Geschenk

Der hammer!!

—- 
Mit einem Mobiltelefon von Sony Ericsson gesendet


oha, was soll das noch werden?


Hängt hier überall an der Uni rum. Ich habe Angst…

(ich bin hier übrigens auf dem Hyperkult (ich habe leztes Mal eine Fernzusammenfassung geschrieben), so wie anscheinend auch Peter Haber)
Ach ja, Live-Stream gibts hier…

UPDATE:
ich fühl mich irgendwie, wie auf der re:publica… oder wie auf der macworld… oder wie ich sie mir vorstellle…


Man kann

das natürlich auch so ausdrücken. Dann lässt sich auch besser drüber lachen. hihi.


Das Ende des Wahnsinns in 10 Stolpersteinen

Bei Mercedes Bunz wiedermal ins Grübeln gekommen. Dabei ist das hier rausgekommen. Zu viel für einen Kommentar, wie ich finde, also besser hier:

1. würde ich sagen, dass das, was wir erleben werden, der Popkultur nicht diametral oder antagonistisch gegenüberstehen wird, jedenfalls zunächst, sondern sich sehr bewusst über ihr errichten wird, denn

2. wir erleben das ja, wie man sehr schön der letzen Mindestenshaltbarausgabe sehen kann, in der Don Dahlmann verkündet, dass Bloggen Pop ist. Aaaaber es wird gleichzeitig völlig anders werden und die Popdiskurse in den Blogs werden die Regisseure gewesen sein, die abgefilmte Theaterstücke gezeigt haben, bevor sie auf die Idee mit der Schnitttechnik kamen. Also so frei nach McLuhan. Natürlich wird und kann man das machen, am Anfang, wenn man die Eigenheiten des Mediums erst noch ausforscht, aber dabei wird es nicht bleiben. Definitiv. Was mich zum Propheten werden lässt, der sagt: die Entwicklung geht vielmehr

3. hin zu einer „Bekenntniskultur“, wenn ich das mal vorsichtig und vorläufig wagen darf so zu nennen. Es wird ein kultureller Entwurf aus dem Geiste des Opensource sein, wie alle wichtigen digitalen Bewegungen der letzten 10 Jahre. „Du hast eine Information? Dann her damit!“ Transparenz und Großzügigkeit wird das neue Paradigma sein, auch alltagskulturell, also wird

4. das Geheimnis, das Geheimnisvolle und damit das Hip- und Cool-sein auf Dauer den Beigeschmack des Geizes erhalten. Und der unangemessenen Arroganz. Denn das Neue wird ein System sein, das wieder mehr auf der klassischen Reziprozität der Gabe ausgelegt sein wird. Derjenige ist cool, der am meisten gibt (d.h. vor allem auch preisgibt, nicht für sich behält: sich öffnet) Daraus folgt:

5. Hipsein wird so unhip geworden sein, dass alles popkulturelle Rumgepose so lächerlich wirken wird, wie 80er-Jahre-Frisuren in den 90ern. Nur dass sich halt keine weiteren „großen“ Trends werden festmachen lassen, denn

6. die Satisfikationsfähigkeit einzelner Trends wird in ungekannte tiefen fallen, weil sich die Menschen nicht mehr einheitlich orientieren. Die Peergroup wird noch mal etwas völlig anderes werden, noch viel autonomer in ihrer Entwicklung, durchlässiger aber auch viel prägender durch eigene, unerschöpfliche Informationskanäle. Kaum übersetzbar zwischen Peergroup zu Peergroup wird das kulturelle Kapital dort gebunden und aufgeteilt sein und die Toleranz zwischen den Groups wird alleine durch ihre Vielheit geboten sein. Von Rocker vs. Popper zu Hiphopper vs. Metaller vs. Punker vs. Raver etc. Nimm diesen Prozess und lass ihn exponentiell explodieren, sowohl was die Intensität der Prägung als auch die Gesamtzahl der Groups angeht. Und stell vielleicht noch die Musik als einziges Versammlungszeichen in Frage. Dann bist Du ziemlich genau

7. bei dem kulturellen Longtail, dem die Referenz, jedenfalls die allgemein verständliche, mehr und mehr abhanden kommt. Kommen wird. Das, was die Popkultur ausmacht, die augenzwinkernde Referenz, das wissende andeuten, wird sich entweder nur auf die Zeit bis jetzt beziehen können oder aber einfach verschwinden, weil ihr das Futter ausgehen wird. Die Popkultur könnte durchaus verhungern am Mangel an gemeinsamen Nennern in dieser neuen Welt.

8. Der aber gleichzeitig dadurch jeglicher Begriff der „Wissenslücke“ abgehen wird. Was sollte das noch sein, eine „Wissenslücke“, also jenseits eines kanonisierten Allgemeinwissens, in einer Zeit, in der jeder noch so kleine Teildiskurs jeden Tag seine unlesbar vielen Neuigkeiten auf den Markt schmeißen wird. Was man nicht wuppen kann, wird auch nicht verlangt werden. Oder kennt hier jemand alle deutschsprachigen Websites? Alle deuschsprachigen Websites zum Thema Musik? Alle zum Thema Hiphop? Nein? Wie uncool!?
Du kennt den neusten Trend nicht? Welchen denn jetzt von den 234, die alleine heute aufgeploppt sind? E.G.A.L! Weil

9. Das große Egal der Weltanschauung wird indes ersetzt durch die eigene Stimme. Es wird sich eine Repolitisierung ereignen, die aber nichts mehr gemein hat mit der Politik, wie wir sie kennen. Es wird eine politische Generation entstehen, die jenseits der üblichen Labels agiert, die sich nicht organisiert und sich nicht in Gruppen fasst, solange es nicht nötig ist. Sie wird „das Wählengehen“ vielleicht nicht mal mehr verstehen. Politisierung der Stimme, jeder ist ein Redenschreiber. Keiner folgt irgendwem. Aber es wird heftig diskutiert werden. Und dabei wird alles möglich sein: Rassistische Einwanderungsbefürworter, ökologische Wirtschaftsfanatiker, totalitäre Anarchisten. Es ist eine Frage der Zeit, wann das politische System sich dem fügen wird müssen. Aber eines wird es nie wieder geben: Eine „Bewegung“, weshalb

10. sich auch nichts mehr von hier nach dort, von links nach rechts, von jung nach alt, von whatever bewegen wird, wie es noch jede Jugendkultur gemacht hat, denn es wird nichtmal eine Jugendkultur gewesen sein. Diese Entwicklung wird alles und nichts umfasst haben, wie man schon heute sieht. Es gibt keinerlei Homogenität, nicht politisch, nicht sozial, nicht mal wirklich altersstrukturell. Und selbst wenn, jede Homogenität wird ausgelöscht werden, früher oder später. Zersetzt in seine Einzelnen Fädchen. Nach der Popkultur kommt keine Kultur mehr, die den Namen verdient. Vielleicht ist es das: Mehr noch das Ende der Kultur an sich, als das der Popkultur.


"historisch"

Scheiße. 13 Jahre ist Pulp Fiction schon alt. 13. Ich kann mich erinnern, als ich 13 Jahre alt war. Noch besser kann ich mich erinnern, wie sehr ich diesen Film liebte. Und, ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass „13 Jahre“ mal eine unglaublich lange Zeit war. Früher. Es ist gar nicht so lange her, da waren 13 Jahre noch „historisch“.

Als 13jähriger sind 13 Jahre eine historische Zeit. Eine Zeit, als die Eltern noch geraucht haben und mit dem Käfer Urlaub in Israel machten. Eine Zeit die man nur aus vergilbten Fotoalben kennt. Eine Zeit, vor der eigenen Zeit. Das ist sogar noch mit 23 so. Denn für die meisten Themenbereiche der Kultur beginnt man sich erst etwa so ab 10, meist sogar erst mit der Pubertät zu interessieren. Selbst mit 23 Jahren sind 13 Jahre meist „historisch“. Aber was ist das: „historisch“?

Ich beginne es zu verstehen. Ich bekomme ein Gefühl dafür. Denn erst jetzt wird mir bewusst, dass die Erlebnisse meiner Jugend für andere, unwesentlich jüngere Menschen bereits „historisch“ geworden sind. Denn man kann den Unterschied fühlen.
All die Dinge, die mir bewusst widerfahren sind: Tschernobyl, Challenger, der Fall der Mauer, Pulp Fiction, fühlen sich für einige mir bekannte und befreundete Personen an, wie sich für mich der „Deutsche Herbst“ anfühlt, wenn ich über ihn lese oder einen Fernsehbericht darüber schaue: Abstrakt, vermittelt, gelernt. Ohne das Gefühl des Schocks, ohne die erfahrene Zertrümmerung von Gewissheiten, ohne das ereignishafte Herreinbrechen des Anderen. Das Unglaubliche das es damals war. Das Unglaubliche ist für andere bereits das Gegebene. Unglaublich, oder?

Und langsam entwickle ich ein Verständnis für diesen Begriff „historisch“, indem ich sein Werden beim Anderen erfahre: Meine Zeitgreifende Erfahrung dehnt sich hinein in das unbewusste Nicht-Erleben eines Anderen: Mein Leben ist bereits für manche in Teilen „historisch“. Dieser Begriff ist nur intersubjektiv erfahrbar, und ermöglicht einem vielleicht, dem immer schon „Gegebenen“, dem je Historischen, seine Ereignishaftigkeit nachträglich zuzugestehen. Und es reflektiert das eigene Erlebte zugleich auch als Historie.

Ob am 16. April 1912 in der Zeitung vom Untergang der Titanic zu erfahren, vorm Fernseher zu sitzen am 11. September 2001 oder dem Radio lauschen bei der Mondlandung am 20. Juli 1969, all dies wird das selbe gewesen sein. Es wird historisch gewesen sein: In ein und der selben Realitätsferne. Für jemanden anderes, kommendes. Und – das hört sich nur einfach an. In Wirklichkeit ist es der Schulterschluss mit den Toten.


"Blogosphäre"

Volk. Man kann sagen: Es gibt Volk.

Es gibt eine Grenze, die geographisch einer Region einen Namen aufdrückt. Es gibt ein Gesetz, das von dieser Grenze einverleibt wird. Es gibt dort Menschen. Man kann sagen, diese Menschen sind ein Volk.

Menschen handeln, sagen, glauben. Sie wählen. Hier – alle vier Jahre ihre Vertreter. Diese Vertreter handeln, sagen, glauben und wählen dann: Gesetze – aber im Auftrag. In wessen Auftrag? Man kann sagen: Dem Auftrag des Volkes.

Es ist also die Meinung von einem Volk, das dort im Gesetz steht. Alleine, dass die Volksvertreter die Macht haben, für ein Volk verbindliche Regelungen zu schaffen, ist ihnen vom Gesetz verbrieft. Man kann sagen: Es war die Meinung des Volkes, ihnen diese Macht zu geben.

Das Volk hatte beschlossen, den Vertretern, damals, in unserem Fall 1949, diese Macht zu verleihen. Also nicht so direkt, aber indirekt, durch seine Vertreter. Sie, die Vertreter, beschlossen das Grundgesetz, das Gesetzt der Gesetze, das nebenbei eben jene geographische Grenze absteckte, welche ein Volk benannte, dessen Vertreter sie dadurch wurden, indem sie im Namen dieses noch nicht existenten Volkes das Gesetz unterschrieben.

Man kann durchaus sagen: Eine Grenze, ein Gesetz, ein Volk und seine Vertreter. Alles dies wurde gleichzeitig erschaffen in einem einzigen Geniestreich, einem bürokratischen Akt, direkt aus dem Nichts heraus. Durch ein paar Unterschriften auf einem Zettel. (Auch meiner Unterschrift?)

Diese krasse Paradoxie, man könnte sagen, dieser Wahnsinn, hat nur einen Namen verdient: Repräsentation. Und so nennt man unsere Demokratie auch eine „repräsentative Demokratie“.

Ich. Es gibt mich. Auch ich handle, sage, denke, machmal wähle ich.

Man muss den Wahlzettel nicht unterschreiben. Vielleicht ist einer der Gründe dafür, dass man eh niemals unterschreiben würde, was dieser andere, der Vertreter damit macht, machen wird, in meinem Namen. Und doch wird eine Unterschrift geleistet worden sein. Implizit. Denn man unterschreibt die Verfassung, die repräsentative Demokratie, indem man wählen geht. Nachträglich. Man unterschreibt, dass man sich als Teil eines Volkes sieht, welches innerhalb einer Grenze lebt, eines, dass vertreten wird und dessen Vertreter Gesetze machen sollen, die man einhalten sollte. (eine Selbstverständlichkeit, ein natürlicher Vorgang, eine Offensichtlichkeit, das sagt doch schon der gesunde Menschenverstand)

Die Volksvertreter bläuen einem immer ein, alle Jahre wieder, dass es die Verantwortung jedes Einzelnen ist, diese Unterschrift zu leisten, indem man wählen geht. Diese Unterschrift, die mir die Verantwortung nimmt und sie ihnen überträgt, in ihre Obhut. Man kann sagen: Ich habe die Verantwortung, meine Verantwortung abzutreten.

Blogosphäre. Kann man sagen: „es gibt eine Blogosphäre“?

Sie hat keine Grenzen, sie hat kein Gesetz, sie hat keine Vertreter. Es gibt Blogger. Sie handeln, sagen, glauben, das ist ihr Gesetz. Sie wählen nicht, aber sie schreiben. Als Vertreter ihrer selbst. Was schreiben Sie? Man kann sagen: Alles. Innerhalb ihrer je eigenen, persönlichen Grenzen.

Warum tun sie das? Warum lassen sie sich nicht vertreten? Von den Volksvertretern oder von den Massenmedien, diesem Anwalt des kleinen Mannes? Von Verbänden, Gruppen oder Parteien. Von Gewerkschaften, Publizisten, Lobbyisten oder Vereinen? Von all den Vertretern, all den repräsentativen Kräften und Instanzen, die mit einer Stimme sagen, die dafür da sind, um zu sagen, um für uns zu sagen, im Auftrag von uns. Teils ehrenwerte Institutionen, die vielleicht sogar genau das sagen, was auch der ein oder andere Blogger sagt. Oder selbst wenn sie sich vertreten lassen, warum reicht ihnen das nicht? Ist ihre Meinung nicht schon vertreten worden? Hat nicht jemand schon seine Unterschrift für genau dieses Thema, diesen Satz, diese Meinung geleistet? Warum sagen die Blogger es im Zweifelsfall noch mal? Was fasziniert sie so, an ihrer eigenen Unterschrift, an ihrem eigenen Getippten, an den Belanglosigkeiten ihres Lebens oder ihrer Auffassung von der Welt, all den dilettantischen Argumenten und vor allem an sich selbst? Die, die doch niemanden vertreten, was bilden die sich ein, wer sie sind? Sie sprechen nur für sich selbst. Sie vertreten stur sich selbst, als ob es nie bestellte Vertreter gegeben hätte.

Sind die Blogger eigentlich so etwas wie ein Volk (eine Gemeinschaft, eine Masse oder auch nur eine Gruppe)? Besser: können sie ein Volk sein, ohne sich vertreten zu lassen? Ist vielleicht ein Volk, erst ein Volk, durch sein Vertreten-werden? Wird das Bezeichnete, wenigstens in diesem Fall, erst durch seine Bezeichnung (Zeichnung, Signatur, Einschreibung) existent? Das heißt: klar umreissbar, zuordbar, definierbar, indem man, als Vertreter, als Ersatz für dieses etwas, eine Grenze zieht und ihm ein Gesetz aufdrückt (Was z.B. auch in Foren, öffentlichen Chats und Communities geschieht: eigene Gesetze, eine klare Grenze und mehr oder weniger offizielle Vertreter)?

Was wäre die Blogosphäre, wenn all dies bei ihr nicht greift? Wer würde den Gegenstand definieren? Wer könnte sagen: „Das sagt die „Blogosphäre“? Wer könnte sie vermessen: „von hier bis dort“? Wer könnte sagen: „Die Blogosphäre meint…“ oder nur: „Das da ist (k)ein Blogger“? Wer könnte für die Blogosphäre sprechen? In ihrem Namen?

Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Volk (oder irgendeine irgendwie definierte Gemeinschaft) gibt. Ein Volk jenseits eines autokratischen, mystischen Gründungsaktes. Ich bin mir nicht mal sicher, ob man sagen kann: „man kann sagen“. Wer ist dieses „man“? Mir scheint sein Eigenname ebenso nebulös zu sein, wie der, irgendeines Volkes.

Man kann vielleicht sagen: Es gibt eine Blogosphäre. Aber niemand gehört ihr an.

Aber ich (ich, für mich) finde schöner: Es gibt zwar keine Blogosphäre. Aber genau deshalb will ich ein Teil davon sein.


IMPRESSUM

Hauptamtlicher Chief-Executive-Blogbefüller von T I E F:

Ich,
wohnhaft in meiner Straße, meine Hausnummer
in meiner Stadt

Ich (das bin ich) verantworte hiermit nachdrücklichst.

Die Links, die zu anderen Seiten führen, führen zu anderen Seiten. Für die kann ich dann natürlich nicht… Ach, verarsch Dich doch selber!

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Ich? Sie beleidigt? Was sind Sie denn für ein empfindlicher Vollpfosten?

Ich? Falsche Tatsachen behauptet? Jetzt machen Sie sich mal nicht lächerlich, das ist doch vollkommen unmöglich. Ich bin staatlich verifizierter Besserwisser.

Ich? Ihre Dings geklaut? Gucken Sie noch mal nach. Ich wette, die sind noch da.

Ich? Ihren Wettbewerb schädigen? Passen sie bloß auf. Morgen feg ich Sie vom Markt!

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Bei Konfusion zum Arzt gehen. Ansonsten: schreiben hilft. In Ihr eigenes Blog, in Ihr Poesiealbum, auf einen Bierdeckel oder mir via E-Mail. Adresse ist immer oben rechts angegeben.