Favotter Charts vom 31.03.09

Schaut mal nach, ob ich euch vergessen hab und tragt euch in den Comments nach. (Daten von ca. 10 Uhr)

UPDATE: Ich wunderte mich bereits. Aber @Sillium ist über diesen Link doch mit 292 vertreten. Hingegen mit der Suche hat er nur 83. Also wenn Favotter bei Euch ähnlich rumspackt, bitte mit besseren favotterLink in den Kommentaren nachtragen. Könnte sogar mit Groß und Kleinschreibung zu tun haben, wie es aussieht. (Kann ja keiner ahnen sowas)

  1. trottelbot    959
  2. frank93     906
  3. mspro        884
  4. saschalobo     662
  5. sixtus        535
  6. kathrinpassig    524
  7. stijlroyal    524
  8. 343max        490
  9. kosmar        365
  10. booldog        359
  11. PickiHH 336
  12. klauseck    326
  13. Sillium 292
  14. fragmente    290
  15. blogwart    284
  16. mathiasrichel    280
  17. kcpr         277
  18. denQuer        277
  19. moeffju        274
  20. Nico       273
  21. tristessedeluxe    266
  22. Zufall 264
  23. bjoerngrau    256
  24. kumullus    235
  25. jkleske       233
  26. DonDahlmann    222
  27. ghostdog19    208
  28. plomlompom    208
  29. stburnster    194
  30. furukama    193
  31. spreeblick     193
  32. isabo_        190
  33. riot36        167
  34. HappySchnitzel    164
  35. ankegroener    161
  36. holadiho    160
  37. paulinepauline
  38. hightatras    154
  39. e_Leni       150
  40. sebaso        150
  41. vergraemer    149
  42. Ibo        146
  43. ohitsplastic 141
  44. kaltmamsell    140
  45. svensonsan    140
  46. tknuewer    138
  47. bosch        137
  48. netzpolitik    136
  49. cemb        133
  50. maltewelding    129
  51. phogenkamp    129

Das Ende von Twitter

Damals, vor einem knappen Jahr, am 14 April 2008, lud mich Cem Basmann ein, ein paar Fragen zu Twitter zu beantworten. Als ich fertig mit den Antworten war, hatte ich ein unbefriedigtes Gefühl in der Magengegend. Ich hatte noch nicht alles gesagt, was mir auf der Zunge brannte. Also fügte ich eine eigene Frage hinzu und beantwortete sie:

Zugefügt: Was stört dich an Twitter?

Dass öffentlich einsehbar ist, wem ich followe. Da gibt es schon ab und an Eifersüchteleien und einen Rechtfertigungsdruck, den ich nicht sehr schön finde. Viele nehmen das persönlich wenn man sie entfolllowt, was ich auch verstehen kann. Geht mir auch so, wenn ich entfollowt werde, von Leuten, die ich mag. Aber im Grunde ist das Schwachsinn, denn es hat viel weniger mit Sympathien zu tun, als der reinen Aufmerksamkeitsgrenze. Ich twittere halt gerne und viel, manchen eben zu viel. Da muss ich mit leben, dass das sich das einige nicht antun wollen. Andere scheinen aber größere Probleme damit zu haben und können damit nicht umgehen. Deswegen bin ich dafür, nicht mehr anzuzeigen, wer wem followt.

(Überhaupt geht mir das ganze Followergewichse mittlerweile ziemlich auf Nerven. vielleicht sollte man die Zahl auch nicht anzeigen)

Ich glaube, das war lange vor den Twittercharts. Und das war sehr lange bevor es einen Medienhype gab. Ich wusste damals nicht, was das oben beschriebene Problem für Folgen zeitigen würde. Heute kann man es aber recht gut beobachten.

Zusammengefasst: niemand hört irgendwem noch zu. Jedenfalls tendentiell.

Ich habe jetzt schon mit vielen gesprochen, die 1000 und mehr Leuten folgen. Fast alle geben umwunden zu, dass sie gar nicht mehr reinschauen, in ihre Timeline.
Ein neuer Trend macht sich breit. Ein harter Kern von 20 Twitterern wird per RSS abonniert. Andere behelfen sich mit einem follow-only-Account. Manchen ist eigentlich alles egal und sie „senden“ nur noch. Das Followingprinzip auf Twitter wurde in weiten Kreisen also komplett ad absurdum geführt. In den Twittercharts befinden sich nur noch wenige Leute, deren Followings man irgendwie noch ernst nehmen kann.

Ich selbst beobachte, dass sich meine Followerzahl seit dem Interview zwar fast vervierfacht hat, meine Reichweite sich aber in dieser zeit nicht mal verdoppelt hat. (Was man an den Klicks sehen kann, die ein Hinweis auf einen Blogartikel oder so bringt.) Klar, da sind sicher auch viele Karteileichen unter meinen Folgern. Aber ich glaube ziemlich sicher, es hat damit zu tun, dass viele meiner Follower gar nicht mehr lesen, sondern nur noch schreiben.

Und es ist ja auch Einträglich. Es ist zum Sport geworden, wahllos durch die Accounts zu streifen und rumzufollowen. Wer nicht innerhalb der nächsten 10 Minuten zurückfolgt, wird wieder entfollowt. So kann man seinen Account schnell aufpimpen.

Und natürlich bleibt einem ein Follower auch einfach treuer, wenn man ihn brav zurückfolgt. Ich kann auch verstehen, dass manche aus purer Angst wieder entfolgt zu werden, niemanden entfollown wollen. Oder sich gezwungen sehen, zurückzufolgen. Ich weiß nicht, wie oft ich mich fragen lassen musste: „Warum folgst du mir denn nicht/nicht mehr?“

Das alles ist zum Massenphänomen geworden. Jeder versucht sich so hoch wie möglich zu pimpen. Ich hab mich vor kurzem über den ganzen Kram wirklich aufgeregt. Aber natürlich hat das alles keinen Sinn. Auch weil ich mich auch nicht völlig davon ausnehmen will. Natürlich ist es mir nicht egal, wie viele Follower ich habe und ich bin in den Twittercharts auch bald nicht mehr vertreten, was irgendwie schmerzt. Dieser Eitelkeitskatalysator ist bereits im Medium integriert und das ist ein strukturelles Problem.

Ich glaube, es ist unumgänglich. Twitter wird daran zugrunde gehen, früher oder später. Es gibt derzeit eine riesige „Sendeblase„. Ähnlich wie die Kreditblase ist sie aufgrund eines Vorurteils entstanden. So wie die Banken glaubten, die steigenden Hauspreise würden die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden erhöhen, glauben die Twitterer, dass ihnen bei steigenden Followerzahlen immer mehr Menschen zuhören würden. Sie glauben an die Zahl der Follower und sie verwechseln das mit Reichweite. Wohlwissend, dass sie selber ja eigentlich niemandem mehr zuhören. Sie müssten es eigentlich wissen, dass Twitter längst angefangen hat, sich von einem Kommunikationsmedium zu einer Statustuningwerkstatt zu entwickeln. Aber wenn sie es merken, stürzt die ganze Awarenessblase in sich zusammen.

Ich weiß nicht, was nach Twitter kommen wird. Das Prinzip der Shortmessage wird sich vermutlich weiterentwickeln, denn ich halte es für erfolgreich. Auch das Followingprinzip ist im Kern durchaus zukunftsträchtig. Aber ein potenzieller Nachfolger sollte darauf achten, die Eitelkeit der Leute nicht so sehr zu bedienen, wie es Twitter getan hat. Sonst wird auch dieser Dienst am Allzumenschlichen ersticken.


Twitter stinkt!

1. ich-follow-alles-was-nicht-bei-3-auf-den-bäumen-ist-und-entfollow-alle-wieder-um-mit-den-zurückfollowern-meinen-account-aufzupimpen. Ihr stinkt!

2. ich-scheiß-drauf-ob-ich-mit-über-1000-friends-überhaupt-noch-was-mitbekomme-hauptsache-die-follower-stimmen. Ihr müffelt!

3. ich-entfollowe-alle-die-mich-nicht-zurückfollown-egal-ob-es-mich-interessiert-was-die-schreiben-oder-nicht. Ihr riecht unangenehm!

Das Followergewichse geht ziemlich auf den Sack. Aber sowas von. Die Twittercharts sind das Übel von Twitter schlechthin. Sie richten Twitter so nieder, wie es der Schwanzvergleich auf Blogscout mit den Blogs getan hat. Es geht nicht mehr um Interessen, Vorzüge, Stil, Schreibe, Sympathien. Es geht alles nur noch um Awareness.

Ach, geht einfach weg mit Eurer Scheiße!

Und nein, Sascha, Du machst es mit sowas nicht besser.


140

Ich erkläre Twitter – im Gegensatz zu den anderen – in 252 Zeichen, statt den geforderten 140. Das hat der Videopunk errechnet:

Link: Was ist Microblogging?


Twitterlesung in Hamburg

Ach ja. Hier ist ja auch noch Platz!

Also: Meine alte Heimat Hamburg hatte ich, entgegen anders lautender Gerüchte, sehr lieb. Klar, hatte sie Fehler. Unter anderem den, dass es dort keine Twitterlesung gab. Gut, die gab es in Berlin auch nicht, bevor wir sie organisierten. Aber bis heute stand Hamburg unter den deutschen Weltstädten (Berlin und Hamburg) mit ohne Twitterlesung sehr alleine da.

Das hat sich nun geändert. Hamburg holt sich ein Stück des Kuchens und damit endlich auf!

Am 22.1.2009 – das ist ein Donnerstag – werden wir (= twitkrit) in der Hamburger Botschaft die Bühne stürmen und ein Feuerwerk an Aphorismen auf die Hamburger niederprasseln lassen. Einlass ist ab 20 Uhr und wer sich gute Plätze sichern möchte, der sollte früh kommen.

Ich hoffe natürlich vor allem auf die vielen alten Bekannten, die ich dort treffen werde. Bitte kommt da hin und meldet Euch jetzt schon mal an, dort in den Kommentaren (Es gibt nur wenige Plätze). Ich freu mich auf Euch!


Profiling mit Twitter, oder was ist ein Captcha?

(Nein, das hier ist kein Twitkrit)
Ist es nicht schön? Man kann es einfach so raushauen. „Ich mache jetzt Feierabend“, schleudert uns Moeffju entgegen. Einfach so. Nix besonderes, eigentlich. Genau diese Art Information, die man bei Twitter einfach so raushaut, ohne sich einen Kopf zu machen. Denn was ist schon dabei? Jeder macht doch Feierabend, irgendwann. Würde man nie drauf kommen, dass das, außer für ein paar Leute, für die es die Möglichkeit eröffnet jetzt mit dieser Person ein Feierabendbier zu trinken, irgendeine Relevanz besitzt. 

Man kann dies auch regelmäßig machen. Jeden Tag zum Feierabend dieser oder so ein ähnlicher Tweet. Für solcherart Rituale ist Twitter immer gut. Man kann das Wort Feierabend auch gleich als Tag ablegen: #Feierabend.

Und dann kommt irgendwer. Ein zukünftiger unentschlossener Kunde, ein potentieller Arbeitgeber, oder einfach nur eine Profilingagentur. Oder gar eine Web2.0 offene Profilaggregationsplattform. Und Zack wird aus den einzelnen und für sich harmlosen Feierabenden und ihrer Tweetszeitzen ein Arbeitszeitenprofil geschustert.

Es ist nicht immer sofort ersichtlich, welche Daten wir preisgeben, während wir sie preisgeben. Mit Regelmäßigkeiten und Hashtags lassen sich Daten zu Profilen verknüpfen, von denen wir heute noch gar keine Ahnung haben, welchen Komplexitätsgrad und welche Tiefe sie erreichen können.

Als Kosmar im Artikel bei den Blogpiloten von seinem Geburtstagskalender berichtete, war ich zunächst begeistert.

Ich selbst pflege zum Beispiel gerne den Twitter-Geburtstagskalender mit #hpybdy oder zeichne meinen letzten Tweet des Tages gerne mit #n8 aus.

Ist ja auch eine tolle und ebenso einfache Idee. Dass dort aber Liste für alle Leute zugänglich ist, die das für die Identifizierung ziemlich wichtige Datum des Geburtstags vieler Twitterer einfach so abrufbar macht, ist ein Datenschutzproblem. Ganz besonders dann, wenn man wie ich anonym im Netz unterwegs ist. 

Ich weiß nicht, wie weit die Profilingagenturen sind, Twitter systematisch auszuwerten. Ich weiß nur, dass das eine Datenverknüpfung ungeahnter Tiefe ermöglicht und zusammen mit anderen Daten viel tiefer und weiter in die Privatsphäre Einblick gewährt, als es einem beim jeweiligen Gebraucht bewusst ist.

Ich weiß selber noch nicht, was das alles für mich und meine Twitterei bedeutet. Ich weiß aber, dass man vorsichtig sein sollte. Vor allem, wenn man anfängt, Dinge zu standardisieren, mit Regelmäßigkeiten und Hashtags aber auch mit dem Gebrauch des Locationtags „L:“. Man kann sich noch etwas schützen, indem man auf die Interpretationsbereitschaft seiner Follower setzt und die Maschinenlesbarkeit reduziert. Man muss im Grunde in Captchas twittern.

Wobei auch das keine Sicherheit ist. Was ein Captcha ist und was nicht, ist eine Frage, die letzten Endes in einer ungewissen Zukunft entschieden wird. Und zwar von Moores Law.


Twitkrit

Ich glaube, es war auf Sascha Lobos Followerparty, als Bosch und ich auf die Idee zu Twitkrit kamen. Denn im Gegensatz zu den Twitterkritikern sehen wir in Twitter nicht eine Verarmung und Verrohung der Sprache, sondern dessen Gegenteil. Viele Tweets sind der Beweis dafür, dass es selten mehr braucht als 140 Zeichen. Aber natürlich nur, wenn man seine Kreativität bemüht. 

Und diese immer wiederkehrenden Fälle der kreativitätsfördernden Nanoprosa wollten wir der schnelllebigen Welt von Twitter entreißen, um ihnen einen Altar bauen und ein rauschendes Fest zu bereiten.
Als erstes nun wollen wir aber beginnen, indem wir dem Twitterer huldigen, der wie kein zweiter für das deutschsprachige Twitter steht: Kosmar.
Danach aber wird es regelmäßige Tweetkritiken geben. Etwa jeden Tag eine von unseren hervorragenden Autoren. Bosch, Picki, Bjoern Grau, Cara und meiner Wenigkeit.
Ich wünsche gute Unterhaltung.

Twitter vs. Twitter

Über Hype und Phänomen hatte ich einst im Zusammenhang mit Myspace vs. Second Life geschrieben. Es gibt einen Unterschied zwischen einem Phänomen und einem Hype. Er ist eigentlich ganz leicht zu erkennen:

Wenn man einen Dienst vor sich hat, der ganz offensichtlich highend, scraped edge, die krasseste Technologie mit den kühnsten Träumen der Menschheit zu einer super sexy multiuser Megasause in 3d vermischt, so dass sich die Berichterstattung überschlägt – aber dennoch niemand hingeht, dann hat man es mit einem Hype zu tun.

Wenn ein unscheinbarer Onlinedienst vor Wachstum und Userzahlen explodiert, ohne dass man das, was der Dienst anbietet irgendwie in sinnvolle Worte kleiden kann und es von nahezu allen Medien trotz seines Erfolgs schulterzuckend ignoriert wird, dann hat man es mit einem Phänomen zu tun.
Wenn sich in einem Raum ein Bedürfnis Bahn bricht, von dem vorher niemand wusste, dass es existiert, nicht mal die Erschaffer des Raumes selbst, dann ist es legitim vom Phänomen zu sprechen und es vom Hype zu trennen.
Don, jedenfalls, ist dennoch der festen Meinung, es bei Twitter mit einem Hype zu tun zu haben (sehr unterhaltsam). Ich bin da anderer Meinung. Als Gastautor bei den Blogpiloten.

ich sollte man wieder was bloggen

[verdammt. das wollte ich eigentlich bei twitter reinschreiben]


Cem über Twitter

Ganz wunderbar erklärt Cem das Phänomen Twitter in drei Teilen.

Die Kommune (wobei ich da nicht ganz einverstanden bin)
Das blöde ist: Wahrscheinlich werden das wieder nur die kapieren, die eh twittern. Ich hab mich ja daran gewöhnt. Twitter ist so dermaßen banal, unwichtig und irrelevant wie ein Lächeln. Versuch mal jemandem, der noch nie ein Lächeln gesehen hat, zu erklären was daran so toll ist.