Demente Argumente

Ich habe mich ein bisschen erschrocken. Nicht über Ilse Aigner und ihr Radiergummi – das ist normal, die ist Politikerin – sondern darüber, wie ernsthaft über ihre Ideen diskutiert wird. Also auch hier in der Blogszene.

Beispielsweise Netzpolitik.org. Dort wird zwar das DRM-Dings von dem Professor da zu genüge auseinander genommen, aber von der Idee des „digialen Vergessens“ wird sich nicht distanziert. Im Gegenteil!

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich halte das Vergessen – also das normale, kognitive Vergessen – für einen Segen. Wir wären in kürzester Zeit verrückt, wenn es das nicht gäbe. Denn das Vergessen ist – anders als es in dieser Diskussion dargestellt wird – nämlich kein Anrecht des Produzenten einer Information, sondern ein Filtersystem des Erinnernden. Es selektiert relevante von irrelevanten Informationen und ist somit ein Werkzeug des Erinnerns.

Oder Christoph Kappes. Er argumentierte heute auf Twitter, dass ja mündliche Kommunikation eben so flüchtig sei, wie es die Ilse nun für’s Internet fordert. Und er hat recht, ich kann mich nach einem Gespräch kaum an den Wortlaut erinnern. An was ich mich aber erinnere, ist genau die Information, die ich für relevant erachtet habe.

Wenn mir Christoph also in einer Bierlaune von seinem Ilse Aigner-Fetisch (Sie, ganz in Radiergummi gekleidet … ) erzählt, dann werde ich mich auch noch am nächsten Tag daran erinnern und vermutlich mein ganzes Leben. Dass er mir vielleicht auch erzählt hat, dass er in seinem Wagen eben noch den Ölstand gemessen hat, wird mein Gehirn dagegen vermutlich dem Vergessen anheim geben.

Was man mit dem „digitalen Vergessen“ also fordert, ist nicht ein Vergessen in dem Sinne, wie wir es kennen, sondern eine fremdbestimmte Demenz! Ich soll vergessen, was mir Christoph erzählt hat, weil er das halt so will. Er soll mir in meinen Erinnerungen rumkramen und rauslöschen können, was ihm da nicht gefällt. Oder von Anfang an bestimmen, wie lange ich es erinnern darf. (Ich kann schon verstehen, dass Politiker diese Möglichkeiten als sehr nützlich erachten)

Nein, meine Lieben. Das würde ich mir nicht bieten lassen. Ihr habt gefälligst mir zu überlassen, was ich mir merke und was nicht. Und so soll es auch bitte im Internet bleiben. Filtersouveränität, alter!

Und überhaupt finde ich, dass das Internet noch viel zu viel vergisst. Alleine Twitter. Ich finde es eine Unverschämtheit, dass ich nicht mein ganzes Twitterarchiv durchsuchen kann. Eher würde ich auf Pflicht für Anbieter pochen, mir meine Daten jederzeit zugänglich zu halten.


32 Gedanken zu “Demente Argumente

  1. Sorry, aber leider mal wieder Bullshit.
    Das Vergessen und Erinnern, was du beschreibst, bleibt ja unverändert.

    An dein Gespräch in Bierlaune kannst du dich so oft du willst erinnern – aber auch nur ERINNERN. Du kannst es ja auch nicht ewig wieder hervorholen.

    Ebenso, wenn du im Freundeskreis mal ein paar Bilder gezeigt bekommst. Die kannst du ja auch nicht mitnehmen.

    Ich hab da eigentlich keine Position zu, aber wenn du dich da jetzt positionieren willst, dann solltest du dir schon ein paar bessere Argumente machen.

  2. Sehr schöner, knapper Text:
    Selbstbestimmt ist halt nicht fremdbestimmt.

  3. Ich bin ja normal kein Fan von diesem ganzen Post-Privacy gelaber und, dass wir alle nur so transparent wie möglich sein müssen um alle in Frieden und Harmonie leben zu können, aber in diesem Punkt, lieber Michael, muss ich dir Recht geben. 🙂

  4. Kalle – du solltest etwas aufmekrsamer lesen. ich habe nicht behauptet, dass ilse mir in’s hirn steigen will, sondern den begriff „vergessen“ als mogelpackung hingestellt.

  5. Gesagt werden allerdings muss auch, dass eine Kopie in keiner Weise mit einer Erinnerung zu vergleichen ist. Somit ist nicht nur der Begriff „Vergessen“ falsch, sondern der gesamte Ansatz dieser Diskussion.

    Was hier besprochen oder angestrebt wird, ist effektiv ein Selbstzerstörungsmechanismus für Bits. Kein Vergessen, keine Demenz, weder selbst- noch fremdbestimmt.

    Ich geb dir mein Päckchen Bits mit ner Bombe dran gepappt, die das Päckchen in 2 Jahren sicher zerstört. Selbstverständlich ohne Kollateralschäden die eine physische Bombe mit sich ziehen würde 😉

    Ob man einen solchen zeitlich gesteuerten Selbstzerstörungsmechanismus nun befürwortet oder nicht sollte deshalb auch unabhängig von Ansichten zu Lobotomie entschieden werden – ganz abgesehen von der technischen Machbarkeit eines solchen Systems.

  6. Niemand hindert dich, dir auf ewig zu merken was du gerade liest. Aber der Absender einer Information möchte möglicherweise die Chance haben, eine solche irgendwann mal zu entfernen. Und dies auch und gerade obwohl das bei bisherigen Verfahren des Publizierens nicht oder nur schwer geht. Warum sollten wir eine neue Technik auf die Beschränkungen der alten Technik kastrieren?

  7. Mal unabhängig davon, wie man zu der Vergessen-Software steht, so ist deine Analogie trotzdem falsch, weil soweit ich es kapiert habe, kann man sich ja auch die verfallsgedateten Fotos runterkopieren und auch unverschlüsselt wieder ins Netz stellen.

    Von daher ist die Erinnerung auch mit diesem Softwareeinsatz möglich, allerdings nur dann, wenn man zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon weiß, dass man sich später vielleicht mal daran erinnern will und es also irgendwo „abspeichert“. In „Vergessenheit“ gerät nur das, was im Moment des Publizierens niemand interessant genug findet, um es sich zu merken. So wie du dich eben auch nicht an Dinge erinnerst, die dir jemand erzählt, die du in dem Moment total uninteressant findest und dir daher nicht merkst, die aber zehn Jahre später in einem veränderten Kontext von Interesse gewesen wären, was du aber eben dann nicht mehr merkst.

    Das Ewig-Gespeichertsein im Internet hat daher schon eine neue Qualität, weil es eben noch losgelöster von Zeit und Kontext Zugriff auf Informationen ermöglicht, und ich kann das Unbehagen verstehen, das mit dieser – historisch einmaligen und neuen – Möglichkeit verknüpft ist.

    Meine Meinung dazu ist ja bekanntlich, dass diese Herausforderung nicht mit Einsatz von Technik, die Möglichkeiten verhindert, gelöst werden sollte, sondern indem wir neue kulturelle Techniken erfinden, die die möglichen schädlichen Folgen für menschliche Beziehungen minimieren. Also etwa, dass wir lernen, dass es sich nicht GEHÖRT, Daten losgelöst von ihrem Kontext gegen die Intention derer, die sie betreffen, zu verwenden.

    Und meine These ist, dass wenn wir in diese Richtung üben, Vorschläge machen, Nachdenken und experimentieren die Chancen sehr viel besser stehen, viele Leute davon zu überzeugen, dass Initiativen wie dieses Radiergummi-Dings keine gute Idee sind.

  8. Da hast du zwar recht, aber das ist ein Bug, kein Feature. Wenn es nach Ilse geht, soll ich nicht die Möglichkeit haben, mir das Bild ohne DRM extra abzuspeichern. Dass es in der Wirklichkeit kein probates Mittel gibt, das zu verhindern, muss der Aigner seperat mal wer erklären.

    Zu deinen kulturellen Vorschlägen würde ich zustimmen, aber habe meine Zweifel, dass sich die Leute daran halten. Denn bei einer Information mit gewisser Brisanz reicht bekanntlich ein einziger, der nicht mitmacht, um zu leaken, was zu leaken ist.

  9. Pingback: “Vergessen”: Digitales mit Selbstzerstörungsmechanismus, um den Status Quo zu erhalten? Unmöglich. Und das ist gut so.

  10. ch habe nicht behauptet, dass ilse mir in’s hirn steigen will, sondern den begriff “vergessen” als mogelpackung hingestellt.

    @mspro: Ilse nutzt den Begriff Radiergummi

    Zutreffender?

  11. Habe leider keine Zeit zu einem längeren Statement, fühle mich aber in meiner Intention missverstanden.

    Es ging um den Trend zur Schriftlichkeit, die Vorteile von Mündlichkeit – und die Wahl des „Senders“, welches Medium er verwendet. Im Internet fehlen Mechanismen zur Flüchtigkeit – zumindest habe ich darüber nachgedacht.

    Wie ist es mit SMS? Wie alt ist unsere älteste SMS? Meine ist keine drei Monate alt. Sie verschwindet wegen technischer Probleme spätestens alle zwei Handygenerationen. Was verschwindet in der Cloud? Vermutlich nichts, 0 Promille. Sie ist „robuster“ als jeder PC je war, dessen Daten bei mir jedenfalls aus verschiedensten Gründen keine zehn Jahre halten.

    Warum sollten wir nicht festlegen, dass einmal geschriebene Nachrichten vom Autor wieder gelöscht werden können? Nichts anderes macht heise in seinen Foren, dort können Nutzer Beiträge bis zu 2 Jahre lang löschen, siehe Kommentar zur Aigner-Meldung.
    Das wäre dann keine verordnete Demenz des Empfängers/Lesers. Du könntest Dir die Info ja vorher „kopieren.“
    Genauso wie bei einem Telefonat zwischen uns: Die Information ist danach nirgendwo verkörpert, es sei denn, Du als Empfänger hast Dir ein Transkript gemacht.

    Ich denke, langfristig wird sich das Kommunikationsverhalten ohnehin so entwickeln, dass Nutzer die Form wählen, die ihnen weniger Probleme macht. Wenn das Web eine solche Funktion niht bietet, nehme ich eben Skype. Was ist damit gewonnen? Warum soll es keine Zwischenformen geben können?

    Habe leider wenig Zeit; hier nur als Hinweis.

  12. Können wir uns dann darauf einigen, dass es – neben allen anderen Plattformanbietern – auch Anbieter geben soll, die eine „flüchtige Kommunikation“ anbieten, auf die ich zurückgreifen kann, wenn ich das Bedürfnis danach habe? So wie 4can? Da wäre ich ganz bei dir.

  13. PS: Würdest Du mir denn zugestehen, meinen Tweet zu löschen, auf den Du verweist?
    Eigentlich war der nicht als bebloggbares Content-Snippet gedacht, so ohne Kontext.

    #nagelprobe

  14. Ich kann dich ja nicht davon abhalten, du würdest aber sicher anerkennungspunkte bei mir verlieren. 😉

  15. Oder sagen wir so: ich würde dich demütigen, indem ich die nun in’s leere zeigende verlinkung unkommentiert stehen lasse.

  16. Einer der Apologeten des Vergessen, Prof. Mayer-Schönberger, spricht dem Menschen gerne die Fähigkeit ab, Erinnerungen aus unterschiedlichen Zeiträumen emotional einordnen zu können. Gegenwärtige Entscheidungen würde also immer beeinflusst, ohne dass wir fähig wären, Erinnerungen im Zeitstrahl und damit der Entwicklungen in der Zwischenzeit gemäß, einzuordnen. Er verkündet ein Zeitalter der Nicht-Vergebens.

    Als akademischer Propagandist, der sich auch nicht so schade ist, merkwürdige Beispiele (inkl. Nazi-Beispiele) als allgemeine Beweise für soziale Informations-Realität anzuführen, gibt Mayer-Schönberger den Unkundigen in derPolitik die scheinbare Argumentationhilfe für ihr Tun.

    Antje Schrupp hat völlig recht, wenn sie schreibt, dass wir uns über die ALTERNATIVEN Herangehensweisen mehr Gedanken machen müssen, mehr Beispiel geben sollten.
    Die Überspitzung des Privacy Rights Wahns, die ministerial erzwungene Einführung von Privacy-DRM oder gar die Aufrufe zur (Totalen) Digitalen Abstinenz sind Antworten auf die digitale Herausforderung von Menschen, die mit Angst und Sicherheitsdrang reagieren. Man kann, man muss hier Verständnis für das Unbehagen zeigen, um mit einem mitfühlenden freiheits-bezogenen Handeln die Alternativen aufzuzeigen.

    Warum tun wir uns damit so schwer?

    Weil es eben eine HerausFORDERUNG ist, weil es den (zu gewinnenden) Menschen faktisch „zwingt“, gedanklich die Welt, wie er/sie kennt zu verlassen. Weil er/sie sich bewusster über sein Handeln werden muss. Das ist nicht jedermanns Sache, zumindest haben es die meisten ver-lernt.

    Die Kontextualisierung von digitalen Erinnerungen ist eben nicht kongruent mit dem Pflegen von Vorurteilen gegenüber Individuen und Gruppierungen. Den sich ständig wandelnden und einzigartigen Anderen trotz und gleichzeitig unter Einbeziehung des Geschehenen als Mensch zu begegnen ist die aufklärerische tagtägliche Aufgabe des Einzelnen an sich selbst.

    Die kognitive Anpassung an eine andere Informationsarchitektur des Alltags ist eine individuelle und gemeinschaftliche Herausforderung, die am Wesen des heutigen Menschen rüttelt. Jenseits des kulturellen Relativismus sei für die Gesellschaften, deren digitale Entwicklungsgrad den Punkt der Alltagsdurchdringung erreicht hat, festgestellt, dass die Diskussion über die sozialtechnischen Entwicklungen im Kern ein Diskurs über das Verständnis des Menschen von sich selbst als individual-freiheitliches Gemeinschaftswesen ist.

    Wenn es also richtig ist, was Antje Schrupp oben fordert (und ich stimme ihr da zu), dass es sich also nicht GEHÖREN sollte, kontext-frei harte Urteile über ein Individuum aufgrund einer bestimmten gegebenen Datenmenge zu fällen, müssen wir uns daran machen, diese soziokulturelle Herausforderung zu thematisieren.

    Eine Gesellschaft, die bis in die letzten Ecken leistungsbezogene Messwerte als das Nonplusultra der gegenseitigen Einschätzung definiert, die den Mensch hinter den Zahlen systembedingt ignoriert, KANN garnicht anders als restriktiv und mehrheitlich negativ auf die Explosion der Informationskomplexität reagieren.

    Anderseits ist es aber auch in der empathischsten Gemeinschaft ab einer gewissen Größe unmöglich ohne kontext-reduzierende Wertungen den Alltag zu überstehen. „Schlagzeilen und Soundbits“ ermöglichen es erst über die Horde hinaus sozial als Netzwerk zu interagieren. Die Aufgabe ist also nicht nur eine FilterSOUVERÄNITÄT des Individuums zu erzeugen, sondern auch die kulturellen Voraussetzungen für eine tiefere FilterVERANTWORTUNG zu schaffen.

    Viel dringender als der Kampf gegen die Mächte der sterbenden Filterhoheiten des analogen Zeitalters wird so der ernsthafte und auch ein wenig freundlicher zu führende Diskurs über die soziokulturelle Verantwortung der digitalen Gemeinschaft. So wird aus Netzpolitik das Ringen um eine gerechtere und solidarischere Gesellschaft im digitalen Informationszeitalter.

    Und so würde aus dem ganzen Nerd-Geschrei auch endlich eine gesamtgesellschaftlich sinnvolle und ernstzunehmende Kraft, deren Sinn nicht in der Verteidigung von Bits und Bytes liegt , sondern der Gestaltung einer menschenwürdigen Welt im Angesicht der digitalen Revolution.

  17. Sag mal, was hast du geraucht? Kann ja nicht als zu teuer sein.

    Schau doch mal in die Realität! Datenschutz und Privatsphäre sind wichtig! Man nehme nur das ausgekaute senario von der Einstellung in Unternehmen. Es gibt einfach scheiße viele Leute denen so etwas bei ihren Angestellten wichtig ist. Da kann man mit einem Partyfoto einen Job nicht bekommen. Das wird sich auch nicht ändern. Die Spiesser sterben nicht aus! Geh mal an ein Öffentliches Gymnasium in Westdeutschland und frage wie viele CDU wählen.

    Ein ablaufdatum ist schon in der Theorie nicht möglich. Es stimmt das dieser Weg zu nichts führen wird. Aber es gibt auch wege wie Diaspora. So etwas funktioniert auf jeden fall, wenn die Userinterfaces gut genug sind und die Bevölkerung genug verständniss für Computer hat. Das ist alles eine Frage der Zeit.

    Was denkst du warum gibt es geheimnisse? Warum haben wir geheime Wahlen? Nur zum Spass? Nein! Nur das gibt den Menschen Freiheit. So kann man auch in den tiefsten CSU Dorf in Bayern die Linke wählen und trotzdem in der Dorfgemeinschaft angenommen werden, indem man es geheim hält. Schlechtes Beispiel? Nächstes Beispiel Pornographie: Wenn alle wüsten wer welche Filme schaut, würden diese Filme nicht mehr geschaut werden. Diese Freiheit würde den Menschen genommen werden. Unrealistisch? Nehmen wir den Jugendlichen der in einer eher Harten(nicht mit Gewalt oder so etwas verwechseln) Peergroup glücklich ist. Darf er nicht insgeheim „Filme für Weicheier“ wie Keinohrhase oder was weiss ich ansehen, wenn er das toll findet? Wenn jeder das wüsste, würde er das nicht tun. Hat er nicht das recht nicht zur Liebesfilm-Jahresversammlung ohne, dass diese information jedem zugänglich gemacht wird?

    Ohne Geheimnisse (der Bürger, nicht des staates; der sollte so Transpart wie möglich sein) ist Demokratie nicht möglich!

    Während die Hacker und Datenschützer dieses Landes versuchen die Demokratie ins 21. Jahrhundert zu retten, blockieren die Postprivacy Anhänger sie ohne zu wissen was sie eigentlich tun.

    Sicherlich ist es ein hartes Stück arbeit Technik zu schaffen die im Zeitalter des Internets Privatsphäre schafft. Aber es ist nicht unmöglich. Auch Rom wurde nicht an einem Tag gebaut. Ich will auch niemanden verbieten jede Information von sich Frei ins Netz zu stellen. Das kann jeder selbst entscheiden (wenn er ein Alter/eine geistige Reife erreicht hat das selbst zu entscheiden. HIert bietet sich der 18. Geburtstag an) . Nur genau so sollte jemand entscheiden können nichts, oder nur gezielt Dinge im Netz veröffentlichen zu können. Es würde auch niemand auf die Idee kommen, dass sich alle einfach mal vor mehreren Menschen die Hose runter ziehen sollen. Es mag Menschen geben die das gerne machen. Es gibt auch wunderbare (naja subjektiv wunderbare) Ort wo man das machen kann. Ist super. Will ich niemand von abhalten. Privatsphäre im Internet sollte man genau so behandeln!

    Andreas

    X-post von neunetz.com

  18. Wem tust du eigentlich einen Gefallen, wenn du dich für Unternehmen verbiegst und einen Sichtschutz vor deine Persönlichkeit stellst?

    Ich will dir dein Duckmäusertum ja nicht nehmen, aber bitte habe Verständnis dafür, dass ich da nicht mitmache. Gäbs nur Leute wie dich, würde sich nie was ändern.

  19. @Andreas
    Technik zu schaffen, die Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt sicher löscht bzw unzugänglich macht erfordert die Aufgabe fundamentaler Freiheiten auf deinen Datenverarbeitungssystemen. TCPA lässt grüßen, falls das noch jemandem ein Begriff sein sollte (wenn nicht hilfe die Wikipedia).

    @Antje Schupp
    Der Sinn und Zweck der von DRM (und nichts anderes ist X-Pire oder wie sich dieses Firefox Plugin nennt) ist es Inhalte vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Die Grundlage dazu ist, dass die Informationen zur Entschlüsselung der ansonsten verschlüsselten Inhalte nur an als Vertrauenswürdig eingestufte Software gegeben wird – und nur, wenn der User dieser Software dazu qualifiziert ist, die Inhalte zu entschlüsseln. Für diese Vertrauenswürdigkeit qualifiziert sich Software indem sie sicher stellt, dass weder die zur Entschlüsselung benutzten Schlüssel noch die daraus resultierenden Klartext Daten den geschützten Bereich der Software verlassen. Das bedeutet, dass ich mit DRM geschützte Inhalte (ob Bilder, Musik, Filme oder andere Dokumente) nach der Entschlüsselung nicht entschlüsselt auf meiner lokalen Festplatte speichern kann. Die Software, die die Entschlüsselung vornimmt verhindert ein Abspeichern auf der Festplatte.

  20. Pingback: YuccaTree Post + » Digitales Radiergummi? Ja, nee, ist klar.

  21. @mspro:
    Ich bin ja gar nicht so, ich lasse den Tweet mal stehen.

    Und ich setze noch einen drauf, Internetpremiere: Ich bin Halbjude. Das wissen ausser meiner Mutter keine fünf Leute.

    Vielleicht hilft das ein bisschen, meine Perspektive zu verstehen.

    Wir sprechen uns in 40 Jahren, was aus dieser Info geworden ist. Ich wette mit Dir, dass sie in 10 Jahren jeder Aggregator als ethnisches Merkmal gespeichert hat. Und ich wette, dass das in 20 Jahrn in jedem Lebenslauf steht, den irgendeine Redaktion über mich zusammenbastelt.

  22. Nö, ich wusste das auch. Du hast das irgendwann mal getwittert 😉

    Ich bin allerdings dafür, die Probleme zu bennen, statt sie hinter Sichtschutz zu stellen. Es gibt Rassismus. Es ist die letzten 50 Jahre etwas besser geworden, aber er ist nicht vorbei und kann auch jederzeit in vollem Ausmaß zurück kommen. DAS ist ein Problem. Nach wie vor.

    Aber weder die Tatsache, dass du Halbjude bist, noch, dass das irgendwo steht oder aggregiert wird, ist ein Problem. Daten sind nicht böse. Daten haben keine Juden vergast. Es waren Nazis. Lasst uns also Nazis bekämpfen und nicht Daten.

    Und Nazis bekämpft man am besten in dem man sein Gesicht zeigt. In dem man öffentlich Stellung gegen Intoleranz bezieht. Und ja, auch indem man öffentlich bekundet ein Halbjude zu sein.

    Das ist jedenfalls meine Auffassung.

  23. Mit der Logik stören Dich auch Panzer nicht, Bomben und Drohnen. Richtig?
    Die Handeln ja nicht.

  24. Naja, ich weiß jetzt nicht, wozu Bomben und Panzer gut wären, außer Menschen zu töten. Aber wenn wir sagen Sprengstoff und Kettenfahrzeuge würde es wieder passen. Ja, die sind nicht böse.

  25. Ich lachte sehr über Andreas‘ simples Weltbild. Und dann nicht mehr. Nicht nur aufgrund des eindrücklich präsentierten Kategorienfehlers mit dem Wahlgeheimnis, auch der Rechtschreibung wegen.

    Kombst du Internet, machen wir dich nakt!

  26. „Ich habe mich ein bisschen erschrocken. Nicht über Ilse Aigner und ihr Radiergummi – das ist normal, die ist Politikerin – sondern darüber, wie ernsthaft über ihre Ideen diskutiert wird. Also auch hier in der Blogszene.“

    + dieser Artikel

    = „Mich nervt echt, dass jeder diesen Müll kommentieren muss, deswegen will ich jetzt auch mal was sagen.“

  27. Pingback: Der digitale Radiergummi: Zum Vergessen und x-pired | PIN-Blog Bernd Oswald über Politik im Netz

  28. @Carsten: Es heißt „so viel Zeit“ und nicht „soviel Zeit“.

  29. Der Artikel ist ein intellektuelles Durcheinander erster Güte. Du setzt die Erinnerung eines einzelnen Menschen gleich mit dem im Netz auffindbaren Schnippsel-Content. Das ist in jeder Hinsicht absurd.

    Damit wär das eigentlich erledigt, aber eins noch: Jeder kann und sollte (wenn er will) seine Daten selbst sichern und organisieren. Die Cloud der Internet-Konzerne steht für den „schnellen und einfachen“ Weg, aber auch für Fremdbestimmung.

    Wie kannst Du also von „fremdbestimmter Demenz“ faseln, wenn es gerade darum geht, dem Internetbenutzer ein zusätzliches Mittel zur Selbstbestimmung in die Hand zu geben? Es geht, wie C. Kappes schon andeutete, um die Verhinderung von künftigem Datamining. Angesichts der Tatsache, dass sich heute auch die meisten Kinder schon in sozialen Netzen austoben, ist dies ein ungeheuer wichtiges Thema.

  30. Hallo Allezusammen!
    @ mspr0 ..danke für den interessanten Beitrag. Ich kann Dir in so einigen Punkten zustimmen. Ich merke mir auch nur das, was für mich als relevant und interessant erscheint. Ich glaube das ist ein natürlicher Prozess.
    Ich finde es dennoch etwas seltsam, in welche Bereiche der Begriff einer Krankheit in Verbindung gebracht wird.

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