StartUp-Ideen zum Mitnehmen

Gibt es Entrepreneurs die hier mitlesen? Weil: ich bin nämlich keiner. Werd ich halt nicht reich. Macht aber nix, wollte ich eh nie werden.

Ich hab aber dennoch tolle StartUp-Ideen. Finde ich. Und weil ich sie eh nie umsetzen werde, teile ich sie lieber mit euch. Denn dann gründet das vielleicht einer und ich kann den Kram dann wenigstens nutzen. Denn natürlich denke ich mir nur sau geile Sachen aus, die ich auch selbst gerne nutzten würde. Und natürlich basieren all die Ideen auf meinen Überlegungen zur Queryology.

1. Die Postprivacy-Cloud

Es ist schlicht und plump der radikalst mögliche Ansatz sowas wie „Postprivacy“ herzustellen. Also ein Cloud-Service für die Self-Tracker und QuantifyYourself-Freaks aber eben für das „ganze Leben“ (TM)!

Wir reden hier also erstens von einem Streamingservice, der Bewegtbild und Tonspur 24/7 von den – spätestens in 2 Jahren existenten, unauffällig in Brillengestellen integrierten HD-Cams mit Streamingmodul – überträgt. Dazu, klar, GPS-Location, allerlei Telemetrie, Blickrichtung, Köperfunktionsdaten, Hirnströme, Whatsoever. Kombiniert wird das mit der Browserhistory und allerlei anderen Krams. Ein großer Stream für alles mit allem und allem drauf. Möglichst jede Information, die unser Hirn erreicht. Ja, sowas wie ein Memex-Dienst.

Und natürlich mit unlimited Storage von all dem Kram. Das Archiv ist vollumfänglich abrufbar, von der Wiege bis zur Bare, mit Zeitsprungmöglichkeiten, etc.

Kaum erwähnenswert, aber natürlich kann man alle Inhalte mit Freunden oder (default) mit der Öffentlichkeit sharen. Allerdings sehe ich ein, dass der Dienst sicher erfolgreicher ist, wenn man hier und da ein paar feingranulare Privacysttings hat. (die wir dann aber Facebook-Like peu à peu und unangekündigt wieder abschaffen, hehe.)

Aber nun das Wichtigste: die Analyse. Ausgefeilte Algrorithmen fegen regelmäßig über die Datenberge und machen sie so zugänglich: Erkennung von Ruhephasen, Wachpshasen, Bewegung, Sitzen, Liegen, Schlafen, Schrittzähler, speichern von Orten, diverse Statistiken über alles mögliche, Healthreports und so weiter. Auch Gesichtserkennung und somit automatisches Kontaktemangement werden möglich. Und natürlich wird alle gesprochene Kommunikation transkribiert und so volltextdurchsuchbar. „Wann hab ich nochmal mit wem über X gesprochen?„, „Was hat Georg letzte Woche noch mal zu dem Entwurf gesagt?“ Kein Problem.

Auf der Datenbasis lassen sich dann tolle Dienste aufsetzen. FindMyKey: die Software merkt sich, wo man seinen Schlüssel hingelegt hat und sagt es einem bei Bedarf. Eventbezogene Tweets. Wenn Ereignis X, dann twittere Y. Situationsbezogene Health- und Ernährungstipps. Tausend sinnvolle Reminder, etc. Auch welche zum selber konfigurieren.

Man könnte so weit gehen, da einen Assistenzservice draufzusetzen, der nicht nur aufgrund der Datenbasis und der ständigen Konnektivität Tipps gibt und Erledigungen ausführt und dabei immer intelligent auf die aktuelle Situation reagieren kann, in der man sich befindet. Vielleicht was für Premiumkunden.

Ich glaube, es ist genau jetzt die Zeit damit anfangen. Das oben erwähnte Brillengestell gibt es in abgespeckten Varianten heute schon. In 2 bis 3 Jahren ist die Technik wirklich brauchbar. Sagen wir einfach 2014. Storage- und mobile Bandbreitenkapazitäten werden wohl ebenso genau dann dafür ausreichend sein (durch LTE und sowas). Dann wird es so oder so einen Bedarf für so einen Dienst geben. Bis dahin kann man Finanzierungen suchen, Technolgien zusammentragen und schon mal mit dem Programmieren anfangen.

Keine Ahnung, wie man sowas bepreist. Ich würde fast glauben, dass man dann mit 100$ pro Monat und Account hinkommen kann. Habe aber keine Berechnungen gemacht. Man könnte auch versuchen, nur die Reportings und Services zu verkaufen. Wäre vielleicht sogar sinnvoller.

So oder so. Ich bin mir jedenfalls sicher: es wird sowas geben und es wird ein Erfolg.

* * *

Kommen wir zu meiner zweiten Idee:

2. Der Homo oeconomicus

Ja, wir wissen es, es hängt uns zum Halse raus, überall pfeifen es die Spatzen von den Dächern: „Den Homo oeconomicus gibt es nicht! Er ist eine Illusion der akademischen ökonomischen Theorie und hat nichts mit dem Menschen zu tun!

Ist richtig. Aber das kann man ja ändern!

Was wäre, wenn wir plötzlich tatsächlich nach sachlichen, ökonomischen Kriterien (Nutzenmaximierung) entscheiden würden? Wenn wir die theoretische Markttransparenz, die mit dem Internet möglich ist, tatsächlich ausnutzen würden? Zum Beispiel vor jedem Michkauf auf Preis.de schauen, wo es gerade die billigste Milch gibt?

Antwort: dann hätten wir ne ganze Menge zu tun.

Aber wenn wir den Prozess des Einkaufens auslagern, an einen algorithmischen Agenten, der das für uns rechtskräftig erledigt …

UND …

der ganze Kram frei Haus geliefert wird, dann ist er auf einmal da, der Homo oeconomicus!

Hier ist der Deal. Man stellt seinen persönlichen Homoöknomikus (auf der Webite) sehr genau ein. Mit Präferenzen, Bedürfnissen, Verbrauch (wie viel Liter Milch pro Woche), welcher Haartyp für das Shampoo, etc. Marken, wenn es genau die sein soll. Qualität, dort wo man nicht drauf verzichten möchte. Feinkostläden, auf deren Waren man nicht verzichten möchte. Blacklists für Unternehmen, die man für ethisch fragwürdig hält. Bio, Fairtrade, vegan, Allergiker. All sowas.

Und dann macht der das für einen. Einkaufen. Und liefern. Jede Woche. Bei Bedarf auch spontan. Das liefern kostet Geld aber weil der Homo oeconomicus ja auch Geld spart, wird es beim Konsumenten am Ende des Monats unterm Strich ein leichtes Ausgabenminus geben, wenn man es mit vorher vergleicht. (vielleicht liege ich hier vollkommen falsch, müsste man für einen Businessplan natürlich genau durchrechnen).

Wichtig ist schnelle Lieferung. In der Regel noch am selben Tag. Spontane Käufe idealer Weise innerhalb von 3 Stunden. Das ist eine enorme logistische Herausforderung. Ich würde erstmal mit einer einzelnen Stadt anfangen. Es braucht eigene Lager damit man selber Großhändlerpreise erziehlt, jedenfalls für die alltäglichen Konsumgüter. Man braucht Einkäufer, die schnell jedes Schnäppchen in Massen zusammenkaufen. Die wirbt man am besten von Aldi ab. Der Rest ist Datenbankpflege: Wo gibt es X zum günstigesten Preis? Kleinere Einkäufer arbeiten die Listen ab und fahren in der Stadt rum, kaufen den Kram zusammen. Einkaufskörbe werden in Stationen gepackt und von Boten abgeliefert.

Ist natürlich sehr fraglich, wie billig man das hinbekommt. Vielleicht wird es auch ein bisschen teurer als selbst einzukaufen. Aber in jedem Fall braucht man es nicht mehr selbst zu tun.

Das Geschäftsmodell? Naja, wie Supermärkte halt.

* * *

So, das waren meine aktuellen StartUp-Ideen. Wenn ihr das eine oder das andere gründen wollt, sagt mir bescheid. Vielleicht gebt ihr mir ja auch Anteile oder so, weil ihr das fair findet. Hätt ich nichts dagegen.


4 Gedanken zu “StartUp-Ideen zum Mitnehmen

  1. Der zweite Service gefällt mir ausnehmend gut! Am Besten das Ganze noch mit einem synchronisierten Einkaufszettel als mobile App koppeln, der sich langsam an die Gewohnheiten annähert, aber auch auf Spontankäufe reagiert. Nest — http://www.nest.com/ — für deinen Einkauf sozusagen :> Auch Presets a la »Kartoffelsuppe für x Portionen« oder »Ich habe x Gäste für y Tage« wären denkbar — in Kooperation mit chefkoch.de? Und über Empfehlungen holt man noch was rein: »Leute die Shampoo x kauften interessierten sich auch für Spülung y!«

  2. Das zweite muss aber _unbedingt_ die steigenden Spritpreise irgendwie als Vorteil eingebaut haben. Sonst business failure when price over 3€/Liter… (ist sehr gut möglich in den nächsten Jahren). Man könnte auch die Lager von umliegenden Obstbauern inventarisieren und ganz günstige Angebote lange vorher ankündigen. Man bestellt zu 100 von einem Bauern ein paar Kilo Äpfel, die dann von einem Lieferanten zu einem bestimmten Zeitpunkt geliefert werden. Hat was von Groupon, ich weiss. Aber mit Peak Oil wird das wohl die einzige Möglichkeit unabhängig von milliardenschweren Supply Chains an Säsonfrüchte _bequem_ heranzukommen.

    Dann müsste man noch die Wohnsituation aufteilen: Zwingend an der Türe entgegennehmen, kann in den Vorgarten gestellt werden, kann einen Tag dort liegen bleiben etc. Eine gute KI rechnet dann den besten Weg aus. Das ist zwar eines der ungelösten Probleme der Informatik, aber Ansätze reichen dafür ja schon.

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