FAZ

Heute ist mein Blog bei der FAZ “gesperrt” worden. Es gibt viele Fragen überall und einige Spekulationen. Ich verstehe auch nicht alles. Aber um die Gerüchte mal ein bisschen einzugrenzen, hier die Faktenlage:

1. Es gab wohl insgesamt Ärger mit einigen Bildern, die in Blogs verwendet werden, zum Beispiel auch in meinen. Deswegen ging eine Rundmail an einige der Blogger herum, man möge dort doch besser aufpassen und ein paar Tipps, wie man Bilder richtig einsetzt.

2. Gestern schrieb ich einen Artikel über Apple und den Computer an sich, den ich für heute früh (MEZ) für die Veröffentlichung einstellte. Als ich aufwachte, hatte der Artikel zwar schon recht viele Klicks für den Tag (ca. 1000), aber er war im Redaktionssystem nicht mehr frei geschaltet. Statt dessen eine Mail aus der Redaktion: Man habe den Artikel wegen mangelnder Bildrechte offline genommen. Was war passiert? Ich hatte Bilder verwendet, die zwar unter CC-Lizenz, aber nicht für die kommerzielle Verwendung erlaubt waren. Mein Fehler.

3. Auf die Frage, warum man den Artikel nicht ohne Bilder veröffentlicht, kam ein (mir wurde untersagt, wörtlich aus der Mail zu zitieren, deswegen sinngemäß): “Entscheidung”. “Redaktion”. “Basta”.

4. Nun habe ich normaler Weise nichts weiter mit der Redaktion zu tun. Ich mache mein Blog-Ding parallel – von denen höre ich eigentlich nie etwas. Das ist auch die (mündliche) Absprache mit Frank Schirrmacher: Ich kann dort jederzeit alles veröffentlichen, was ich lustig bin, so auch mein Auftrag.

Und da ich in der bilderlosen Variante meines Textes keinerlei Probleme mehr sah – es wurde ja auch nichts anderes beanstandet – habe ich also den Beitrag einfach noch einmal veröffentlicht. Mit einem kleinen Hinweis, dass dies eine wieder veröffentlichte Version ist, weil bei der anderen die fehlenden Bildrechte beanstandet wurden.

5. Die Reaktion von FAZ.net darauf war die sofortige, komplette Sperrung und Verbannung des Blogs aus dem Redaktionssystems. Das Blog ist also nicht mehr aufrufbar. (dass es hier und dort doch ab und zu klappte, einige Artikel aufzurufen, liegt an dem Servercache.)

Der Grund: Ich hätte mich mit dieser Wiederveröffentlichung der Redaktion widersetzt

Epilog: Nach ein paar Mails und einem Telefonat ist der Stand nun folgender: Das Blog bleibt gesperrt und es wird innerhalb der Redaktion eine Diskussion darüber geben, wie mit dem ganzen Blogprojekt weiter verfahren wird. Unter anderem auch mit meinem.

Meine Sicht der Dinge:

1. Ich habe Fehler gemacht, ohne Frage. Aber ob es richtig oder falsch war, den Blogeintrag wieder zu veröffentlichen, ist eine Frage, welche Absprache denn nun gilt. Um ehrlich zu sein: ein Blog, bei dem ich ohne sachlichen Grund gehindert werde, Beiträge zu veröffentlichen, würde sich nicht wie mein Blog anfühlen. Das tat es aber bisher. Es war mein Blog – zwar bei der FAZ – aber mein freier Bereich. Ich glaube nicht, dass ich so geschrieben und mich so gefühlt hätte, wenn ich gewusst hätte, dass man mir den Mund verbieten darf.

2. Ich bin erschrocken und wütend über die Maßlosigkeit der Reaktion von FAZ.net. Klar, ich habe eine Reaktion heraus gefordert. Aber wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, vor allem, was Weisungsbefugnisse angeht, sollte man die nicht lieber klären, anstatt gleich das ganze Blog zu löschen?

Ich kann diese Überreaktion beim besten Willen nicht nachvollziehen und ich protestiere dagegen schärfstens. Nicht nur, weil ich unbedingt da weiter machen möchte, sondern vor allem auch, weil die Beiträge verschwunden sind. Informationsvernichtung – egal, ob digital oder analog – schnürt mir jedes mal die Kehle zu.

3. Ich glaube übrigens nicht, dass es daran lag, dass ich fast immer entgegen der Redaktionslinie geschrieben habe. Zwar habe ich eigentlich nie Feedback aus der Redaktion bekommen und meine Artikel wurden zu Letzt auch nicht mehr auf der Startseite gefeatured. Aber ich habe meinen Auftrag immer auch darin gesehen, etwas Kontra zu geben und zur redaktionellen Vielfalt der FAZ beizutragen.

Fazit Der ganze Vorgang bleibt auch mir weiterhin ein Rätsel. Glauben kann ich das alles auch noch nicht so ganz. Es gibt viele Fragezeichen und eine tiefe, sehr tiefe Enttäuschung, die jetzt erst mal verarbeitet werden will.

NACHTRAG: Weil so viele Nachfragen kamen.

1. Zu der Veröffentlichung dieses Vorgangs ließ mir FAZ.net keine Alternative. Die Redaktion hat den Blog gelöscht und hunderte Menschen klickten in’s Leere. Die Leute fragten sich was los ist. Die Bloglöschung war also bereits der Gang an die Öffentlichkeit und er wurde nicht von mir beschritten. Mein Text ist nur die Erklärung meinerseits dazu, die absolut notwendig war – alleine um Spekulationen und Gerüchte einzudämmen.

2. Ich habe Thomas Thiel von der Redaktion per Mail ausdrücklich gefragt, ob es eine Stellungnahme seitens FAZ.net zu dem Vorfall geben wird. Die Antwort war ein eindeutiges “Nein”. Thomas Thiel hat mir leider untersagt aus unserem Schriftwechsel zu zitieren. Ihr müsst mir das schon so glauben.

149 Responses to “FAZ”

  1. Markus says:

    Kann erst mal sehr gut verstehen, dass Du sauer bist. Die Vorgehensweise der FAZ-Redaktion ist jedenfalls äußerst suspekt.

  2. Julius says:

    Da denkt jemand so viel über “Kontrollverlust” nach, und dann das…
    HAHA! ;)

  3. Thomas Maier says:

    Hey das tut mir jetzt schon irgendwie leid. Für dich weils für dich en geile Sache war, gute Erfahrung, Jobs, bla, ..und für die Leser, weil der Blog echt gut war wie ich fand. Und unter Umständen doch noch wieder sein wird.
    FAZit: Hää?

  4. zebramädchen says:

    Entschuldige den etwas inhaltsleeren und unsachlichen Kommentar aber:
    Hallo-o? Wie gehen die denn ab?

    Ich wünsch Dir baldige Klärung.

  5. Drauf geschis*en. Die Holzmedien wollen sterben und sie werden aussterben. http://www.bullshitblog. Da hab ich mehrmals etwas dazu geschrieben. Ich kann es auch nur eingeschränkt verstehen, daß Bloggern derart viel daran liegt, Teil der Holzmedien zu werden.

  6. xbg says:

    Es ist doch kein Verstoss gegen irgendeine Absprache, bemängelte Fehler zu beseitigen – sondern eine Selbstverständlichkeit. Das finde ich vorn und hinten nicht einleuchtend!

  7. Javos says:

    Erinnert ein bisschen an die wütenden Lehrer, die die Schüler auf einer Klassenfahrt beim Saufen erwischt haben :D

  8. zerebrumm says:

    RatzFAZ – so macht man das.

  9. yetzt says:

    Hast Du mal ein backup.zip?

  10. mspro says:

    @yetzt nein. Das ist auch so ein Problem. Die FAZ hat jetzt die Rechte an all den Texten. Und wenn sie die nicht online stellen, sind sie verloren. :(

  11. Mike Schnoor says:

    Die Entscheidung wg. des Bildes kann ich nachvollziehen, aber den Tod des Blogs und aller Artikel ist doch ein Widerspruch zur Pressefreiheit – die auch auf Blogs als publizistische Werke zutrifft.

  12. Sebastian says:

    Ein sehr merkwürdiges Verhalten. Ich gehe einmal davon aus, dass wir von faz.net eher nichts weiter hören werden. Persönlich fand ich, dass das Blog-Projekt der FAZ zu den ambitionierteren Projekten gehörte. Gerade weil es den redaktionellen Inhalt bereicherte und den Horizont der Berichterstattung erweiterte. Das Vorgehen selbst empfinde ich als Fanal. Ein “weiter so” wird es nicht geben können. Auch für die anderen Blogger bei faz.net.

  13. Na ja, “alle Rechte” können sie ja nicht haben, du bist ja der Urheber und die Urheberschaft lässt sich nach deutschem Recht ja nicht veräußern.

  14. Möchte anonym bleiben says:

    Was will man schon von einem derart erzkonservativen Blatt wie der FAZ erwarten?
    Da bleibt nur zu hoffen, dass Print einen möglichst schmerzvollen, quälenden Tod stirbt.

    Tut mir sehr leid für dich. Habe in deinem Blog immer gerne gelesen.
    Du bist aber nur eins von vielen Opfern.

  15. Till says:

    @mspro: Das mit den Rechten an den Texten würde ich auch nicht ohne weiteres so sehen. Also ich meine, kommt drauf an, was du für einen Vertrag mit der FAZ hast.

  16. Bleibt einmal mehr zu vermerken, dass ein vorher zugesagter Platz für freie Meinungsäußerung von etablierten Publizisten, die ja eigentlich ein für freie Meinungsäußerung kämpfen sollten, ohne weitere Erklärung gesperrt wurde.

    Kein Wunder, dass eine Medienrevolution stattfindet, die alten Medien sind anscheinend auch in der Auffassung ihrer Arbeit wirklich überholt.

    Ich warte gespannt auf eine Stellungnahme seitens der FAZ.

  17. mspro says:

    Ich weiß es ehrlich nicht. Ich bin in NY und die Verträge liegen bei mir zu hause. Wie aus gebuyt ich bin, weiß ich leider gar nicht.

  18. rka says:

    @Philip
    Ja, aber exklusive Lizenzen können auch dann eine selbstpublikation verhindern.
    @mspro
    Kontrollverlust at its best. Hoffentlich klären sich aber nochmal die Fronten. Nicht zu wissen woran man ist, nervt wirklich sehr.

  19. Grumpy says:

    So … dann wollen wir doch mal für das Privat-Archiv den Google-Cache bemühen.

    Die Reaktion der Redaktion erscheint in meinen Augen völlig überzogen. Hoffentlich gibt’s da eine Einigungsmöglichkeit, denn der Verlust des C-T-R-L-Verlusts wäre schon hart.

  20. Thomas Maier says:

    Sorry, Herr Schirrmacher, aber sowas ist echt unerhört. Aber Sie lesen das hier ja eh.

    Aber war abzuwarten, dass da die Holzmedien-Trolle gleich aufspringen um gegen den Printmarkt zu polemisieren. :P Die Welt ist wohl manchmal doch algorithmisch berechenbar.

  21. Daniel Pache says:

    Ich würde schon mal anfangen, sämtliche alten Blogbeiträge zu sichern. Archive.org müsste die haben. Gut, ist jetzt ein bisschen Arbeit, die von Hand in das neue System zu pasten, aber auch bei einem Backup müsste die Pfade angepasst werden. Nur die Klickzahlen sind dann verloren aber wer zählt die schon ;-)

  22. Christoph says:

    Das ist ein bedauerlicher Verlust. War so herrlich unkonventionell.
    Das klingt alles so, als hätte man auf die Gelegenheit gewartet Schirrmachers gekuschelt mit der Netzgemeinde endlich den Garaus zu machen. Späte Rache der einzig wahren Zunft.

    Dabei hatte ich gerade angefangen darüber nachzudenken, ob Dein Blog bei der FAZ überhaupt noch UCG ist. Nach der Aktion kann man sagen, er war es. Und das war auch sein Schicksal.
    Wenn ich Chefredakteur wäre, ob ich Lust hätte mir ans Bein p….. zu lassen, wenn ich es vermeintlich verhindern könnte? Der Traum von der Kontrolle, er lebt weiter in diesen Hierarchien, offenbar hat keiner die Worte richtig gelesen.

    Kopf hoch. Es gibt einen neuen Anfang.

  23. Grumpy says:

    Ach ja …

    http://www.google.de/search?hl=en&hs=ACW&rls=en&q=http://faz-community.faz.net/blogs/crtl-verlust/+site:faz-community.faz.net

    Hoffentlich ärgert sich jetzt die FAZ nicht zu sehr über Google. Wär jetzt aber auch nicht wirklich was Neues.

  24. dieGoerelebt says:

    Hey, geh doch zum FREITAG, die sind mit Ihrer Community-Idee eh viel weiter vorn: http://www.freitag.de/community

  25. mspro says:

    Ich werde irgendwie irgendwo weiter machen. Zur Not eben alles hier. Platz im Internetgibt es genug. ;) Mein größtes Problem derzeit: Ich habe den NY-Trip nur unter Vorbehalt des FAZ-Geldes machen können. Es bricht mir jetzt mein wichtigster Finanzierungspfeiler weg.

  26. Frank says:

    Hab die Artikel noch alle (oder großteils) im Feedreader, wenn du sie haben willst, meld dich.

  27. Javos says:

    @dieGeorelebt: Bezahlen die auch so gut wie die FAZ? ;D

    @mspro Auch ich wünsch dir baldige Klärung! :(

  28. Till says:

    Lesen hier zufällig noch andere Leute (als @mspro) mit, die auch bei der FAZ gebloggt haben? Das wäre ja wg. Verträgen und auch der finanziellen Frage evtl. nicht uninteressant (kann ja je nach Vertrag z.B. auch sein, dass die FAZ zahlen muss, auch wenn sie nicht veröffentlicht …).

  29. Julius says:

    @Till: der don liest bestimmt mit :D *rofl*

  30. fuckFAZ says:

    was bloggst du denn auch bei der faz? reicht ein eigenes blog nicht? wenn man im fahrwasser anderer fährt, statt auf eigener technik, passiert genau sowas. selbst schuld wenn du deine energie da reinsteckst statt dein eigenes blog aufzuwerten und auszubauen. trust never the mainstream media. it’s all crap.

  31. Das schreit ja geradezu danach, den Kontrollverlust praktisch werden zu lassen.

  32. angst says:

    krass, dass die sich so schnell dafür entscheiden, das blog zu sperren. ich finde, dass klingt fast wie ein vorwand – denn die maßnahme erscheint mir schon sehr übertrieben und wirklich nicht angemessen

  33. zebramädchen says:

    Vielleicht ist das ganze auch nur eine sehr verdrehte Art viralen Marketings. Viral Shitstorm Publicity, das nächste dicke Ding.

  34. Thomas Maier says:

    Die Artikel sind nun zumindest gesichert.

  35. Mela says:

    Du hast etwas herausgefordert? Ähm? Wie? In dem du den Artikel ohne die beanstandeten Teile neu eingestellt hast? Damit sollte doch eigentlich das Problem behoben sein.. so würde ich das verstehen.

    Der Hinweis war doch auch vollkommen korrekt und notwendig um zu erklären warum der Artikel neu eingestellt wurde. Da wurde auf niemanden mit dem Finger gezeigt.. einfach nur erklärt “Neu weil Bildrechte.” ..

    Ich verstehs nicht. Scheinbar kann man in der FAZ noch nichts wirklich mit diesem Blogdings anfangen.

    Zum Glück hatte ich den Artikel noch in einer Tab offen bevor er gelöscht wurde. So werde ich ihn mir noch in Ruhe durchlesen können.

  36. jonathan says:

    http://is.gd/d2kF7 In eigener Sache – Bilder weg

    Dies hier vielleicht als Grund? Und der Ignoranz folgte stehenden Fußes die Sperre?

  37. Gilly says:

    Ich wittere einen Shitstorm!

  38. [...] nun ist das Blog gelöscht. Pardon, gesperrt. Weil er sich der Redaktion widersetzt habe, schreibt Michael Seemann. Er hat wohl ohne Rückfrage nach erfolgter Bildentfernung sein Blogposting [...]

  39. [...] guten Blog, den von @MSPRO geschriebenen Blog #ctrl-verlust. Wie es dazu kam, das beschreibt @MSPRO hier. Meine Frage an die FAZ. Hey, was soll das ? Sixtus hat schon den Begriff #buecherverbrennung in [...]

  40. Tom says:

    Interne Politik. Nichts ungewöhnliches.

    Deswegen vermische ich wenn möglich nie Privates mit Geschäftlichem – selbst wenn ich dadurch der Firma positive Dinge vorenthalte. Bis auf ganz wenige Ausnahmen endet so etwas früher oder später immer mit irgendwelchem Ärger.

    Außerdem lasse ich mir alles was ich privat schreibe abnicken. Damit die GF sieht, dass die Firma nicht erwähnt wird. Außer natürlich wenn die Firma ausdrücklich wünscht erwähnt zu werden (was ich ihnen jedes Mal freistelle), nenne ich nicht den Arbeitgeber.

    Veröffentlichungen im Internet werden nicht getrennt abgesegnet – mit der Auflage den Arbeitgeber nie zu nennen oder zu kritisieren.

    Denn laut Arbeitsvertrag habe ich zu innerbetrieblichen Angelegenheiten meine Klappe zu halten und auch sonst keine Äußerungen zu tätigen, die mit der Firma in Verbindung gebracht werden könnten, oder diese im schlechten Licht erscheinen lassen (was im Zweifel immer der Fall ist). Nur GF und Marketing dürfen sich öffentlich äußern.

    In einer früheren Firma wollte ein Mitglied des Betriebsrats aus polit. Gründen eine Abmahnung provozieren. Begründet mit der Verwendung der Nummernfolge “T1″, “T2″, “T3″. Diese hatte ich als Dummydaten in einem von rund 30 anderen veröffentlichten Datensätzen in einer privaten Präsentation benutzt.
    Abgemahnt sollte ich werden, weil der Buchstabe “T” gefolgt von einer Nummer auch firmenintern verwendet wurde um bestimmte Arbeitsschritte zu bezeichnen. Der Betriebsrat sah in der Veröffentlichung des Buchstaben “T” + Nummer einen Geheimnisverrat und Verstoß gegen meinen Arbeitsvertrag.

    Ich bekam keine Abmahnung, aber einen Schuss vor den Bug und die GF verlangte vor jeder Veröffentlichung protokollarisch informiert zu werden und hat sich ein Veto vorbehalten.

    Das ist viele Jahre her und ich bin schon sehr lange bei einer anderen Firma. Trotzdem halte ich mich vorsichtshalber immer noch an das alte Protokoll, habe dies selbst der GF bei Einstellung angeboten und lasse mir alles abnicken was ein Publikum von mehr als 5 Lesern erreicht. Man weiß ja nie.

  41. Brett says:

    Die Geschichte mit den Bildern klingt extrem nach einem Vorwand. “Wir überlegen, wie es weitergeht” heißt auch nur: Mal sehen, wie groß der Aufruhr ist.
    Wirklich bitter finde ich bei solchen Absägearbeiten die Unredlichkeit. Die FAZ geht nicht ehrlich und offen auf dich zu und sagt, wo ihnen eventuell der Schuh drückt, sondern veranstaltet so eine Form von Vorgesetzten-Mobbing.
    Du musst im übrigen davon ausgehen, dass du Geld bekommen hast, weil die Blogs eine öknomische Funktion für die FAZ haben. Es geht darum, gegenüber einer jungen intellektuellen Klientel eine gewisse Reputation und Relevanz aufzubauen, ohne dass sich die Zeitung im Innern und für ihr Stammpublikum ändern muss. (Die Springer-Zeitungen haben ein ähnliches Problem – es gibt valide Zielgruppen, an die sie nicht herankommen, weil sie dort einen zu schlechten, zu konservativen bzw. zu reaktionären Ruf genießen.)
    Dein Blog war Teil dieser Image-Strategie. Leser von außerhalb der klassischen FAZ-Leserschaft dachten da: “Aha, sieh mal einer an, die FAZ öffnet sich sperrangelweit für völlig andere Meinungen, andere Schreibweisen, konträre Gedanken – die sind gar nicht mehr so verknöchert?”
    Aber das ist ein Irrtum.

  42. Frank says:

    Tom.. sorry, aber das klingt schrecklich und ich hätte darauf ehrlich keinen Bock.

  43. Elise says:

    Vielleicht mag @mspro ja jetzt bei Welt Kompakt mitmachen, wo da doch der Platz vom @Deef jetzt frei ist.

    Aber mal im Ernst: Die FAZ hat sie nicht alle. Und einen Gefallen hat sie sich damit schon mal gleich gar nicht getan.

  44. Erste Journalistenregel: klaren empfänger ausmachen, Shitstorm personifizieren. http://off-the-record.de/2010/06/24/herr-schirrmacher-lieben-sie-blogs/
    erst recht bei jemanden der das web automatisch nach seinem namen scannen lässt (hörensagen).
    Bin auf die weitere reaktion gespannt. Das verhalten der faz ist extrem ungalant.

  45. mspro says:

    OlafKolbrueck Ich habe keine Ahnung ob Schirrmacher in die Sache eingebunden ist. Aber ich mache mir tatsächlich keine Sorgen, ob er das hier liest.

  46. Tom says:

    @Frank man gewöhnt sich daran. Betriebsinterne mündliche Absprachen sind meiner Erfahrung nach absolut kein Garant. Im Zweifel verliert man das immer im Kompetenzgerangel zwischen Abteilungen. Selbst wenn die GF zustimmt, ist man nicht sicher, denn auch das kann durch politische Spielchen oder Gedächtnisverlust plötzlich abhanden kommen.

    Hintergrund in meinem Fall war übrigens, dass der Betriebsrat seinen Bonus gefährdet sah. Ich sollte Leiter einer Abteilung werden, welche eine neuen Produktreihe entwickelte. Diese wurde mit Risikokapital finanziert. Eben dieser Überschuss wurde früher jedoch der Jahresendprovision des Betriebsrats zugerechnet. Außerdem war ein Betriebsratsmitglied Abteilungsleiter der Vorgängerproduktreihe. Er war besorgt, die GF würde ihn im Zuge dieser Umstrukturierung absägen wollen.

    That’s life – so sind Menschen eben.

    Es würde mich absolut nicht wundern, wenn es in diesem Fall etwas ähnliches wäre.

  47. Abacus says:

    Die Sperrung des Blogs ist natürlich hart, allerdings ist ein Verstoss gegen die CC meiner Meinung nach auch nicht so ohne wie viele tun. Da veröffentlicht man seine besten Fotos unter CC mit der einzigen Einschränkung das man bei einer komerziellen Verwertung der Fotos vorab gefragt (und vielleicht mit ein paar Euros bedacht) wird und dann kommen professionelle Journalisten und denken die CC ist ein Freibrief. Ich sehe ja ein das dies der alte Zwist zwischen Textern und Grafikleuten ist die vom jeweils anderen behaupten das deren Arbeit eben keine ist, aber es zeugt auch nicht grade von übermässigem Respekt seinen Text ungefragt mit fremden Bildern aufzuhübschen.
    Das man Ihnen den Blog für einen Text sperrt der gar keine Bilder mehr enthielt finde ich allerdings wirklich mehr als seltsam. Wenn die Redaktion der FAZ nicht mehr an einer Zusammenarbeit mit Ihnen interessiert ist hätte man das einfacher und eleganter auf dem klassischen Weg machen können.

  48. Frank says:

    btw, hab die Artikel gesammelt bei Rapidshare gefunden, für die die sich das nicht per Hand aus dem Cache zusammensuchen wollen:
    http://rapidshare.com/files/402414253/ctrlverlust.rtfd.zip.html

  49. Der Text war wirklich sehr lesenswert – siehe mein RT. Das geht so wirklich gar nicht.