WTFPL

Eat your own dogfood“ riet mir erlehmann am Wochenende, womit er sich auf meine Urheberrechtsposition bezog. Tu ich ja eigentlich, Christoph Kappes, Christian Heller und Peter Breuer taten ihr übriges und irgendwer schmiss den Text sogar noch auf Krautchan. Auch schon mein Anti-ACTA Text ist hundertfach kopiert, repostet und sogar ausgedruckt und als Flugblätter verteilt worden und ehrlich gesagt, ging es mir fast ein bisschen auf die Nerven, wenn die Leute überhaupt vorher um Erlaubnis fragten.

Ich brauche also eine Lizenz. Aber leider finde ich Lizenzen doof. Jede Lizenzierung, egal wie frei, nickt mit ihrer bloßen Existenz das Urheberrecht ab, denn ohne es, bräuchte ich sie ja gar nicht. Eine freie Lizenz sagt immer „Hey, schau her, ich bin die Ausnahme“ und goutiert damit die Norm. Gebe ich mir eine Lizenz, dann schreibe ich mich unwillkürlich in den ganzen Rechtequatsch ein, ob ich will oder nicht.

Aber OK, ich sehe es ein. Es gibt nun mal das Urheberrecht und damit muss ich auch einfach mal klar kommen bzw. mich dazu irgendwie verhalten. Für meine Leser ist es natürlich immer die Frage, wie man nun mit meinen Texten zu verfahren hat. Und irgendwie mache ich das hier ja nicht nur für mich und deswegen beuge ich mich dem Rechteregime und gebe meinen Texten eine Lizenz.

Also: Welche Lizenz? Klar, die CC0 Lizenz ist eigentlich das, was dem „Kein Urheberrecht“ weitestgehend entspricht, aber ich mag die ganze CC-Lizenz Geschichte einfach grundsätzlich nicht. Ich finde sie mit all ihren Optionen viel zu kompliziert und in ihrer Ausgestaltung dann doch viel zu sehr dem Urheberrecht anbiedernd. CC ist irgendwie so bürgerlich-alternativ, der Bioladen des Urheberrechts. Ich möchte da einfach nicht teil von sein.

Aber gottseidank gibt es ein der CC0-Lizenz ziemlich analoges Modell, das mir allein von der Attitüde her besser steht:

Die „Do What The Fuck You Want To Public License! (WTFPL)

Die WTFPL ist irgendwie das an Lizenz, was ich gerade noch ertragen kann, obwohl ich schon beleidigt und etwas gedemütigt davon bin, dass mich das bekackte Urheberrecht überhaupt dazu zwingt, mich mit Lizenzquatsch abzugeben.

Also unter dieser Lizenz stehen ab nun meine Texte, sofern nicht anders vermerkt. (Ich fürchte, dass ich eventuell Ausnahmen machen muss für Texte, die ich für Externe schreibe.)

Dann habt mal Spaß damit.


6 Gedanken zu “WTFPL

  1. Würdest du mehr im Chat lauern, wüsstest du wer den Text kopiergepastet hat …. :3

    „Die WTFPL ist irgendwie das an Lizenz, dass ich gerade noch ertragen kann, obwohl ich schon beleidigt und etwas gedemütigt davon bin, dass mich das bekackte Urheberrecht überhaupt dazu zwingt, mich mit Lizenzquatsch abzugeben.“

    – Der Satz geht runter wie Butter!

  2. Also Punk statt Weltrettung. Na denn, bin mit der Bioladenlizenz zufrieden (und werde mir den Vergleich klauen, um meiner Partei zu vermitteln, warum wir für CC sein müssen).

  3. hehe, war ja klar 😉

    (und eventuell bekommen dann auch die piraten mal mit, in welche richtung sie sich in dieser frage gegen euch abgrenzen müssen)

  4. Schade, dass die Diskussion über’s Thema gestorben zu sein scheint, zumindest hier bei Dir. Mit anderen Worten: Schade, dass Du Einwände auf die Art und Weise abtust, wie Du sie abtust – ob sie nun mit oder ohne ihre drei Fragezeichen formuliert werden.

    Ganz albern nur mal angenommen: Du bleibst Du, und ich wäre Helene Hegemanns Schwester auf der Suche nach modulierbaren Vorlagen für „mein“ Werk – es wäre Dir schnuppe, in welcher Ausführlichkeit ich von Dir „zitiere“; es wäre Dir schnuppe, wie euphorisch ich zu einem Teil auch dank Deiner Ideen hofiert würde? Du würdest ein einfaches „WTFPL“ nuscheln?

  5. Manchmal sollte man Diskussionen zur Liebe allen auch einfach Ruhen lassen ;)Dann können sich auch die Gemüter wieder abkühlen..

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