist aber gründlich daneben gegangen. Ich fand in der Tat, dass der ein oder andere Text des Ctrl-Verlustes schwer zu lesen war. Aber der Inhalt war größtenteils sehr interessant.

    Aber dir geht es nicht um die Sache, oder? Du willst hier und andernblogs meinen Namen schlecht machen. Du magst nicht, wie ich kommentiere, stimmts? Armer Tharben.

    Wird Zeit für ein eigenes Blogs. Diese viele Tharbens, die da aus dem Boden schießen – nee, nee.

  46. Liebe Leute,

    ich habe für mich auch noch keine so richtigen Umgang mit Trollen gefunden. Wie ich oben und anderswo schrieb: Ich hasse löschen, ich hasse Informationen zu vernichten. Und ja, auch Trollereien sind Informationen.

    Andererseits nerven die mich sicher noch mehr als Euch.

    Was kann man machen, ohne zu löschen? Muss man damit Leben, als Teil des Kontrollverlusts?

  47. diese plugin, mit dem als trollpost markierte einträge ihre vokale verlieren ist doch ganz sympatisch. für an-quatsch-interessierte bleibt die information (d mn sch mt tws mh zsmmnschn knn), der rest wird nicht belästigt. hatte spreeblick das nicht mal?

  48. wr bldr klt und dmlich (db) lcht, ht asgblgt, nd das d GNZE ncht! srry, ber deine txt waren bei frnk ncht s sper ngshn, nd nch dz ds wdrge „CC“ gschicht…. mchs gt in NY, grss dn pfel vn mr

  49. cmment… cntent… kntrllvrlst, smnn? n sch ml, bst du smnn oder ein spfrdchn??? snst kmmt nchts????? schwch…. SHR schwch

  50. @mspro: Wieso denn? „Kage“ hat seine Meinung künstlerisch halbwegs wertvoll in eine Art Haiku gepackt. Da habe ich aber schon richtige Trolle hier gelesen. Finde ich nicht fair.

  51. „Was kann man machen, ohne zu löschen?“

    Ausblenden?

    Welche Bilder haben eigentlich den Anlaß gegeben für die juristischen Schwierigkeiten? Wirklich was Kreatives, Schützenswertes? Oder war’s mal wieder eine Fehlzündung des absurden Urheberrechts, das jedes Lichtbild gleich behandeln will? Lizenzen von austauschbaren Trivialfotos *sollten* ignoriert werden.

  52. Hihi. Frage mich nur, warum ich dafür ein Plugin benötige. Macht manuell doch so viel Spaß!

  53. @Tharben hm, ich hab da nur Stänkerei gelesen.

    @twex Marcel Weiß hat dazu einen detaillierten Bericht geliefert.
    http://www.neunetz.com/2010/06/25/ctrl-verlust-auch-faz-redakteure-missachten-cc-lizenzen/
    Waren so Fotos von iPhones. Aber insgesamt geht es noch um Fotos aus älteren Artikeln. Ich bin wenig bewandert im Einschätzen von Fotographien. Ich hab die Bilder immer nur zur plakativen Auflockerung des Textes verwendet. Was – wie ich selber weiß – keine Rolle spielt.

  54. CHTNG: knstrktv krtk nrwnscht! … vn wgn nfrmtinsvernchtng, d nrd

  55. cht schwch vn dr! wrte…. cht schwch von dr (EDIT: Letzer Teil original ohne Vokale: es geht doch!)

  56. Pingback: @mspro und die F.A.Z. – eine kleine Reise durch die Bloglandschaft «

  57. diesen spaß einem plugin zu überlassen wäre wohl auch ein nicht zu verantwortender kontrollver.. lassen wir das.

  58. @mspro: Ich mag Disemvoweling nicht so recht. Ich empfehle, Trollkommentare zu einem Best Of zusammenzufassen. „Meine besten Beschimpfungen!“, „BILD-Leser rufen die Titanic an“ oder sowas.

  59. Wenn ich ehrlich bin: Ich finde Trolle gut. Ich will nur sichergehen, dass alte Diskussionspartner nicht denken, ich würde Unsinn schreiben. Also, ihr lieben Tharben, ihr ehrt mich. Bitte macht weiter.

    Damit der Kommentar noch irgendwie einträgischen Zusammenhang bekommt: Mir tut es leid, dass es so gelaufen ist. Ich frage mich nur, was passiert wäre, wenn du, mspro, trotz aller dann (berechtigter) Nachfragen, erstmal geschwiegen hättest. Vielleicht 24h. Aber hätte und wenn – ist ja nicht mehr zu ändern.

  60. @Christian Dafür reicht die Qualität meiner Trolle leider nicht aus. Nix speaktakuläres bisher, so wie bei Sascha. Keiner, der mir in die Fresse hauen will oder sowas.

  61. Lieber mspro,
    Ich schätz(t)e Deinen Blog.
    Diese Deine Kampagne hingegen ist einfach sehr schlechter Stil, denn wie immer im Leben gibt es auch hier zwei Seiten.
    Und trotzdem: Probleme mit seinem „Brötchengeber“ sollte man – genau wie andere Unstimmigkeiten im Real Arbeitslife bzw. in Foren, Multi-User-Blogs, Social-Media-Communities etc – intern abwickeln.
    Vor allem, wenn man ein Honorar bereits verplant hat.
    So weit ich mitbekommen habe, wurde der Blog lediglich deaktiviert und nicht (!)gelöscht.
    Wenn die FAZ nun kein Interesse mehr an einer Reaktivierung hat, kann ich das verstehen; schließlich hast Du die Vorwarnung per Email missachtet, weiterhin von „hohem Rosse“ gebloggt bzw. den modifizierten Content erneut gebloggt und Internas brühwarm preisgegeben.
    Du hast offensichtlich nicht verstanden, dass die FAZ zur Einhaltung gewisser Richtlinien verpflichtet ist – und das Blogger ersetzbar sind. Immerhin hattest Du den Anstand, Dich nicht in andéren FAZ Blogs „wie die Axt im Walde“ über diesen Punkt auszulassen und den gesamten Betrieb zu stören.
    Ich hoffe, an anderer Stelle wieder von Dir zu lesen, aber ich erachte diese Entscheidung als korrekt. Jeder „Blogbeauftragte“ eines größeren Mediums hätte die Angelegenheit ganz genauso gelöst.
    Denn wie bereits erwähnt: Es gibt immer zwei Seiten. Und das Urheberrecht, das Du eigentlich kennen solltest.

  62. Pingback: Dobschat » FAZ, CTRL-Verlust und CC-Lizenzen

  63. Lieber Harti (und alle anderen, die mich in dieser Hinsicht kritisieren),

    wie findest du das denn? Stell Dir vor, du wärst Blogger bei XYZ und die würden Dir einfach ohne Ankündigung das Blog unter dem Arsch weg offlinisieren? Und zwar nicht, wie manche es jetzt darstellen wollen, um die Bildrechte im Hintergrund zu klären, sondern einzig und allein um ihren Machtanspruch mir gegenüber zu demonstrieren. Was für eine Art Blog – und was für eine Art Arbeitsverhältnis – wäre das noch?

    Das ist und bleibt eine Unverschämtheit, die durch nichts zu rechtfertigen ist. Jedes Arbeitsverhältnis, dass so mit mir umgeht, hat mich in dem Moment bereits verloren. DAS ist schlechter Stil.

    Ich war dort als Blogger, nicht als kleiner dummer Junge, den man einfach mal so rumschubsen kann, wenn er nicht spurt.

  64. @Michael Seemann: Werter Herr Seemann, Sie sind schlichtweg grössenwahnsinnig. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Ich hoffe, die FAZ warnt andere Zeitungenvor Ihnen – das geschieht ja in solchen Fällen.

  65. Auch als Mensch hinter dem kein Link steht (Ich liebe so Äußerungen, als dürfte man ohne Link keine Meinung haben), wie würde ich mich da wohl fühlen? Kann ich nicht sagen, wahrscheinlich so wie in jeder anderen Berufssituation auch. Es gibt Menschen, du wirst es dir kaum vorstellen können, die arbeiten 2 Monate an einem Projekt nur um dann einen Tag vor der Fertigstellung zu erfahren das es nicht mehr gebraucht wird. Ich könnte dir jetzt noch tausende Beispiele nennen und all diese Leute werden das schlucken müssen, denn sie machen nichts anderes als du, ihre Arbeit. Ich weiß nicht warum du denkst du könntest dich auf eine höhere Stufe stellen, du hast Geld dafür bekommen für jemanden etwas zu schreiben, was dieser jemand dann damit macht hat dich eigentlich nicht zu interessieren. Wenn du damit nicht leben kannst, dann führe lieber weiter deinen privaten Blog, aber versuche nicht deinen Arbeitgeber schlecht zu machen. Vor allem nicht wenn er so nett ist und dir dein Zeug wieder gibt. Denn auch wenn es in den Augen vieler lächerlich ist das die FAZ keine vernünftigen Backups macht, du hast doch auch keine.

    Aber auch zum Arbeitgeber, natürlich war das nicht nett. Das hat auch gar keiner behauptet. Aber auch du bist ja auf die Idee gekommen das da evtl. eine Einzelperson frei gedreht hat. Wie die Konsequenzen für diese Person aussehen kannst du auch nicht wissen, sondern nur Vermutungen anstellen. Jetzt hier auf deinen Arbeitgeber im allgemeinen zu schimpfen ist einfach nicht reflektiert. Genauso wenig reflektiert wie das unbedachte handeln der Person bei der FAZ. Dennoch sitzt der Verlag am längeren Hebel und ob das ganze jetzt eine Machtdemonstration, das prüfen der Rechte oder einfach nur ein Fehler war werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Uns kann es aber auch egal sein. Dir fehlt eine Einnahmequelle.

    Und als letztes. Was für eine Art Mitarbeiter ist es, der als erste Handlung nach einem Fehlverhalten seines Arbeitgebers alle Menschen informiert die es evtl. interessiert, der sich darüber aufregt das er Firmen interne Mails nicht veröffentlichen darf und der nicht an einer Klärung des Falls interessiert ist sondern daran möglichst viel Dreck abzuladen? Diese Frage würde ich mir mal stellen wenn ich in deiner Position wäre.

    Ich finde es auch scheiße wenn Leute hier beleidigend werden, das muss nicht sein, du hast ja keinem was getan. Dennoch musst du dir Kritik gefallen lassen und das nicht nur im Bezug auf die Lizenzen.

  66. Als Person hinter der ein Link steht (wenn auch kein besonders aufschlußreicher 😉 ) gehe ich weitgehend mit Dominic über mir d’accord.
    Ich bin sicherlich keine Person die alle Firmen/Arbeitgeber für Engel hält und nicht weiß das im Arbeitsleben auch viel Scheiße passiert. Und ich bin auch dafür das diese Scheiße dann übers Netz publik gemacht werden kann um die Arschlöcher nicht damit davon kommen zu lassen.
    Aber (und das ist jetzt ein großes, dickes Aber!): Es gibt auch sowas wie die Verhältnismässigkeit einer Reaktion und vorschnelle Urteile. Und bei diesen beiden Sachen, mspr0, hast Du, meiner Meinung nach, nicht geglänzt.
    Du hättest der ganzen Angelegenheit mehr Zeit geben können, (nach meinem Bauchgefühl sagen wir mal bis zum kommenden Montag) um sicher zu gehen was nun eigentlich wirklich Sache ist. (im speziellen: sind die Texte wirklich gelöscht oder nur gesperrt, bist Du wirklich gefeuert oder nur auf der „Strafbank“, etc.).

    Und ganz ehrlich: Ich habe nie für eine Zeitung gearbeitet aber schon in verschiedenen NGO’s und wenn Du in einem Projekt von mir einen Text, den ich vorher beanstandet hatte (und das ein cc-nicht kommerziel-Verstoß kein kleiner Flüchtigkeitsfehler ist, darüber sind wir uns hoffentlich alle einig), einfach mit einer eigenmächtigen Lösung wieder hochgestellt hättest, ich hätte deinen Blog auch erstmal gesperrt.

    Nicht weil ich dich für eine schlechte Person gehalten hätte oder ich meine „Mächtigkeit“ ausspielen wollte, sondern weil ich auch einfach nicht gewußt hätte was da jetzt eigentlich bei dir los ist und auf was für eigenmächtige Lösungen Du sonst noch kommst. Ich trage in einer solchen Arbeitskonstellation ja auch die Mitverantwortung für deine Inhalte und Fehler.

    Ich hoffe allerdings ich hätte diese Sache (intern) besser/freundlicher kommunizieren können als es die FAZ jetzt scheinbar zuerst getan hat.

    Abschließend schließe ich mich nochmal Dominic an: Kritik find ich berechtigt, Beleidigungen gehen aber gar nicht!

  67. @Dominic Ich habe mich „aufgeregt“, dass ich Mails nicht veröffentlichen kann? Wo bitte? Dreht ihr hier gerade aller frei? Ich habe die Dinge geschildert wie sie sind, ich habe niemanden schlecht gemacht oder sonst etwas. Der fehlende Link sagt zumindest, dass du kein Blogger bist, also nehme ich auch mal an, dass du von etwas schreibst, von dem du keine Ahnung hast. Ich war als Blogger bei der FAZ, nicht als Redakteur, Wenn mir Redakteure in meinem Blog rumpfuschen dürfen, dann ist das einfach kein Blog mehr. Abgesehen davon, dass Absprachen gebrochen wurden.

    @Cassandra Nun, wenn du mein Blog auch gesperrt hättest, hätt ich eben genau so bei dir reagiert.

    Ich verstehe auch immer nicht, dass das ganze immer auf mein „Arbeitsverhältbis“ reduziert wird. Ich habe dort ein Blog betrieben und ja, ich habe Geld bekommen. Aber ist das jetzt ein Grund, meine Prinzipien aufzugeben? Sollte man, wenn man bezahlt wird immer kuschen, wenn einem der „Arbeitgeber“ in die Parade fährt.

    Echt mal, das meine ich nicht beleidigend, sondern tod ernst: eure Sklavenmoral kotzt mich an!

  68. [quote] eure Sklavenmoral kotzt mich an[/quote]

    Diese Haltung ist mir sehr sympathisch. Dann aber bitte auch konsequent. Als grössten Hort der Sklavenwirtschaft, wo man mit einer Sklavenmoral am weitesten kommt, habe ich den Wissenschaftsbetrieb erlebt.

    Wie ich las, promovieren Sie derzeit. Ganz ehrlich, sich von dieser Sklavenwirtschaft den Dr. abzuholen, der als Titel gerade in Deutschland zur Zementierung von Macht und Einfluss genutzt wird, lässt mich an Ihrer Haltung zweifeln. Auf die Skalvenmoral lässt sich trefflich schimpfen, solange man die Chance hat, selber Skalvenhalter zu werden.

  69. @mspr0

    erstmal noch was selbstkritisches zu mir (dank an den kopfklärenden Morgenkaffee): mir ist klar das ich hier gerade wie eine altkluge Tante vom Seitenrand aus Ratschläge gebe, selbst aber gar nicht von der Situation betroffen und emotional involviert bin. Da kann ich’s auch verstehen wenn dir meine Anmerkungen mehr an die Nieren gehen als beabsichtigt war.

    Trotzdem würde ich dich bitten meinen Kommentar von vorhin nochmal durchzulesen:

    Ich bin nicht fürs „kuschen“, ich bin gegen voreilige und blindwütige Aktionen.

    Deine Prinzipien musst Du auch nicht aufgeben, Du solltest aber Verständnis dafür haben, das wenn du mit anderen zusammenarbeitest, ihr alle gemeinsame Verantwortung für die Inhalte und Fehler habt und das dann auch andere Leute bei dir mit reinreden können und über deine Inhalte Entscheidungen fällen.
    Das gefällt sicher niemanden besonders, ich wüßte aber auch nicht wie man eine Gruppenarbeit sonst auf eine faire Art und Weise gestalten könnte.

    Für eine „Sklavenmoral“ bin ich übrigens nicht zu haben, dazu bin ich zu dominant. 😉

  70. P.S.: unter „Verständnis“ verstehe ich übrigens nicht, das man alles ganz toll finden und schlucken sollte, sondern das man verstehen sollte in was für Strukturen/MItverantwortungen man sich bei einer Arbeit einläßt und falls einem diese nicht gefallen so konsequent sein sollte und sich erst gar nicht auf diese Abhängigkeiten einlassen sollte. Nur nochmal zur Klarstellung.

  71. Guten Morgen! 😉

    Jeder hier fühlt sich wahrscheinlich auf seine Art und Weise angesprochen, so auch ich. Was auch meine eindeutige Stellungnahme (an anderer Stelle) erklärt.

    Vielleicht wird die eine oder andere Aussage ja verständlicher, wenn die Erfahrung/ -en die dahinter stehen, offen gelegt werden.

    Bei mir war das das Folgende: Arbeitgeber (Entschuldige mspro, bei mir war’s ein „wirklicher“ AG) hat Macht, ich Kompetenz. Arbeitgeber behandelt mich (gut, ich gebe zu, aus meiner subjektiven Sicht) ungerecht. Ich spreche das an. Arbeitgeber kritisiert das Offenlegen und nicht den Inhalt (da geht er im Grunde ja d’accord mit, passt ihm halt anders nur besser in den Kram).

    Wir einigen uns.

    Resultat für mich: Ich werde leicht besser gestellt, jedoch nicht in dem Sinne, wie es mir vorschwebte/ ich es als angemessen empfände. Zudem trage ich jetzt einen Maulkorb.

    So. Bis hierhin habe ich wohl für alle in Rätseln geredet. Sei’s drum. Ich wollte es einfach nur noch mal gesagt haben: Ich verstehe mspro aus ganzem Herzen. …. Einigung ist möglich. Ob diese „gesund“ ist, steht auf einem andern Blatt.

    Euch allen ein entspanntes Wochenende!

    mons7

  72. Pingback: Die Medien im Wandel: Wenn Texte abhanden kommen – FAZ.net vs. mspr0 | www.reset.to

  73. @dampfbadbiber Es gibt unterschiedliche Motivationen, um einen Doktor zu machen: eine mögliche ist davon: die Chance sich eingehend und tief mit einem Thema zu beschäftigen. Das ist jedenfalls auch meine Motivation. Ich bin auch kein Freund der Universität, wie sie sich heute darstellt und kann mir auch nicht vorstellen, in diesen Strukturen zu „arbeiten“.

  74. @Cassandra Genau da scheint Ihnen die Erfahrung zu fehlen, was das Bloggen angeht. Ich habe einen autonomen Blog betrieben. Mit niemanden zusammen. Meine Texte gingen nie an die Redaktion, sondern direkt in’s Internet. Deswegen kann von dieser Form der „Zusammenarbeit“ von der Sie hier ausgehen schon mal gar nicht gesprochen werden. So waren übrigens auch die Abmachungen unter denen ich dort angefangen habe.

  75. @ mit dem Bloggen habe ich tatsächlich keine Erfahrung. (und mit dem Kommentieren auch erst seit Kurzem)

    Wenn Sie (sieht wir jetzt wieder beim Siezen? :( ) davon schreiben das Sie ein autonomes Blog betreiben, gleichzeitig aber auch von „Abmachungen“ und „DORT angefangen“ schreiben, kann ich dem nicht folgen.
    „Autonom“ und „Abmachungen“ widersprechen sich meiner Meinung nach.

    Ist ein Teil des Problems vielleicht auch das diese „Abmachungen“ seitens der FAZ nich klar genug rübergebracht wurden?
    War Ihnen (ich würde eigentlich schon gerne wieder zum „Du“ übergehen) bekannt das ein Blog gesperrt werden kann, wenn die FAZ Probleme sieht?

  76. Pingback: die ennomane » Blog Archive » Nochmal CTRLverlust

  77. @Cassandra Ok, du.

    Eine Abmachung kann auch sein, einander nicht dazwischen zu Funken. Ländergrenzen sind Abmachungen zwischen Staaten, die überhaupt Autonomie garantieren.

    Ich bin leider nicht im Bilde, wie sehr die FAZ-Redaktion von meiner Abmachung Kenntnis hatte. Ich habe, wie gesagt, kaum Kontakte dorthin gehabt. Ich war aber davon ausgegangen, dass mein Status klar war.

    Dass Blogs „gesperrt“ (ich finde den Begriff – der der FAZ Sprachregelung entspricht- übrigens auch irreführend: daraus geht nicht hervor, dass das ganze Blog mit all seinen Einträge im Internet für niemanden verfügbar ist) werden könnte, wusste ich nicht und habe auch nicht damit gerechnet. Um so erschrockener war ich, als es passierte.

  78. „Echt mal, das meine ich nicht beleidigend, sondern tod ernst: eure Sklavenmoral kotzt mich an!“

    Ahja, tja, dann kotzen dich wohl 95% der Gesellschaft an, ganz schön arrogant mein lieber. Ich wünsche dir ja wirklich nichts schlechtes, aber komm mal in die Situation in der du ein Kind ernähren musst und erzähl dann deiner Frau das du keine Lust auf die Sklavenmoral hast. Komm mal klar!

  79. Ich habe mal ein paar Fragen dazu:

    Aber ist das jetzt ein Grund, meine Prinzipien aufzugeben? Sollte man, wenn man bezahlt wird immer kuschen, wenn einem der “Arbeitgeber” in die Parade fährt.

    Echt mal, das meine ich nicht beleidigend, sondern tod ernst: eure Sklavenmoral kotzt mich an!

    1.) Welche Prinzipien sind denn gemeint?
    2.) Welche Prinzipien legst du bei der Nutzung fremder Inhalte an den Tag?
    3.) An welcher Stelle ist deiner Ansicht nach der Arbeitgeber, der vielleicht im Zweifelsfalle haftet, im Unrecht?
    4.) Welche Sklavenmoral ist gemeint?

  80. 1.) Welche Prinzipien sind denn gemeint?

    Als Erstes, dass ich mich nicht rumschubsen lasse. Für die publizistischen Voraussetzungen habe ich noch keine Prinzipien definiert, aber wenn ich es tue, wird es sicher einen Passus geben, dass ich es nicht akzeptieren werde, wenn man meine Plattform ohne Grund und Vorwarnung aus dem Netz entfernt.

    2.) Welche Prinzipien legst du bei der Nutzung fremder Inhalte an den Tag?

    Ich versuche immer die Urheber zu nennen. Ansonsten tanze ich den Tanz auf im CC Umfeld auf noch sehr wackeligen Beinen, was ja kein Geheimnis mehr ist.

    3.) An welcher Stelle ist deiner Ansicht nach der Arbeitgeber, der vielleicht im Zweifelsfalle haftet, im Unrecht?

    Im Unrecht mit was? Mit der Beanstandung der CC-Fehler? Nein. Mit der Entfernung des Blogs aus dem Netz, was – AUSDRÜCKLICH – damit nichts zu tun hat? Ja.

    4.) Welche Sklavenmoral ist gemeint?

    Die Sklavenmoral immer wieder mit dem Machtverhältnis zwischen meinem „Arbeitgeber“ (oder Zukünftigen Arbeitgebern, Stichwort: „Reputation“) und mir zu argumentieren. Das lasse ich nicht gelten. Jedenfalls nicht für mich. Mögen andere für ihren Lebenslauf arbeiten, ich arbeite an Themen.

  81. ich glaube auch, dass der Grund für diese Eskalation hier darin liegt, dass der Herr Seemann größenwahnsinnig ist. Ein Internettheoretiker, der – auch nachdem er daraufhingewiesen wurde, dass er keine Fotos klauen darf, Fotos klaut, und dann sofort im Netz seinen Arbeitgeber brüskiert, der hat keine andere Reaktion verdient. Wirklich nicht. Aber immerhin: Schirrmacher hat damit nix zu tun. Ich lach mich tot…

  82. Und konkret: Was soll das denn heißen: „Ohne Grund und ohne Vorwarnung“. Wie verzerrt kann denn eine Wahrnehmung sein?

  83. „Mögen andere für ihren Lebenslauf arbeiten, ich arbeite an Themen.“ – schön. Na mal sehen, wer das für dich finanziert, nachdem es die FAZ nicht mehr tut und ganz gewiss auch keine andere Zeitung. Am Ende wir, die mit der Sklavenmoral via Hartz IV?

  84. @JürgenG Gut, einen Grund gab es: Ich hab nicht gespurt, wie die Redaktion wollte. Das ist aber kein Grund, den ich für mich annehmen kann.

    @Stefan Es wäre mir eine Ehre 😉

  85. Ich bin der Tharben ohne Link aber mit Antwort, wenn man mir eine E-Mail an die angegebene Adresse schreibt. (Take that, Tharben! :) Zeige mal, ob du meinen E-Mail Account kapern kannst. Aber wahrscheinlich bis du nur ein FDP-Anhänger.)

    Also diese Töne hier verdient mspro nicht. Ja, die Texte waren teils verschwurbelt und schwer zu lesen, aber doch meist interessant bis erleuchtend. Zumindest kam es mir gelegentlich so vor.

    Eines steht für mich fest: So springt man nicht mit einem Mitarbeiter um. Nein, so etwas tut man nicht. FAZ.net wollte mspro loswerden, daran besteht für mich keinerlei Zweifel. Marcel Weiss hat einen sehr vernünftigen Eintrag geschrieben, in dem deutlich wird, wie unverhältnismäßig diese Aktion ist, und sogar der distanzierte Falk Lüke, der mit mspros Arbeit offenbar nicht allzu viel anzufangen wusste, kann diesen Rauswurf – darauf läuft es offenbar hinaus, Stichwort Vertrauensverhältnis – nicht gutheißen. Recht hat er.

    @mspro Und zu allem Überfluss musst du dich auch noch mit den Leuten rumschlagen. Vielleicht wäre es eine Idee, in Tims Fußstapfen zu treten, und weiter mit max zu podcasten. Aber am besten wird vermutlich sein, du lässt die Leute reden und genießt weiter deinen USA-Aufenthalt. Kopf hoch und danke.

    (Nöö, sehe das nicht wie F!XMBR)

  86. Loswerden wäre leichter gegangen. Und warum? Als könnte die FAZ das nicht ganz easy machen.

  87. @Chris Dir liegt eine Kopie des Vertrages zwischen faz.net und mspro vor?

  88. mspro im O-Ton:
    Ich habe da einiges an Arbeit rein gesteckt und mich überwunden, Ideen und Diskurse, die ich seit ein paar Jahren im Kopf entwickelt hatte, endlich aufzuschreiben. Diese Texte sind für mich und meine theoretische Arbeit sehr kostbar und eben so kostbar ist ihre Präsenz im Netz um weiterhin darauf Bezug nehmen zu können – und zwar nicht nur von mir.

  89. Es gtt gar keinen Vertrag. Auch hier lügt mspro. Es war eine mündliche Absprache.

  90. Chris ich versteh nicht was du willst? Was soll der O-Ton besagen? Und wo lüge ich (überhaupt das erste mal) in Sachen Vertrag? Es gab beides: Einen Vertrag, an den ich derzeit nicht herankomme, weil er zu hause ein paar tausend Km weit weg liegt. Und eine informelle Absprache mit Schirrmacher.

  91. @chris: Übrigens: waren wir uns nicht einig, dass wir einander aus dem Weg gehen? Ich würde das ungern ändern. Mit dir möchte ich mich eigentlich nicht mal im negativen auseinander setzen.

  92. Mir scheint das immer noch der Punkt bei der Sache zu sein: für die FAZ war das ein Arbeitsverhältnis mit einem Freelancer: Vertrag, implizite Voraussetzungen, Akzeptanz von Weisungshoheit usw. – für mspro hatte es sich angefühlt wie „FAZ findet meine Texte interessant, gibt mir Möglichkeit, diese autonom unter dem Label FAZ zu bloggen und bezahlt dafür Geld“.

    Was davon jetzt eine faktisch zutreffendere Beschreibung ist, ist erstmal zweitrangig – wichtig ist, dass die Wirklichkeitskonstruktionen und die darauf bezogenen Praktiken der beteiligten Akteure wohl in diesem Punkt massiv auseinanderklafften, was aber erst im Krisenfall sichtbar wurde.

    Soll heißen: mspro ist davon ausgegangen, dass er für sein Blog zuständig ist, inkl. Korrektur von Fehlern wie z.B. einer durch Schluddrigkeit falsch ausgewählten Bilddatei.

    Die FAZ (bzw. die Zuständigen im organisatorischen Gefüge der FAZ) sind dagegen davon ausgegangen, dass es um zugelieferte (und praktischerweise gleich selbst ins Netz gestellte) Texte geht.

  93. Sehr schön bei Kuri:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Was-war-Was-wird-1029726.html
    *** „Eure Sklavenmoral kotzt mich an!“ So endet der Ausflug des jungen Doktoranden Michael Seemann in die harte Welt der Arbeit, wo es Arbeitsanweisungen gibt und Juristen, die beim Kontrollverlust über die Bildrechte mit hübschen Sachadensersatzforderungen beim Verlag anklopfen. Die Redaktion der FAZ ließ ihm als Blogger Freiheiten, die normale Journalisten niemals haben, wenn sie ihre Texte wie diese kleine Wochenschau mit den durchaus widerständigen Redakteuren aushandeln. Das verstand der Mann mit Aversionen gegen Formalien nicht und setze auf „seiner Plattform“ auf eine eigenwillige Art der Eskalation. Was die einen nicht oder doch als systematischen Konflikt sehen, kann journalistisch als pure Doofheit gewertet werden. Für Seemann hat es auch was Gutes. Schließlich will er niemals einem „9 to 5 Normaljob“ nachgehen und einer gesellschaftlichen Norm nacheifern, die Software berechnen kann. Was bleibt, sind interessante Überlegungen und Verwunderungen über die aufgeregte deutsche Blogosphäre, die den Fall tatsächlich zur Bücherverbrennung hochstilisiert. So wird das nichts mit der Macht der Blogger, wenn sie nicht mal die deutsche Geschichte kennen und ihre Verblödung stammtischartig twittern, wenn sie nicht einmal die einfachsten Spielregeln des pöhsen kommerziellen Journalismus begreifen können.

  94. @mspr0
    Den Begriff „gesperrt“ hatte ich gewählt, weil ich für „gelöscht“ (im Sinne von: auf immer verloren) vor der FAZ-Stellungnahme keine Anzeichen gesehen habe und der Vorwurf der „Löschung“ nach der FAZ-Stellungnahme, meiner Meinung nach, vom Tisch sein sollte.
    Ich stimme Dir aber zu, dass „gesperrt“ auch bedeuten könnte, dass deine Inhalte noch online waren, Du aber keinen Zugriff mehr darauf gehabt hast.

    Können wir uns auf „vom Netz genommen“ einigen?

    Zu dem Begriff der “Autonomie“: Der Vergleich mit den Ländern passt, meiner Meinung nach, zu dem Verhältnis von diesem Blog hier und der FAZ, aber nicht zu deiner Arbeit auf deinem ehemaligen FAZ-Blog.
    Dieser Blog und die Interpräsenz der FAZ befinden sich zwar auch in einem gemeinsam (Bspw. staatlichen Rechts-) Raum sind zueinander aber autonom.

    Deine Arbeit bei der FAZ würde ich, was Autonomie anbelangt, mit jemanden vergleichen, der ein erfolgreiches Geschäft führt und eine weitere Filiale in einem Einkaufszentrum gründet. Dort wird ihm die Zentrumsleitung wahrscheinlich auch nicht 24/7 über die Schulter gucken, aber er befindet sich nicht mehr in seinem eigenen Autonomieraum, sondern in einem Freiraum der ihm von der Zentrumsleitung gegeben wird.

    @Till
    Auf eine ähnliche Problematik wollte ich mit meiner Frage danach, wie die Regeln seitens der FAZ kommuniziert werden, auch hinaus. Du hast das jetzt aber wesentlich eloquenter formuliert, danke!

    @Manteufel
    Ich mache mich hier sicher nicht verdächtigt mit mspr0 einer Meinung zu sein (hint: ich bin es ausdrücklich nicht), ich weiß aber auch nicht ob das Einbringen einer „Zusammenfassung“ die solch hohe Dosen an Süffisanz beinhaltet jetzt irgendwem weiterhilft.

    Aber auch: WOW, der „Bücherverbrennung!“-Einwurf (der NICHT von mspr0 stammt, nur noch zur Klarstellung) und das Abwatschen der Kritiker als „Liebe PC‘ler“ (auch NICHT von mspr0!) war mir bisher entgangen.

    Ich muss zugeben, das übersteigt meine Gedulds- und Verständniskapazitäten dann aber doch bei weitem, so dass ich jetzt erst mal den Schleudersitz aus dieser Diskussion nehmen werde.

    Mein ehrlicher Dank an alle die sich hier (und anderorts) um einen Mindeststandart von Diskussionsverhalten bemüht haben.

  95. @Till

    Warum so verschwurbelt? Es geht einfacher:

    Die FAZ meinte, sie hätten einen Blogger engagiert, mspro dagegegen glaubte, dort als Edelfeder beschäftigt zu sein.

    Ich denke, es wird klar, auf welcher Seite die größere Fehlinterpretation über die Art des Beschäftigungsverhältnisses liegt.

  96. @cassandra: Nein aber von mspro stammt die hauptursächliche Zusammenfassung der ereignisse („Es gab da wohl einige Probleme mit Bildern“, „besser aufpassen“), die, nun ja, denn doch wesentliches ausliess und die öffentlichkeit an der nase rumführte, BILD-Zeitung im kleinen

  97. @ Manteufel Das hat mit BILD nichts zu tun. Das war der mir bekannte Stand der Dinge zur Zeit des Postings. Ich habe niemanden an der Nase rumgeführt.

  98. @Cassandra Ich danke Dir auch für Dein Diskussionsverhalten. Lass Dich bitte nicht abschrecken von den denen, die das nicht schaffen. So ist das Leben, so ist das Internet. Transparenz tut oft weh, ist aber im Zweifel der richtige Weg.

  99. @mpsro: Hast du nicht? Du hast den eigentlich substantiellen Vorgang – die Warnung der FAZ keine Bilder zu klauen – falsch dargestellt („Tipps wie man Bilder benutzen soll“, „es hat da so ein paar Probleme gegeben“). Und verklaufst jetzt schon wieder die LEute für dumm. Aber jeder kann ja nachlesen. Mich interessiert viel mehr: stimmt es, dass die FAZ zwei Schadenersatzforderungen gegen dich vorbringt. Das wäre das Satyrspiel.

  100. @Manteufel Ich habe das nicht falsch dargestellt, das ist das was in der Mail steht. Ich habe die Mail, du auch? Woher?

    Von Schadensersatzforderungen weiß ich nichts. Ich wurde jedenfalls nicht informiert. Ich wäre aber auf die Begründung gespannt. Die Blog-vom-Netz-nehm-Aktion wurde ja vor allem damit begründet, dass die FAZ verantwortlich sei. Jetzt will sie es nicht mehr sein? Beides geht nicht.

  101. Es geht um die mail, die der Don zitiert, die mail die du sehr soft und z.t. falsch referierst, wo es um die Warnung geht, weiterhin Bilder die urheberrechtlich geschützt sind ins NEtz zu stellen- Du verweist auf eine ganz andere email, in der steht, du habest dioe Redaktionsabsprachen verletzt, der Blog werde gesperrt. Das ist so ziemlich die blödeste Variante deiner Verteidigung, denn die FAZ sagt ja das du prinzipiell Redaktionsabsprachen gebrochen hast. Der Fall ist aber interessant und ich muss Dir danken: man sieht, einer wie Du schafft es trotz diverser Freunde doch nicht mit seinem Klau durchzukommen. Was die Schadenersatzanforderungen angeht so hast du offenbar das Blog autonom betreut und die FAZ durfte davon ausgehen, wie bei jedem Text, das du alle Rechte gesichert hast. Ist ja das übliche Verfahren. Hast du aber nicht. Und deshalb ist die Sache noch nicht zu Ende, Du sollst ja auch von „Kriegserklärung“ gesprochen haben. Ich glaube, die nehmen das ernst.

  102. @Manteufel

    Zunächst einmal: herrje, du glaubst was Don Alphonso schreibt? Das erklärt natürlich einiges.

    Und nein: jetzt – hier – meine ich die selbe Mail, auf die sich auch Don bezieht. Ich habe diese Mail völlig korrekt wieder gegeben. Auf die Darstellung von Don Alphonso gehe ich hier nicht ein. Wer glaubt, was an der Blogbar steht, ist selber schuld.

    „Redaktionsabsprachen“ finde ich übrigens lustig, denn mit mir hat keiner was „abgesprochen“. Über Redaktionsentscheidungen wurde ich lediglich informiert. Aber das ist wohl ziemlich egal.

    Im übrigen bist du anscheinend eh voll der Checker: „Kriegserklärung“ steht auch in dem Post über diesen Kommentaren. Aber du informierst dich ja auch an der Blogbar…

  103. soso, der Don lügt also. Und dann stand nix davon, dass man keine Bilder klauen soll? Sag mal, willst du am Ende als der Mann in die ungeschriebene GEschichte eingehen, der so „doof“ (Hal Faber) war, dass von ihm am Ende nur ein paar Hausarbeiten für 7 € 99 bleiben? Nee, das mit der „Kriegserklärung“ hast du in einem Telefonat zu dem Redakteur gesagt. Entnehme ich einer in Arbeit befindlichen Recherche über Dich, die diese Woche erscheinen soll. Der Autor wartet angeblich nur noch auf die Höhe der Schadenersatzforderungen. Hast du dich eigentlich bei denen, die du beklaut hast inzwischen selber gemeldet? Dich entschuldigt? Was gezahlt?

  104. @Manteufel Soso. Thomas Thiel gibt also informelle Informationen weiter. Interessant.

    „Klauen“ steht nicht drin. In der Mail steht, dass man die Bildrechte vorher klären solle, ja. Ich dachte das wäre klar, wenn ich von Problemen mit Bildrechten spreche und die Aufforderung nenne „man möge dort doch besser aufpassen und ein paar Tipps, wie man Bilder richtig einsetzt.“ Wie hast du denn „möge dort doch besser aufpassen“ in diesem Zusammenhang interpretiert? Oder – wie hätte man es anders interpretieren können?

    Eine „Recherche“ ist also im gange. Ich bin gespannt. Der „Rechercheur“ hat bei mir jedenfalls noch nicht angeklopft. Scheint wohl ein einseitiger Artikel zu werden.

    Nein, ich habe mich nicht bei denen gemeldet. Im „übrigen“ ist klauen juristisch, als auch in jeder anderen Hinsicht der falsche Ausdruck für Lizenswidriges verwenden von Bildmaterial.

    Ich muss sagen, langsam gehst du mir etwas auf den Sack. Ich stell hier mal auf Moderation.

  105. Von Schadensersatzforderungen weiß ich nichts. Ich wurde jedenfalls nicht informiert. Ich wäre aber auf die Begründung gespannt. Die Blog-vom-Netz-nehm-Aktion wurde ja vor allem damit begründet, dass die FAZ verantwortlich sei. Jetzt will sie es nicht mehr sein? Beides geht nicht

    Klar geht beides. Und es ist der Normalfall. Im übrigen sollte man eigentlich einen Hinweis, „die Bildrechte zu klären“ mit einem heftigen Warnschuss gleichsetzen. Um jeden, der in dieser Formulierung den Warnschuss nicht hört – und solch verquere Logik bringt wie im ersten Absatz zitiert -, sollte sich ernsthaft Sorgen machen, wie er im Offline-Leben klar kommen will.

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